Reiseanbieter

SRV-Wittwer.JPG
Bildergalerie
7 Bilder
Martin Wittwer (im Vordergrund) präsentiert sich - im Hintergrund der abtretende Präsident Max E. Katz, dazu SRV-Geschäftsführer Walter Kunz und Fachbereichsleiter Politik André Lüthi. Für weitere Bilder aufs Hauptbild klicken. Bild: JCR

Martin Wittwer ist neuer SRV-Präsident

Von Jean-Claude Raemy

Soeben ging die Generalversammlung des Schweizer Reise-Verbands (SRV) in Ras-al-Khaimah zu Ende. Martin Wittwer wurde wie erwartet zum neuen Präsidenten gewählt und im kommenden Jahr wird die SRV-GV in Spanien – in Sevilla – stattfinden, dazu wurde der scheidende Präsident Max E. Katz zum Ehrenpräsidenten ernannt. Travelnews hat die wichtigsten Punkte der GV zusammengetragen.

Die 94. Ordentliche Generalversammlung des Schweizer Reise-Verbands (SRV) ging soeben zu Ende - wobei natürlich die «GV-Reise» noch andauert und beispielsweise heute Nachmittag diverse spannende Workshops anstehen. Doch das amtliche GV-Geschäft, welches in diesem Jahr im Ballsaal «Jasmine» Double Tree by Hilton Resort & Spa Marjan Island im Emirat Ras-al-Khaimah durchgeführt wurde, ist durch.

Das Wichtigste vorweg:

Martin Wittwer, der frühere CEO von TUI Suisse, wurde zum neuen Präsidenten gewählt - mit sehr grosser Mehrheit und an einer Hand abzählbaren Gegenstimmen bzw. Enthaltungen. Die Findungskommission hatte ursprünglich vier Kandidaten zum Gespräch vorgeladen, aus denen zwei Kandidaturen hervorgingen, woraus der SRV-Vorstand letztlich eine zurückhielt - eben jene von Wittwer. Wortmeldungen gab es, trotz vereinzelt geäusserter Kritik im Vorfeld, im Rahmen der SRV-GV keine. Martin Wittwer erhielt Gelegenheit Zeit, sich kurz (aber in gewohnter Eloquenz) vorzustellen - und erwähnte, dass er 35 Jahre Tourismuserfahrung mit sich bringt, ein grosses Netzwerk in der Branche, in den Medien und in der Politik, somit also den «Maschinenraum des Tourismus» kennt. Ebenso verwies er darauf, dass er immerhin zwei Jahre Distanz seit seinem letzten offiziellen Branchen-Arbeitstag mitbringt, und heute unabhängig agieren kann. Darüber hinaus habe er Zeit, was ein SRV-Präsident eben auch brauche. Wittwer sprach von «Herzensangelegenheit», von «Lust auf Challenges» und der Lust daran, gemeinsam mit der Reisebranche aus der Krise zu finden. Ein Verband müsse auch einen Mehrwert bringen, und dafür wolle er sich einsetzen.

Der Austragungsort 2022 ist die spanische Hafenstadt Sevilla in Andalusien.

Präsentation Ras-al-Khaimah

Doch der Reihe nach. Iyad Rasbey (Executive Director, Ras al Khaimah Tourism Development Authority) konnte das nördlichste Emirat der V.A.E. eingangs kurz vorstellen. Seine kurzweilige Präsentation stellte in den Fokus, wie Ras-al-Khaimah seine natürlichen Vorzüge - vor allem die Berge, ein echtes USP in den V.A.E. - sowie die Kultur in den Vordergrund stellt. Er stellte auch das «Tourism Incentive & Economic Stimulus Package» vor, ein Programm, mittels welchem das Emirat zum einen die Konsequenzen der Pandemie abfedert und sich gleichzeitig auch als eigenständiges Tourismusziel innerhalb der Emirate positionieren will. Bereits im Mai 2020 wurden spezielle Summer Packages lanciert; sehr früh hatten über 50 Hotels bereits eine spezielle Covid-Zertifizierung erlangt, gefolgt von einer Winterkampagne und zwei weiteren Kampagnen, welche schon früh Resultate zeigten. So war Ras-al-Khaimah 2020 im Golfraum Marktführer beim durchschnittlichen Zimmerpreis und Verdienst (ADR & RevPAR) und konnte 90 Prozent der Tourismus-Mitarbeitenden im Emirat halten.

