Reiseanbieter

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Bei Travelboo soll die Reisebuchung, als Verbindung aus On- und Offline, wieder einfacher werden, wovon unabhängige Reisebüros profitieren sollen. Bild: TN

«Wir möchten unabhängigen Reisebüros mehr Digitalisierung ermöglichen»

Seit dem 5. März ist die neue Plattform travelboo.ch von Unternehmerin Nathalie Sassine (Webook.ch) online. Hier erklärt sie, was es damit auf sich hat.

Im letzten Sommer kündigte Travelnews das Baby bereits an: Beim Firmenjubiläum von Webook.ch enthüllte die umtriebige Geschäftsführerin Nathalie Sassine, dass sie an der Ausarbeitung einer neuen Plattform namens travelboo.ch sei. Diese ist seit gestern nun in der Beta-Version online und kann unter diesem Link angesehen werden.

Worum geht es? «TravelBoo ist das Uber der Schweizer Reisebranche», holt Sassine aus, «wir verbinden Endkunden mit Reisebüroprofis.» Konkret steigt ein Endkunde online bei travelboo.ch über den «Needfinder» ein. Man kann in einer schnellen und einfachen Online-Bedürfnisabfrage den Wunsch konkretisieren, entlang den üblichen Parametern wie Zeitraum, Ziel, Reisende und mehr (man kann auf Wunsch auch direkt eine Offertanfrage ohne den Needfinder starten). Am Ende der Anfrage wählen Kunden dann aus einem von bis zu drei Reisebüros, welche Travelboo anhand der Eingaben vorschlägt. Die Reisebüros sind an TravelBoo angeschlossen, aktuell sind es 12 an der Zahl, womit das im letzten Sommer formulierte Ziel von 10 angeschlossenen Reisebüros übertroffen wurde. Das Ziel lautet natürlich, möglichst viele unabhängige Reisebüros mit an Bord zu haben.

Das Reisebüro oder auch die Reisebüros - es steht dem Kunden offen, eine oder mehrere Offerten einzuholen - bearbeiten die Anfrage und kontaktieren den Kunden persönlich oder senden direkt eine Offerte. «Wir nutzen bestehende Infrastrukturen der Reisebüros und vernetzen Kunden somit mit Profis, an die sie sonst nicht gedacht hätten, weil sie nicht so bekannt sind wie Kuoni, Hotelplan oder TUI», führt Sassine aus. Der Einstiegsprozess wurde mit Reisebüros sowie Kundenfokusgruppen in einem langen Prozess und teils anhand von Workshops erarbeitet. Ein geografischer Parameter, also die Suche nach einem Reisebüro in der Nähe, ist theoretisch möglich, doch gebe es laut Sassine wenig Bedarf bzw. Anfragen für persönliche Kontakte: «Wir bieten persönlichen Service, aber das erfolgt heute in den seltensten Fällen noch Face-to-Face».

Aktuell befindet sich Travelboo wie erwähnt noch in einer Beta-Version. Mitte 2020 wird das Portal ausgebaut, der Kunde erhält dann ein Reisecockpit mit seinen Anfragen und Buchungen drin. «Gleichzeitig wird es ein digitales Back Office für Reisebüros geben mit Online-Offerte, Projektmanagement-Tool und mehr», ergänzt Sassine, «diese Features werden nach und nach bis Ende Jahr hinzukommen. Des Weiteren sollen in Zukunft Anbindungen zu Buchungs- und Buchhaltungssystemen eingerichtet werden.»

So sind Reisebüros dabei

Aktuell findet eine zweite Investorenrunde statt und es wird auch nach weiteren Partnern gesucht, womit etwa Website-Partner aus den Bereichen Mietwagen, Hotellerie und dergleichen gemeint sind. Nicht in jedem Fall ist eine detaillierte Offerte notwendig. Die erwähnten aktuell 12 angeschlossenen Reisebüros sind übrigens als «Innovationspartner» gratis dabei; für weitere teilnehmende Reisebüros wird es Abo-Möglichkeiten geben, je nach Leistungsumfang gegliedert in «Economy», «Business» oder «First». Das tiefste Einstiegsabo kostet 69 Franken pro Monat für bis zu drei Mitarbeitende, was mit den Anbindungen zu den diversen Systemen dann recht günstig ist. Darüber hinaus wird dann aber auch eine minime Umsatzbeteiligung gefordert, wobei Sassine versichert: «Wir wissen, dass wir das Geld nicht primär bei den Reisebüropartnern holen können.» Deshalb sei man eben auf der Suche nach weiteren Investoren. Da ist Sassine guter Dinge: «Was wir bieten, ist gut skalierbar und das ‹next big thing›. Reisebuchung im Internet macht keinen Spass mehr; wir bieten einen einfachen Online-Einstieg mit sofortiger Offline-Bearbeitung der Anfrage durch Profis.»

Quintessenz sei es, «den unabhängigen Reisebüros einen gewissen Grad an Digitalisierung zu ermöglichen, welchen sie aus eigener Kraft nicht schaffen können, etwa aus finanziellen Gründen», schliesst Sassine. Der Start ist gelungen: Erste Anfragen kamen bereits am Tag der Online-Schaltung herein. Wer interessiert ist, als Reisebüro bei Travelboo dabei zu sein, kann unter diesem Link weitere Informationen hereinholen. Erklärungen bietet sonst auch das nachfolgende Video:

(JCR)