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Der Einbruch der Türkei-Buchungen fiel bei OTAs geringer aus als bei Reisebüros, sagt Bentour-Chef Deniz Ugur. Bild: TN

Bentour schafft Buchungsanreiz für die Türkei

Von Jean-Claude Raemy

Eine staatliche Subvention, welche den lädierten Türkei-Tourismus wieder in Schwung bringen soll, wird an Reisebüros weitergegeben. Der Spezialist glaubt aber nicht nur deswegen an wachsende Türkei-Zahlen im aktuellen Jahr.

Zurzeit ist es schwierig, Türkei-Buchungen an den Mann oder die Frau zu bringen. Um das angeschlagene Türkei-Geschäft anzukurbeln, hat Spezialist Bentour Reisen beschlossen, den Reisebüros unter die Arme zu greifen. Konkret: Eine vom Türkischen Ministerium für Pauschalreisen ausbezahlte Subvention wird an die Reisebüros weitergegeben.

Konkret: Auf sämtlichen Türkei-Pauschalbuchungen bis Ende März (Buchungszeitpunkt) gibt Bentour per sofort einen «Türkei-Beratungsbonus» von 11,50 Franken pro Person, inklusive Kindern, weiter. Der Beratungsbonus wird zusammen mit der fälligen Kommission ausgeschüttet. Dabei entsteht dem Reisebüro keinerlei Mehraufwand, da der Bonus im System hinterlegt ist und automatisiert sowie antragsfrei ausbezahlt wird.

Geschäftsführer Deniz Ugur präzisiert auf Anfrage von Travelnews, wie das geht: «Das Türkische Ministerium für Touristik und Kultur bezahlt eine Subvention von 6000 Dollar pro Flug in die Türkei, wobei Flüge nach Istanbul ausgenommen sind – die Rede ist also in der Regel von Charterflügen nach Antalya, Izmir, Bodrum oder Dalaman. Dieses Geld wird geteilt durch die Anzahl abgeflogener Sitze pro Touroperator, mit der Bedingung, dass ein TO mindestens 11 Passagiere befördern muss und die Maschine mit mindestens 100 Passagieren ausgelastet ist; dazu wird noch ein Teil an die involvierten Incoming-Agenturen entrichtet.» So erhalte Bentour zwischen 30 und 60 Dollar pro Passagier, wovon 11,50 Franken an die Reisebüros abgegeben wird, beziehungsweise 10 Euro an deutsche Reisebüros. Bedenkt man, dass es auch Flüge gibt, wo aufgrund der oben genannten Kriterien nichts ausbezahlt wird, entspricht dies laut Ugur etwa einer 50:50-Aufteilung mit den Reisebüros. «Somit können alle Beteiligten profitieren», erklärt Ugur.

Türkei in den Köpfen halten

Hintergrund der Aktion ist vor allem, die Türkei als am Counter empfohlene Destination in den Köpfen zu halten. Angesichts der aktuell niedrigen Türkei-Preise – per se schon ein Argument für die Türkei – kommt einem Reisebüro der Zustupf von 46 Franken (bei einer vierköpfigen Familie) zusätzlich zur Kommission gelegen. «Die Angst, die Türkei überhaupt zu thematisieren, hat dazu geführt, dass Reisebüros im letzten Jahr viel schlechter performten als OTAs – im Gesamtmarkt verloren Reisebüros rund 30 Prozent Türkei-Umsatz, während der Einbruch bei OTAs nur gegen 15 Prozent betrug“, erklärt Ugur und präzisiert, dass diese Zahlen nicht identisch mit den Bentour-Resultaten seien. Obwohl 2016 «schlecht» gewesen sei, ist er zuversichtlich, im aktuellen Jahr gegenüber Vorjahr um wieder 10-15 Prozent zulegen zu können (allein für die Türkei). Im Allgemeinen sei das abgelaufene Geschäftsjahr dank weiterer Diversifizierung in andere Zielgebiete für Bentour gut gewesen.

Doch bleibt natürlich die Türkei das Bentour-Steckenpferd. Und nicht nur der attraktiven Preise wegen glaubt Ugur an die Destination: «Aus den DACH-Märkten bereisten im letzten Jahr trotz Putsch, Attentaten und allgemeiner Krise rund 3 Millionen Personen die Türkei. Das ist alles andere als vernachlässigbar und hat gleichzeitig viel Potenzial nach oben. Wir hoffen, dass die Reisebüros trotz der Schwierigkeiten im Türkei-Verkauf unseren Goodwill erkennen und selber auch an die Destination glauben.»