In den ersten 9 Monaten von 2021 konnten gute 713'045 Besucher empfangen werden; insgesamt werden die V.A.E. als einer der ersten «recovery markets» weltweit gehandelt. Weitere Ziele hatte Rasbey bereits im Rahmen einer Pressekonferenz in Zürich letzte Woche präsentiert; die bei Travelnews rapportierte Inhalte derselben lassen sich unter diesem Link nachlesen. Zum Abschlus bedankte sich Rasbey bei Max E. Katz für dessen Arbeit und Freundschaft.

Abschiedsworte des scheidenden Präsidenten Max E. Katz

Der scheidende Präsident Max E. Katz übergab dann zunächst dem Gastgeber eine Schokolade, und holte dann zu seiner letzten GV-Auftaktrede aus. Darin hielt er mit einem chronologischen Abriss und diversen Grafiken fest, wie schlimm die Lage der Reisebranche in den letzten Jahren war, doch konnte auch klarstellen, dass sich die Situation der Reisebranche – vor allem dank den Impfmöglichkeiten – zusehends besser wird. Speziell erwähnt wurde die letztlich sehr positive Bilanz der politischen Arbeit - unter anderem mit Treffen mit Bundesräten, darunter mit dem Gesundheitsminister Alain Berset, und dem Erhalt von angemessener finanzieller Unterstützung, wenngleich mit kantonalen Differenzen. «Auch wenn nicht alles perfekt war, so zählt doch das Resultat unter dem Strich», so Katz. Der Erfolg der Arbeit zeige sich unter anderem dadurch, «dass es bis dato praktisch keine Konkurse in unserer Branche zu verzeichnen gab – STA Travel und Reisecenter Plus waren corona-unabhängig», so Katz. Wobei die Abwicklung des Falls STA Travel noch zu einer kritischen Bemerkung gereichte... Zudem hielt Katz fest, dass die Reisebranche (in diesem Fall als Reiseveranstalter/Reisebüros/Reisevermittler definiert) insgesamt 276 Millionen Franken an Unterstützung erhielt; pro Firma so viel wie keine andere Branche (190'000 Franken!) und Rang 4 aller Branchen in der Schweiz.

Die Schweizer Reisebranche sei in Bern gemeinsam als Taskforce aufgetreten und habe so ihr ganzes Gewicht eingebracht. Ebenso hätten viele Branchenvertreter ihre persönlichen Kontakte in Bern und auf kantonaler Ebene genutzt. Dafür dankte Katz - doch wie diese Arbeit nun weitergehen wird, ist noch unklar. Ein «Politiker» wurde nicht zum neuen Präsidenten gewählt; der Fachverantwortliche Politik, André Lüthi, steht im kommenden Jahr zur Wiederwahl an. Die Frage ist hier, wie lange der 61-jährige Lüthi noch weitermachen will. Und ob aus dem «Projekt Gesamtverband» etwas wird, steht noch in den Sternen. Katz liess aber keine Zweifel daran, dass es weiterhin grosse Anstrengungen in Bern brauche, damit die Reisebranche angemessen unterstützt wird - wobei natürlich auch die einzelnen Unternehmen gefordert seien, Anpassungen vorzunehmen und damit die Unternehmen zukunftsfähig zu machen.

