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Ob man es mag oder nicht: Der Impfpass wird auf absehbare Zeit wohl ein wichtiges Reiseinstrument sein. Bild: AdobeStock

Der Impfpass wird immer mehr zum Feriengarant

Die EU - allen voran touristisch relevante Mitgliedsländer - will in Sachen Impfpass vorwärts machen. Inzwischen signalisiert auch Australien, dass ein solcher den Zutritt ins Land spätestens 2022 wieder öffnen könnte. Die Schweiz wird kaum aussen vor stehen können.

Während wir uns noch mit Quarantänelisten und PCR-Tests im Ausland herumschlagen, zeichnet sich immer deutlicher ab, dass die Corona-Impfung der Schlüssel für die künftige Reisefreiheit ist. Zwar gibt es unterschiedliche Impfungen, immer wieder neu auftretende Mutationen (aktuell gerade in New York City) und eine weiterhin vor allem in westlichen Ländern teils grosse Ablehnungshaltung gegenüber einer Impfung, doch die Signale sind deutlich: Geimpfte erhalten den Vorzug hinsichtlich Einreise-Erlaubnis. Travelnews hat darüber schon mehrfach berichtet und jene Länder zusammengetragen, welche jetzt schon Geimpften eine Bevorzugung gewähren - nachzulesen hier, hier und hier.

Inzwischen gibt es weitere News, sprich, die Liste der Länder, welche Geimpften jetzt oder bald Privilegien einräumen, wird abermals länger. So hat etwa Australien angekündigt, dass der Nachweis einer Covid-Impfung in einem zertifizierten Impfpass die Türen des aktuell verschlossenen Landes per 2022 wieder öffnen könnte. Dies hat der australische Premierminister Scott Morrison in einer Ansprache durchblicken lassen, in welcher er sagte, Touristen dürften ab 2022 wieder einreisen, jedoch nur Geimpfte. Dies ist zwar noch nicht Gesetz, aber es zeigt die Denkrichtung der Regierung, welche bislang eine «Zero Covid»-Politik betrieben und das Land touristisch isoliert hat. Zwar ist die Einreise nicht komplett verboten, aber es ist aktuell eine zwingende 14-tägige Quarantäne in einer designierten Institution nötig, was sich natürlich kaum jemand geben will.

Morrison liess dabei durchblicken, dass Airline beim Plan eines Impfpasses eng mit einbezogen werden. Vielleicht ist die Ankündigung der australischen Luftfahrtgesellschaft Qantas, ab Oktober 2021 wieder internationale Flüge aufnehmen zu wollen, in diesem Licht zu verstehen. Bis dann soll das am kommenden Montag anlaufende nationale Impfprogramm abgeschlossen sein, d.h. Australier sollten dann durchgeimpft sein. In umgekehrter Richtung, also für Einreisende, soll es dann auch so funktionieren, dass die Impfung für die Beförderung bzw. Einreiseerlaubnis vonnöten ist. Qantas selbst hat erklärt, dass ihre Passagiere inzwischen davon ausgehen bzw. es erwarten, dass Mitpassagiere geimpft sind - sprich, die Impfung ist auch essenziell für die Rückgewinnung des Vertrauens ins Fliegen.

Selbst Philippa Harrison, die Direktorin von Tourism Australia, spricht in diese Richtung: Ihr zufolge werden ab 2022 nicht einfach die Grenzen so wiedereröffnet wie früher, sondern die Leisure-Reise an gewisse Vorgaben gebunden sein wird.

Auch Europa macht Dampf

Nun ist das, was in Australien passiert, touristisch interessant, für die grosse Menge der Schweizer ist aber wichtiger, wie Ferien künftig innerhalb Europas aussehen. Und auch da ist klar, dass der Impfpass ein Schlüsselelement sein wird. Am soeben zu Ende gegangenen EU-Digitalgipfel wurde festgehalten, dass ein «digitaler EU-Impfpass» bis zum Sommer 2021 hin umgesetzt sein soll.

Explizit wurde auch erwähnt, dass dieser Impfpass Geimpften möglicherweise Vorteile - gerade auch beim Reisen - gewähren soll. Entschieden ist noch nichts und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte deutschen Medien zufolge auch, dass es nicht heisse, dass künftig nur reisen darf, wer einen Impfpass habe.

Genau darauf drängen aber wichtige EU-Ferienländer wie Griechenland, Zypern oder auch Österreich. Griechenland und Zypern haben bereits Vereinbarungen mit dem regionalen Nachbarn Israel über spezifische Zulassungen für Geimpfte getroffen. Zur Erinnerung: Einige EU-Staaten wie Polen, Rumänien oder Slowenien gewähren Geimpften schon jetzt Vorteile.

Die Diskussion wird sich nun wohl dahin verlagern, ob Vorteile für Geimpfte überhaupt zulässig sind, zumal noch nicht restlos geklärt ist, ob auch Geimpfte das Virus noch weitergeben können oder nicht. Ebenso dürfte die Schaffung einer Datenbank zur Registrierung der Impfungen auf EU-Ebene noch zu reden geben. Inwiefern die Schweiz da in Brüssel involviert ist, entzieht sich aktuell unserer Kenntnis.

(JCR)