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Der Personalabbau in der Schweizer Reisebranche geht weiter

Von Jean-Claude Raemy

Kuoni, Hotelplan und TUI Suisse haben im letzten Jahr allesamt Personal und Filialen abgebaut. Einzig Knecht Reisen hat in beiden Kategorien zugelegt.

Ein Blick auf Tabelle zeigt: Nicht nur die Anzahl unabhängiger Reisebüros schwindet in der Schweiz, sondern auch die Anzahl Filialen der grossen Veranstalter, in der Regel aufgrund von Optimierungen im Filialnetz. Obwohl in unserer Erhebung nicht zwischen Filial- und Hauptsitz-Mitarbeitenden unterschieden wird, kann davon ausgegangen werden, dass auch an den Hauptsitzen Stellen gestrichen wurden.

Am offensichtlichsten war dies bei Kuoni der Fall. Durch die Auslagerung der Produktion nach Frankfurt entfielen zahlreiche Stellen in allen Bereichen (Produktion, Marketing, innere Dienste etc.) am Hauptsitz. Year-over-year gingen 107 Stellen bzw. 8% aller Stellen verloren; ob damit das Ende der Fahnenstange erreicht wurde, ist unklar. Kuoni lässt sich jedenfalls keine Prognose hinsichtlich der weiteren Personalentwicklungen im kommenden Jahr entlocken.

Ein weiterer Abbau sei derzeit nicht geplant

Allerdings hat auch Hotelplan Stellen abgebaut. Rund 4,5% der Arbeitsplätze gingen verloren. Dies hat laut Sprecherin Prisca Huguenin mit der Schliessung von drei Filialen sowie mit der Integration von travel.ch in die Hotelplan Suisse zu tun. Ein weiterer Abbau sei derzeit nicht geplant.

Auch der dritte Grosse, TUI Suisse, hat infolge von Strukturoptimierungen im TO sowie im Retail Arbeitsplätze abgebaut, nämlich deren 22 oder 4,3% des Totals. Dazu Sprecherin Bianca Schmidt: « Nach der Integration von Flex Travel vor über einem Jahr in TUI und der Schliessung von drei Filialen wurden allen Mitarbeitenden Lösungen offeriert, als Konsequenz bei natürlichen Fluktuationen aber nicht 100% der Stellen wiederbesetzt.» Die betroffenen Filialen waren in Bern, Lausanne und Genf. Schmidt legt Wert darauf, dass TUI Suisse im kommenden Jahr das Filialnetz erweitern will und auf der Suche nach passenden Büros sei. Dadurch dürften die Mitarbeiterzahlen wieder leicht steigen.

Bei der Globetrotter Group ist die Anzahl der Mitarbeitenden praktisch unverändert. «Die Mitarbeiter aus zusätzlichen, neuen Firmen halten sich die Waage mit natürlichen Fluktuationen», bemerkt Sprecherin Sandra Studer. Auch bei den Filialen keine Veränderung: Die Group hat weiterhin 41 Filialen (der Globetrotter Travel Service allein deren 22), dazu vier Business-Travel-Zweigstellen und eine Sportabteilung. Für 2017 werden keine Veränderungen erwartet.

Lediglich Knecht Reisen hat zugelegt. Dies allerdings nur aufgrund der Zukäufe von Arcatour und City Reisen, wodurch Filialnetz und Mitarbeiterbestand aufgebläht wurden. Ein weiteres Wachstum sei vorerst nicht geplant, erklärt CEO Marcel Gehring: «Wir wollen uns 2017 darauf konzentrieren, die Zukäufe optimal zu integrieren.»