Katz liess auch weitere Grossereignisse seiner neun Jahre im SRV-Präsidialamt Revue passieren. Es gab nicht gerade wenige: Den Euro-Schock etwa, die Einführung der Distribution Cost Charge (DCC) «oder generell die Auseinandersetzung mit den Airlines», darunter auch diverse Groundings (Air Berlin oder Skywork), natürlich auch TO-Insolvenzen wie jene von Thomas Cook, die «Verschenkung» von Kuoni im Jahr 2015 (O-Ton Katz) und natürlich die kaum beeinflussbaren Makro-Probleme wie Overtourism, «Flugscham», Terrorangst und unvorhersehbare politische oder klimatische Ereignisse. «Aber es überwiegt das Erfreuliche», schloss Katz - und hob heraus, dass in seiner Amtszeit zwar 1314 Lehrabgänger ihre Ausbildung erfolgreich abschlossen, jedoch ein latenter Fachkräftemangel vorhanden ist und es deshalb wichtig sei, auch künftig junge Menschen für die Reisebranche zu begeistern. In seine Amtszeit fiel zudem die überfällige Umbenennung von «Schweizer Reisebüro-Verband» in «Schweizer Reise-Verband». Ebenso wäre es laut Katz schön, wenn die in seiner Amtszeit eingereichte «Motion Markwalder» endlich den «Dschungel von Bundesbern» verlässt und Gesetz wird. Als wichtigste Herausforderungen, welche die Agenda der Reisebranche in den kommenden Jahren dominieren wird, nannte Katz die Themen Politik, Digitalisierung, Fachkräftemangel und Klimawandel/Nachhaltigkeit. Bei letztem Punkt adressierte Katz die vereinzelt gehörte Kritik zum weit entfernten Austragungsort der GV, indem er sagte, die Reisebranche müsse wohl auch selber reisen können, ansonsten könne man «Gipfeli verkaufen» - und wies darauf hin, dass die Auslandreisen zur SRV-GV seit 2007 kompensiert werden.

Nach Abschluss dieser Ausführungen eröffnete Katz offiziell die 94. SRV-GV und ging zu den Traktanden über. 84 Stimmen gab es zu vergeben, das einfache Mehr lag somit bei 43 Stimmen.

Entlastungen und Bericht des Geschäftsführers

Das Protokoll der GV vom 26. November 2020 (online abgehalten) wurde ebenso genehmigt wie der Geschäftsbericht. Zur Jahresrechnung per 30. September 2021 (wie auch zu den übrigen Traktanden) hatte Travelnews im Vorfeld der GV bereits eingehend berichtet; unter dem Strich bleibt die Erkenntnis, dass das Jahresergebnis gegenüber dem Budget um fast 150'000 Franken verbessert werden konnte, jedoch weiterhin ein Verlust erfolgte. In der Bilanz resultierte somit eine Reduktion des Vereinsvermögens (die Rückstellungen für die Ausbildung bleiben aber unangetastet). Nachdem auch Revisor Daniel Ryser grünes Licht gab, wurden somit die Jahresrechnung akzeptiert und Vorstand sowie Geschäftsführer entlastet.

SRV-Geschäftsführer Walter Kunz ergriff daraufhin das Wort und liess das Corona-Jahr 2021 Revue passieren. «Eine der grössten Herausforderungen war die Koordination der Aktivitäten sowie der Informationsfluss zwischen all den Gremien: SRV-Vorstand, nationale Taskforce der Schweizer Reisebranche, kantonale Taskforces, sowie die diversen Treffen und die Korrespondenz mit einer Vielzahl von Parlamentariern, Bundesräten und Bundesämtern wie SECO, EDA und BAG», so Kunz. Es sei gelungen, einen permanenten Austausch etwa mit dem BAG (Bundesamt für Gesundheit) zu initialisieren, welcher weiterhin wöchentlich stattfindet. Weiter wurden Eingaben und Interventionen bei der
Volkswirtschaftsdirektorenkonferenz und der Finanzdirektorenkonferenz realisiert, um spezifische Branchenanliegen und Forderungen an die Politik heranzutragen - auch mit Hilfe der «zahlreichen und jahrelang aufgebauten Medienkontakte». Es gab einige Beispiele von Auftritten von SRV-Vorstandsmitgliedern in den Medien, welche auf die missliche Lage der Reisebranche aufmerksam machen konnten. Dazu Kunz: «Soll noch einer sagen, der SRV habe kein politisches Gehör in Bern!». Für den enormen Einsatz - zumal die Arbeitspensen in der Geschäftsstelle Corona-bedingt von 4,2 auf 2,9 Stellenprozente reduziert worden waren - dankte Kunz hierbei auch explizit seinem Team der Geschäftsstelle, welches einen verdienten Applaus erhielt.

