Reiseanbieter

luethi_andre_20min-17033db1.jpg
André Lüthi ist im regelmässigen Austausch mit dem BAG und weiteren Stellen der Schweizer Spitzenpolitik. Bild: zVg

Einwurf Mit dem BAG kann man nicht «verhandeln» - aber konstruktiv diskutieren!

Von André Lüthi

André Lüthi, Präsident Globetrotter Group und Leiter Politik beim Schweizer Reise-Verband, gibt der Reisebranche seine Meinung dazu, was in Bundes-Bern geht und was nicht.

Liebe Kolleginnen und Kollegen

Als die Quarantäneliste mit 23 Ländern vor ca. zwei Wochen vom BAG wieder ins Leben gerufen wurde, ging ein verständlicher Aufschrei durch die Branche. Sofort hat der Schweizer Reise-Verband (SRV) interveniert. Im persönlichen Gespräch mit dem Departement von Bundesrat Alain Berset konnte aufgezeigt werden, dass diese Quarantäneliste nicht der Weg sein kann. Eine Woche später kam die erfreuliche Nachricht, dass man von der Liste absieht. Doch daran gekoppelt, in Anbetracht der epidemiologischen, ungewissen Lage, hat das BAG die PCR-Testpflicht im Ausland. Was besser ist als eine Quarantäne, aber eben für viele Reisende mit Ängsten und Problemen verbunden – dies führte fast zu einem Buchungsstillstand.

Nach Bekanntgabe des PCR-Test-Regimes wurden Stimmen laut, wie zum Beispiel «wieso hat man das zugelassen?» oder «habt ihr schlecht verhandelt mit dem BAG?» Wie bitte?

Liebe Alle, mit Bundesräten, mit dem BAG, mit dem SECO kann nicht „verhandelt“ werden! Aber man kann sehr konstruktiv diskutieren und starke Argumente für andere Lösungen einbringen. Die Aussage, wir hätten mit dem BAG nicht gut verhandelt, kann ich schlichtweg nicht nachvollziehen. Wir kämpfen mit einer der grössten Pandemien seit Menschengedenken und man hat das Gefühl, der SRV könne mit der obersten Gesundheitsbehörde verhandeln...

Beim Bundesrat und beim BAG kann man sensibilisieren, die Situation aufzeigen, mit guten, starken Argumenten andere Lösungen vorschlagen.

Entschieden wird ohne uns. Doch die Härtefallentscheide und die Quarantäneliste haben gezeigt, dass man auf uns hört, unsere Argumente ernst nimmt und mit einbezieht. Die Bundesräte wie die diversen Ämter waren und sind bereit zu einem konstruktiven Dialog und hatten immer ein offenes Ohr für uns. Andere Branchen beneiden uns darum. Was wir als Reisebranche schlussendlich auch von Bundesbern in den letzten zwei Jahren «bekommen und erreicht haben», ist nicht einfach selbstverständlich.

Geduld, starke Argumente, Vertrauen und der stetige respektvolle Dialog waren die Schlüssel.

Zurück zum aktuellen PCR-Test-Regime. Nach der Darlegung der Problematik für Reisende wie für die Branche beim Bundespräsidenten letzte Woche sind wir fast täglich mit dem BAG im Dialog, wie wir das PCR-Test-Regime in einen gangbareren Weg umwandeln können. Mit Lösungsvorschlägen, Argumenten, Facts und Vergleichen und mit Vergleichen mit dem Ausland. Und das BAG hört uns zu, fragt nach und erklärt uns aber auch seine Problematik und Konflikte. Wir werden auch dazu einen Weg finden, hoffe ich. Am Schluss liegt es nicht in unseren Händen.  Der nächste Termin ist am Freitag, der Bundesrat wird informieren.

Bleiben wir dran – aufgeben ist keine Option. Es ist schwierig für alle; aber wie sagte Silvester Stallone: «Life‘s not about how hard of a hit you can give…. it‘s about how many you can take, and still keep moving forward….»