Reiseanbieter

Storno_Fotolia.jpg
Verhängen Länder Einreiseverbote gegen Reisende aus der Schweiz, zeigen sich die Reiseveranstalter bei Stornierungen kulant. Bild: Fotolia

Reiseanbieter zeigen sich bei Stornierungen kulant

Die Unsicherheit der Reisenden aufgrund der Corona-Pandemie hält weiterhin an. Travelnews hat sich bei diversen Schweizer Veranstaltern umgehört, wie sie mit Stornierungen umgehen.

Täglich steigt die Zahl der Infektionsfälle durch das Coronavirus rund um den Globus und einige Länder reagieren mit drastischen Massnahmen, um die weitere Ausbreitung zu verhindern. Ganz Italien wurde zum Sperrgebiet erklärt, die USA lassen Reisende aus Europa für mindestens 30 Tage nicht mehr Einreisen und auch Serbien hat die Grenzen für Schweizerinnen und Schweizer dicht gemacht. Gleichzeitig definiert das Bundesamt für Gesundheit (BAG) keine spezifischen vom Coronavirus gefährdete Gebiete mehr, weshalb das Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) auch keine Reisewarnungen für besonders betroffene Länder oder Gebiete mehr herausgibt.

Es ist absehbar, dass es aufgrund der aktuellen Entwicklungen zu Stornierungen von Kundenseite her kommt. Travelnews hat bei verschiedenen Schweizer Reiseveranstaltern nachgefragt, wie sie Annullierungen in Zeiten des Coronavirus handhaben. Italien ist in Europa das am stärksten betroffene Land. Sarah Weidmann, Geschäftsführerin Smeraldo Tours, zeigt sich kulant: «Die italienische Regierung hat das ganze Land bis und mit 3. April zum Sperrgebiet erklärt. Alle betroffenen Dossiers in diesem Zeitraum wurden von uns bereits kostenlos storniert. Alle Reisen zu einem späteren Zeitpunkt müssen wir day-by-day überprüfen und abwarten, bis wir genauere Informationen erhalten. Dort wo wir entgegenkommen können, machen wir das natürlich. Unser Ziel ist, dass die Kunden möglichst wenig Kosten tragen müssen.»

Bei Reisen in Länder, die Restriktionen gegen Reisende aus der Schweiz aufgelegt haben oder vom Coronavirus besonders betroffen sind, annulliert auch Hotelplan die Reisen zu Gunsten der Kunden. «Italien und Israel kann man bei uns kostenlos annullieren oder umbuchen in den nächsten 30 Tagen - rollend, jeden Tag verlängert sich vorerst die Frist. Ein Enddatum liegt noch nicht vor. Bei den USA sind die Abreisen der nächsten 30 Tage betroffen, diese Reisen können kostenlos annulliert oder umgebucht werden. Bei allen weiteren Reisen, etwa nach Spanien oder Frankreich, gelten die normalen Annullationsbedingungen.»

DER Touristik Suisse reagiert ähnlich: «Dort wo es de facto Einreisesperren gibt, gilt selbstverständlich, dass der Kunde kostenlos annullieren oder umbuchen kann. USA, Serbien, Kuwait… Italien ist ein anderer Fall, China auch, aber hier gibt es keine Flüge oder Bahnreisen und das Leben steht vor Ort still, dorthin ist es auch nicht praktikabel, die Reisen stattfinden zu lassen, da gibt es auch die kostenlose Annullationsmöglichkeit. Im Fall der USA hat DER Touristik entschieden, die Frist solange gelten zu lassen, wie die Einreisesperre verhängt ist», erklärt Markus Flick, Sprecher DER Touristik Suisse.

Wenn also Einreisesperren gegenüber der Schweiz verhängt werden oder das Land, das Kunden hätten bereisen wollen, still steht, können Reisende ihre geplante Ferien in der nahen Zukunft kostenfrei stornieren. Findet die Reise in eines der Länder zu einem späteren Zeitpunkt statt, gilt es abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Wochen entwickelt. Für alle anderen Länder, die von oben genannten Kriterien ausgenommen sind, hat der Kunde die Stornierungskosten gemäss den Allgemeinen Vertragsbedingungen selbst zu bezahlen.

(GWA/NWI)