Der SRV war überdies Teil der Initiative «Back in the Air», die unter der Schirmherrschaft der Swiss, der Flughäfen Genf und Zürich für
ein Zurück zur Reisefreiheit plädierte. Und trotz Krisenmodus wurde auch Zeit für Neues gefunden – etwa als «Presenting Partner» der virtuellen Ferienmesse «Land in Sicht» (bei welcher Travelnews Medienpartner war), womit Optimismus und Aufbruchstimmung vermittelt werden sollte. Einen Optimismus, den es laut Kunz auch für das bevorstehende Jahr braucht, welches immer noch reich an Herausforderungen sein wird - wie dies im Rahmen der SRV-Medienkonferenz deutlich gemacht worden war. Kunz liess es sich nicht nehmen, angesichts hie und da z.B. mittels Leserbriefen formulierter Kritik auch positive Rückmeldungen zuhanden des SRV zu zitieren.

André Lüthi zur politischen Arbeit des SRV

Mit Spannung wurde anschliessend der Speech von André Lüthi erwartet, der bekanntlich im Rahmen der SRV-GV immer für eine Überraschung gut ist. Dieses Mal nicht: Lüthi verzichtete auf spontane Einwürfe oder viele Bilder mit Bundesräten, sondern brachte seinen inzwischen bekannten Spruch «Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Schutzmauern, die anderen bauen Windmühlen» als einziges Slide. Er gab zu, dass man zunächst «überfordert» war, sich jedoch schnell gefunden habe. Dabei hielt er fest, wie sein Ressort Politik wegen Corona quasi über Nacht in den Fokus der SRV-Tätigkeiten gerückt sei, und an «berechtigte enorme Erwartungen und Forderungen seitens der Mitglieder» geknüpft war. Dass schnell auch Kritik kam, war für Lüthi nur zum Teil berechtigt: Man habe alles versucht und sich stark eingesetzt, und das Nervenkostüm in der Branche war verständlicherweise strapaziert, weshalb die Geduld fehlte und das Verständnis, dass die Prozesse in Bern Zeit brauchen. Immerhin wurde die Branchenstimmung nach den ersten Erfolgen im Spätsommer 2020 besser.

Lüthi liess die Tätigkeiten im Geschäftsbereich («den liest ja niemand») Revue passieren, von den ersten Treffen in Bern über den Rechtsstillstand, das Ringen um die Anerkennung als Härtefallbranche oder auch die Verpflichtung einer professionellen Lobbying-Agentur, bis hin zur Mitarbeit bei der Ausformulierung des Covid-Gesetzes. Lüthi schilderte, wie die Branche zusammenrückte, liess aber auch hier eine gewisse Betroffenheit über die vor allem zu Beginn oft formulierte Kritik am SRV durchscheinen. Dabei waren die Resultate durchaus gut: «Bund und Kantone haben mit den Auszahlungen der Härtefallentschädigungen vielen Betrieben in unserer Branche das Überleben ermöglicht und Arbeitsplätze gerettet», bilanzierte Lüthi, «und eigentlich wissen wir nicht, wie gut es uns vergleichsweise geht.» Sein Dank an die Politik in Bern führte zu einem Spontanapplaus - besonders erwähnte hierbei Lüthi anschliessend die gute Zusammenarbeit mit den Politiker/innen Regula Rytz, Mattea Meyer, Andreas Aebi und Lars Guggisberg.

Eigentlich hätte es das nicht gebraucht, doch Lüthi rechtfertigte auch seine hohe Medienpräsenz, welche «in diesem Fall wirklich immer im Interesse der Branche war.» Darüber hinaus dankte Lüthi den Anwesenden für die Geduld und hielt fest: «Nach Covid wird die Welt eine andere sein. Der Weg ist noch weit, aber ich sehe das Licht im Tunnel.» Jeder Betrieb müsse seine Hausaufgaben machen, denn die Hilfe des Staates finde verständlicherweise mal ein Ende, doch die Umsätze werden auch im 2022 noch nicht auf dem Niveau von 2019 sein. «Das Jahr 2022 wird also eine sehr grosse Herausforderung für unsere Branche – und die Arbeit in Bern geht für den SRV weiter», so Lüthi.

Lehrlingswesen, Flug und Umwelt

Ramona Stutz, in der SRV-Geschäftsstelle für Aus-/Weiterbildung zuständig, präsentierte danach den Fachbericht - Fachbereichsleiter Daniel Bauer konnte infolge Quarantäne nicht in Ras-al-Khaimah präsent sein. Dies wurde kurzweilig und unter anderem mit amüsanten (falschen) Antworten aus Lehrabschlussprüfungen getan. Dieses Jahr absolvierten demnach 113 (Vorjahr: 104) Kandidatinnen und Kandidaten das Qualifikationsverfahren. 45 Lernende haben den betrieblichen Teil mit dem sehr guten Notenschnitt von 5.0 oder höher abgeschlossen, insgesamt fünf Kandidaten haben den betrieblichen Abschluss nicht bestanden.

