Reiseanbieter

callcenter.jpg
Statt Reisebuchungen nehmen die Callcenter-Mitarbeitenden von Berge & Meer nun Impfanfragen entgegen und buchen diese ein. Bild: Adobe Stock

Reiseunternehmen mutiert zur Hotline von Impfzentren

Das deutsche Reiseunternehmen Berge & Meer hat sich einen Grossauftrag geangelt – vom Bundesland Rheinland-Pfalz als Impf-Hotline.

In den vergangenen Wochen haben wir uns bei Schweizer Reisebüros umgehört, wie sie während des Quasi-Reisestillstands doch noch beschäftigt bleiben und einige Franken Umsatz reinholen können. Die zahlreichen Antworten überraschten: Da werden Teppiche verkauft, das Büro als Eventlocation vermietet, Steuererklärungen ausgefüllt, geführte Spaziergänge und Airtrack-Matten angeboten, neuartige Gesichtsmasken erfunden oder ein Fernweh-Bier gebraut. Das sind interessante Ansätze, der immense Umsatzverlust lässt sich damit aber wohl kaum auffangen.

Nun taucht eine Möglichkeit aus Deutschland auf, die das Potenzial dafür hat. Der Direktvermarkter Berge & Meer hat nämlich einen grossen Auftrag vom Bundesland Rheinland-Pfalz erhalten, wie die «fvw» berichtet. Für sämtliche Impfzentren in Rheinland-Pfalz fungiert das Reiseunternehmen als Hotline für die telefonische Terminvergabe.

Dass Berge & Meer diesen Auftrag überhaupt erhielt, lief so: die Reisefirma aus Rengsdorf nördlich von Koblenz bot bei den Behörden zunächst ihre Hife dafür an, Infektionsketten nachzuverfolgen. Daraus ist nun ein anderer Auftrag geworden. Für alle 31 Impfzentren in Rheinland-Pfalz gibt es eine Hotline, um telefonisch Termine zu vereinbaren. Und die wird von Mitarbeitern von Berge & Meer betrieben.

Der Vertrag mit den Behörden gilt bis Ende Jahr, die Hotline wird von Montag bis Freitag von 7 bis 23 Uhr bedient. Nun gilt beim Callcenter von Berge & Meer wieder Vollbeschäftigung, auch einige Touroperator-Mitarbeiter konnten die Kurzarbeit beenden.

Das aktive Zugehen auf die Behörden, kann sich also durchaus lohnen. Das Beispiel könnte auch in der Schweiz Schule machen.

(GWA)