Reiseanbieter
ETI führt Geschäfte in der Schweiz fort
Nach dem Jahreswechsel herrschte zunächst vor allem eines: Unklarheit. Am 31. Dezember 2025, seinem letzten Arbeitstag, verschickte Michael Grütter persönlich eine Medienmitteilung mit einem bemerkenswerten Inhalt: Der langjährige Geschäftsführer von Express Travel International (ETI) in der Schweiz zog sich per sofort zurück. ETI Schweiz stand ohne Chef da. Als Gründe nannte Grütter eine berufliche Neuorientierung sowie die Reduktion seines Arbeitspensums.
Derzeit arbeitet im Schweizer ETI-Büro in Opfikon, das erst vor rund einem halben Jahr bezogen wurde, nur noch Gökce Parlar, langjährige rechte Hand von Schweiz-Chef Michael Grütter.
Auch sie ist aber nicht mehr lange dort. Per Ende Januar 2026 wird sie das Unternehmen verlassen. Die Frage drängte sich auf: Wie geht es mit dem Schweizer Standort von Express Travel International weiter? Zieht sich das Unternehmen womöglich sogar komplett aus der Schweiz zurück? Die ETI-Zentrale in Frankfurt blieb vorderhand stumm. Erst jetzt hat sie Stellung bezogen und versucht, Klarheit zu schaffen.
ETI verspricht weiterhin guten Service in der Schweiz
In der Mitteilung betont ETI die fast 20-jährige Erfolgsgeschichte in der Schweiz und kündigt an, die Aktivitäten künftig «nahtlos» aus Deutschland weiterzuführen. Mitgründerin Maja-Jennifer Köhl soll gemeinsam mit Ulrike Runge, Prokuristin der ETI-Gruppe, die Leitung künftig aktiver wahrnehmen.
Gleichzeitig werden Investitionen in Technologie, ein Website-Relaunch, längere Servicezeiten sowie eine stärkere Zusammenarbeit mit dem stationären Vertrieb in Aussicht gestellt. Auch das Produktportfolio des Ägypten-Spezialisten soll erweitert werden. Neu ins Angebot kommt Tunesien.
Die Botschaft ist klar: ETI will weiterhin in der Schweiz präsent sein. Wie nah das Unternehmen an Kundschaft und Vertriebspartnern bleibt, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen. Denn: Inwiefern es auch künftig Ansprechpersonen für die Reisebüros in der Schweiz gibt, lässt die Zentrale in ihrer Mitteilung offen.
Auf Nachfrage sagt ETI-Prokuristin Ulrike Runge: «Das Büro in Opfikon wird künftig weiter betrieben. Vielleicht nicht mehr so wie aktuell, aber der Sitz von Express Travel International ist nach wie vor dort in den Räumlichkeiten.» Das lässt durchaus Raum für Spekulationen.