Reiseanbieter

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Obwohl es Vorteile hat, Leistungen in Lokalwährung einzukaufen, spielt die Währungsmarktentwicklung eine entscheidende Rolle. Bild: Keegan Houser

Expert So lassen sich Währungsrisiken im internationalen Tourismus effektiv minimieren

Von Beat Merkli

Reiseanbieter sind vielfältigen Währungsrisiken ausgesetzt. Mit einer individuell zugeschnittenen Strategie zur Risikominimierung sowie mittels Zugangs über ein Partnernetzwerk können sie sich gegen mögliche Gefahren absichern und trotzdem flexibel bleiben.

Transport und Tourismus gehören zu den grössten Branchen der Weltwirtschaft. Tourismusunternehmer stehen durch die kontinuierliche Entwicklung ihrer Branche jedoch auch vor vielen Herausforderungen und haben mit Komplikationen zu kämpfen. Viele Firmen, insbesondere kleine und mittelständische Betriebe, haben oft keine effektive Lösung, um internationale Zahlungen kosteneffizient zu bearbeiten und Währungsrisiken zu minimieren.

Über Partnernetzwerk von Vorteilen profitieren

In der Schweiz gibt die Swiss Travel Association (STAR) ihren 300 Mitgliedern durch ihre jüngste Partnerschaft mit Western Union Business Solutions (WUBS) die Möglichkeit, sich mit individuell zugeschnittenen Strategien gegen die vielfältigen Währungsrisiken abzusichern. Zahlreiche Schweizer Reiseanbieter profitieren so von einer vorteilhaften Lösung, den Risikofaktor bei Zahlungen in exotischen Währungen durchgängig gering zu halten und dennoch flexibel zu sein.  Auch kleine Reisebüros haben so die Option, ihr Angebot auf exotische Destinationen auszuweiten – ohne sich zu grosse Gedanken über die Währungsabsicherung machen zu müssen. Letztendlich kommen diese Vorteile für die Reiseveranstalter dem Endkonsumenten zugute.

Zahlung in Schweizer Franken verteuert das Reisen

Eine denkbar einfache Möglichkeit, sich vor den Gefahren zu schützen, ist es, ausschliesslich in Schweizer Franken zu bezahlen. Damit ist man den Währungsschwankungen zwar selbst nicht mehr ausgesetzt, man wälzt das Risiko jedoch auf die Lieferanten ab. Diesen Risikotransfer lassen sich Tourismusunternehmer in den Reiseländern oft teuer bezahlen. Die Schweizer Anbieter wiederum lassen diesen Aufpreis für gewöhnlich in ihren (Franken-)Preis einfliessen. Reisen werden dadurch teurer und die Mitbewerber gestärkt.

Die Herausforderungen für Reiseveranstalter sind vielfältig: Naturkatastrophen, eine schwer prognostizierbare Buchungslage und die politische Situation in einigen Reiseländern sind nur einige Beispiele. Sie stellen sich daher die Frage: Wie manage ich Währungsrisiken und bin gleichzeitig als Unternehmer in der Lage, auf Marktveränderungen zu reagieren? Denn gerade die Tatsache, dass Preise über einen längeren Zeitraum gültig sein sollen, bereitet vielen Reiseunternehmen Kopfzerbrechen.

Obwohl es Vorteile hat, Leistungen in Lokalwährung einzukaufen, spielt die Währungsmarktentwicklung eine entscheidende Rolle. Einerseits kann die Abwertung einer Währung das Aus eines strategischen Marktes für einen Reiseveranstalter bedeuten. Andererseits kann sie aber auch eine Chance sein, Gewinne zu optimieren. Um eigene Kunden und sich selbst vor unliebsamen Überraschungen bezüglich des Reisepreises zu schützen, muss eine richtige Strategie beziehungsweise ein passendes Produkt gefunden werden.

Verschiedene Möglichkeiten der Risikominimierung

Es gibt unterschiedliche Lösungen, um sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen und gegen unerwünschte Marktbewegungen und Währungsrisiken zu schützen. Devisentermingeschäfte, Devisenoptionen und strukturierte Optionen können zur Absicherung gegen volatile Märkte eingesetzt werden.

Für Reiseunternehmen bieten sich vor allem strukturierte Optionslösungen an. Diese ermöglichen es den Unternehmen, auf etwaige Marktveränderungen zu reagieren und in jedem Marktumfeld konkurrenzfähig zu bleiben. Sie bieten eine vollständige Absicherung der geplanten oder erwarteten Reisen, gepaart mit einem hohen Mass an Flexibilität. Devisentermingeschäfte werden in der Regel verwendet, um sich gegen Fremdwährungsschwankungen zu sichern und Katalogpreise zu garantieren. Die Flexibilität fehlt jedoch. Was tun, wenn die Buchungen ausbleiben, die politische Situation im Reiseland sich gravierend verändert oder die Währung um mehr als sieben Prozent schwankt? Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, eine Absicherungsstrategie auf die jeweiligen Anforderungen des Unternehmens zuzuschneiden, sowie mehrere Produkte, die für ein individuelles Risikomanagement kombiniert werden können.

Der richtige Zeitpunkt, eine Absicherung umzusetzen, ist ebenfalls ein essentieller Teil des Risikomanagements. Auch hier gilt, dass der richtige Zeitpunkt sehr stark vom Unternehmen selbst abhängt. Wann müssen Kataloge gedruckt werden, was erwartet der Konsument und wie verhalten sich die Mitbewerber?

Es müssen viele Faktoren berücksichtigt werden, um Währungsrisiken effektiv zu minimieren. Eines darf man jedoch nie vergessen: Eine sichere und flexible Kalkulation bedeutet am Ende nicht nur einen zufriedenen Kunden, sondern auch einen zufriedenen Reiseveranstalter.