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Die Wandelhalle im Parlament in Bern: Das Ende der Lockerungen bringt auch eine Verringerung gewisser Hilfsleistungen mit sich. Bild: Parlamentsdienste 3003 Bern

Für viele Reisebüro-Inhaber endet KurzarbeitEasyjet kehrt zurück – AIDA ersucht um Hilfskredit

Die jüngsten Neuigkeiten zur Coronavirus-Krise: Diese Auswirkungen hat die Pandemie auf die Reisewelt.

Mit den Lockerungen entfällt teils auch Unterstützung

Am Mittwoch hat Bundesrat Guy Parmelin in einer Rede angekündigt, dass mit den Lockerungen der Coronavirus-bedingten Einschränkungen nun auch das Recht auf Kurzarbeit wieder etwas eingeschränkt wird. Konkret: Für Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung, mitarbeitende Ehegatten sowie für Lehrlinge erlischt der Anspruch auf Kurzarbeit per Ende Mai.

Das ist für viele Reisebüro-Inhaber, die selber aktiv im Unternehmen arbeiten, ein herber Schlag. Denn die Eröffnungsmöglichkeit von Reisebüros ist beileibe nicht gleichbedeutend damit, dass auch sofort wieder ertragswirksam gearbeitet werden kann. Bereits zuvor war auch schon eine bessere Kurzarbeits-Entschädigung abgeschmettert worden. Begründet wird der Entscheid primär mit den enormen Kosten, welche der Bund aktuell wegen der Kurzarbeit schweizweit zu tragen hat. Der Bundesrat will eine Überschuldung der ALV vermeiden. Die Kosten für Kurzarbeit im Corona-Jahr 2020 soll der Bund übernehmen, damit die Beiträge für die Arbeitslosenversicherung (ALV) nicht erhöht werden müssen. Der Bundesrat beantragt dafür einen Nachtragskredit von 14,2 Milliarden Franken.

Easyjet nimmt Flugbetrieb am 15. Juni wieder auf

Neben Inlandsverbindungen in Grossbritannien und Frankreich nimmt Easyjet ab dem 15. Juni auch eine geringe Anzahl internationaler Strecken wieder auf. Die ersten Flüge von und in die Schweiz werden von Genf nach Barcelona, Porto, Lissabon und Nizza durchgeführt. Die Airline will den Flugbetrieb kontinuierlich ausbauen, wenn die Kundennachfrage weiter steigt und die Reisebeschränkungen gelockert werden.

Die zusätzlichen Reinigungs- und Desinfektionsverfahren für Flugzeugkabinen ergänzen die bestehenden täglichen Flugzeugreinigungen. Jedes Flugzeug wird täglich einem Desinfektionsverfahren unterzogen, das mindestens 24 Stunden lang einen Oberflächenschutz vor Viren bietet. Alle Passagiere und die Besatzung sind verpflichtet, an Bord jederzeit Masken zu tragen. Es wird Passagieren ermöglicht, Abstandsregeln am Flughafen, an den Gates und beim Einsteigen in das Flugzeug einzuhalten.

AIDA ersucht um Hilfskredit

AIDA Cruises befindet sich derzeit in Verhandlungen, um das Unternehmen zu stabilisieren und auch Staatsgelder von Deutschland zu erhalten. Laut «Reise vor 9» soll sich das Hilfspaket auf bis zu 500 Millionen Euro belaufen; dafür müsse die Reederei ein Konzept vorlegen. Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe bestätigte Verhandlungen mit AIDA. Die AIDA-Schiffe liegen derzeit mit Notbesatzungen in unterschiedlichen Häfen fest.

Ansturm auf Naherholungsgebiete

Zu Beginn des verlängerten Auffahrtswochenendes ist der Stau am Gotthard ausgeblieben. Dafür gab es in mehreren Naherholungs- und Berggebieten der Deutschschweiz verstopfte und gesperrte Strassen. Im Kanton Glarus machte die Polizei die Zufahrt zum Klöntalersee dicht, weil schon am Mittag alle Parkplätze in der Ausflugsregion besetzt waren. Mehrere Parkplätze an Ausflugszielen wie der Seebodenalp, der Sattelegg oder um den Wägitalersee waren gegen Mittag bereits vollständig besetzt. Die Polizei in Luzern und Zürich musste mehrere Parks räumen, weil Dutzende von Personen die Abstandsregeln nicht einhielten.

Air France hat mit dem A380 abgeschlossen

Air France hat bereits vor einem halben Jahr angekündigt, dass der Airbus A380 ausgemustert wird. Im Februar 2020 wurde der erste davon ausgeflottet; mit den weiteren 10 sollte dies bis 2022 geschehen. Wegen der Coronavirus-Krise wird dies nun beschleunigt: Air France lässt wissen, dass die A380 gar nicht mehr in Verkehr gesetzt werden. Die sofortige Ausflottung bedeutet demnach einen Abschreiber in Höhe von rund 500 Millionen Euro. Künftig will Air France auf der Langstrecke auf Flugzeuge der Modelle Airbus A350 und Boeing 787 setzen.

G Adventures pausiert bis Ende Juli

Aufgrund der anhaltenden Pandemie hat G Adventures entschieden, alle Reisen mit Abreiseterminen bis einschliesslich 31. Juli 2020 auszusetzen. Ausserdem werden alle Abreisen der G Expedition bis einschliesslich 31. August 2020 ausgesetzt.

Um Reisenden mehr Sicherheit für eine Neubuchung bzw. Umbuchung unter Anrechnung ihres Reiseguthabens zu geben, bietet G Adventures die «Beruhigt Buchen» Regelung an. Sie gilt für alle Neubuchungen, die vor dem 30. Juni 2020 getätigt werden und lässt flexible Stornierungs- und Umbuchungsmöglichkeiten zu. Reisende, die Touren innerhalb dieser Zeit gebucht haben und vor dem 31. Dezember 2020 abreisen, können ihre Reise bis zu 14 Tage vor der Abreise stornieren und umbuchen. Reisen, die innerhalb dieser Zeit gebucht wurden und zwischen dem 1. Januar 2021 und dem 30. Juni 2021 abreisen, können 30 Tage vor der Abreise storniert und umgebucht werden.

Thai zählte im April 1140 Passagiere

Das Ausmass des Passagierrückgangs im Luftverkehr wird an dieser Zahl vielleicht deutlich: Im April führte Thai Airways, immerhin ein Major Player der globalen Luftfahrt, gerade mal 178 Flüge mit insgesamt 1140 Passagieren durch. Also weniger als 7 Passagiere pro Flug. Die Auslastung lag somit bei 5,6 Prozent, gegenüber 75,6 Prozent im April des Vorjahres. Interessant: Domestic-Flüge hatten teils 0,1 Prozent Auslastung, derweil einige der noch durchgeführten Flüge nach Europa immerhin auf fast 20 Prozent Auslastung kamen.

Erstmals seit zwei Monaten wieder über 100'000 Flüge

Der 20. Mai war der erste Tag seit dem 22. März 2020, an welchem innerhalb eines Tages weltweit wieder mehr als 100'000 Flugbewegungen registriert wurden. Dies geht aus einer Analyse von Flightradar hervor.

(JCR/GWA)