So weit, so gut. Doch der Lehrstart 2021 gibt Bedenken auf. Im Sommer haben insgesamt nur 38 Lernende ihre Lehre in der Branche Reisebüro gestartet. Der Lehrgang in der Deutschschweiz konnte dank einem grosszügigen finanziellen Ausgleich der drei grossen Betriebe DER Touristik, Hotelplan und TUI Suisse sowie dem Entgegenkommen der üK-Organisation (IST) durchgeführt werden (auch dafür gab es Spontanapplaus). Trotz grosser Anstrengung aller Beteiligten konnte in der Westschweiz für den Lehrstart 2021 leider kein Lehrgang angeboten werden; immerhin seien die Prognosen der geplanten Anzahl Lehrstellen für den Lehrstart 2022 in der Westschweiz positiv. Der SRV hofft, dass wieder mehr Lehrbetriebe im Jahr 2022 Lehrstellen anbieten werden, um damit einen wichtigen Beitrag in der Nachwuchsförderung zu leisten.

Weiterhin auf Kurs befinde man sich mit der - um ein Jahr verschobenen - Bildungsreform «Kaufleute 2023»: Für die Umsetzungsphase wurde bereits im Mai eine Kick-off Sitzung einer SRV Arbeitsgruppe zur Erarbeitung der neuen Umsetzungsinstrumente durchgeführt. Die Arbeitsgruppe setzt sich aus Berufsbildner der Sparten TO/Retail und Commercial zusammen. Fortlaufend finden Sitzungen und Austausche mit anderen Branchen, den Technologie-Anbietern, der Trägerschaft SKKAB und der üKOrganisation statt. Die Bildungsreform «Kaufleute 2023» werde den SRV auch im neu angelaufenen Geschäftsjahr beschäftigen, da es weiterhin um die Umsetzung der neuen Reform geht. Die Branche «Reisen» wird weiterhin in enger Zusammenarbeit mit den Vertretern der Branche sowie der üK-Organisation an der Umsetzung arbeiten.

Zum Bereich Flug zeigte Fachexperte Flug Christian Kiser (Director Flight Management, Hotelplan Suisse) einige interessante Tabellen zur Situation in der Flugbranche und deren - langsamer - Erholung, sowie auch den anhaltenden Auseinandersetzungen mit den GDS. Zu den «Pain Points» gehören weiterhin Insolvenzen - ohne Kundengeldabsicherung von Seiten der Airlines - und Verzögerungen bei Rückerstattungen, sowie aus Sicht der Reiseunternehmen auch die erhöhten Kosten im IT-Bereich für Anbindungen an die verschiedenen Kanäle, über welche Airlines ihren Content heute anbieten; ein GDS-Anschluss reicht längst nicht mehr. Die detaillierten Ausführungen lassen sich übrigens im Geschäftsbericht des SRV nachlesen.  

Schliesslich ging dann auch noch Fachleiter Umwelt Roland Schmid auf die spannenden Herausforderungen zwischen der Rückkehr zu einem wachsenden Reisegeschäft und dem Trend zur Nachhaltigkeit und dem «bewussteren Reisen» ein. Es sei Aufgabe des Reisevertriebs, den Kunden die Fakten zu präsentieren und den Verkauf von nachhaltigen Angeboten zu steigern, indem diese erkennbar gemacht werden und auch aktiv empfohlen werden. Auch hier empfiehlt sich die Lektüre des Geschäftsberichtes des SRV für weitere Details.

Festsetzung der Mitgliederbeiträge und Budget 2021/2022

Die Mitgliederbeiträge sollten nach Wunsch des SRV-Vorstands auf 80 Prozent des früheren Mitgliederbeitrags liegen - obwohl der Verband eigentlich das Geld gut gebrauchen könnte. Barbara Wohlfahrt (Reiserezept) ergriff daraufhin das Wort und erklärte, dass die Beiträge eigentlich wieder voll verrechnet sein sollten, weil der SRV eben auch Unterstützung brauche, als Dank für dessen geleistete Arbeit und weil viele Reisebüros - wie gesehen - bereits viel Unterstützung erhalten haben und somit die Absenkung der Beiträge nicht zwingend benötigen.

Für einen Beibehalt von 100 Prozent der Mitgliederbeiträge fanden sich - in einer seit lange nicht mehr gesehenen uneinheitlichen und durchaus auch knappen bzw. umstrittenen Abstimmung - insgesamt 46 Stimmen. Da das absolute Mehr bei 43 Stimmen lag, wurde also der Antrag gutgeheissen. Somit werden die Mitgliederbeiträge im kommenden Jahr also entgegen dem ursprünglichen Vorschlag des Vorstands wieder voll verrechnet, weshalb auch das Budget nochmals angepasst werden muss und etwas besser als vorgesehen ausfallen wird.

Kunz war nämlich während der Stimmenauszählung zum Antrag von Barbara Wohlfahrt bereits auf das Budget 2021/2022 eingegangen. Im Jahresergebnis 2021/2022 war demnach ein Verlust von 173'693 Franken budgetiert, welchen Kunz begründete (siehe auch nochmals hier). Nach der Annahme des Antrags von Barbara Wohlfahrt musste aber über die Annahme des somit nicht mehr richtigen Budgets nicht mehr befunden werden.

Ein Thema, das übrigens weiterhin adressiert werden muss, ist der Mitgliederschwund. Aus dem Geschäftsbericht geht hervor, dass per Ende September 2021 noch total 703 Aktiv- und Passivmitglieder beim SRV waren, womit sich der Mitgliederbestand seit 2019 (811 Mitglieder) - also über die Coronazeit hinweg - um 108 Mitglieder oder 15 Prozent reduziert hat. Das Gros der Rückgänge machen Filialschliessungen bei den Grossveranstaltern aus.

Es gab im vergangenen Jahr zwar auch Erfreuliches mit 25 Neuanmeldugen/Aufnahmen; dem gegenüber standen jedoch 54 Austritte/Abmeldungen. 24 davon gab es infolge von Schliessungen; ein Grossteil entfällt aber auch auf Austritte von Passivmitgliedern.

Verdankungen

Spürbare Auswirkungen auf die SRV-GV hatte dies nicht; die Teilnehmerzahl lag nur wenig unterhalb früherer Jahre und die Stimmung war generell gut. Die Abwesenden - es gab einige Nennenswerte darunter, auf die hier nicht eingegangen werden soll - waren somit wohl im Unrecht.

Zum Abschluss dankte Max E. Katz den Gastgebern und Sponsoren, sowie der Geschäftsstelle des SRV, deren vier Mitarbeiterinnen mit Blumensträussen geehrt wurden. Er dankte insbesondere auch André Lüthi für dessen grossen Einsatz, wofür dieser viel Applaus erhielt, und erinnerte daran, dass er der Reisebranche in diversen Funktionen (etwa Verwaltungsratsposten) erhalten bleibt. André Lüthi übernahm daraufhin das Wort und dankte dem - leider nicht anwesenden - früheren Fachleiter Flug Marcel Herter für dessen Verdienste. Herter wurde daraufhin per Akklamation auch gleich zum Ehrenmitglied ernannt.

Doch natürlich musste nach dessen neunjähriger Amtszeit der letzte und grösste Dank an Max E. Katz gehen. Lüthi betrauerte den Umstand, dass er Katz nicht zu einem Weitermachen bewegen konnte, doch bedankte sich letztlich mit sehr warmen Worten bei Katz und überreichte diesem einen Reisekoffer - mit einem Reisegutschein für acht Personen nach Wien inklusive Essen in Katz' Lieblings-Restaurant Steiles Eck. Katz konnte denn auch eine verdiente «Standing Ovation» entgegennehmen. Auch Stéphane Jayet ergriff noch das Wort und überreichte Geschenke; vor allem aber ernannte er Max E. Katz noch zum Ehrenpräsidenten, was per Akklamation gutgeheissen wurde. Und auch vom - ebenfalls scheidenden - Präsidenten des ÖRV, Josef Peterleithner, sowie von DRV-Präsident Norbert Fiebig gab es noch würdigende Worte und ein tolles Geschenk. Alles in allem ein wirklich würdiger Abschluss der neunjährigen Amtszeit von Max E. Katz.