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Thomas Cook bereitet weiterhin Kopfzerbrechen

Auch über die Thomas Cook Service AG ist inzwischen ein Insolvenzverfahren eröffnet worden. Derweil staut sich der Ärger über das Fehlen einer «Schweizer Lösung» bei den Reisebüros auf.

Letzte Woche war es, wie eigentlich erwartet, soweit: Am 7. Oktober wurde offiziell auch bei der Thomas Cook Service AG in Pfäffikon SZ ein Insolvenzverfahren eröffnet, mit Rechtswirksamkeit per 8. Oktober. Für heute (14. Oktober) ist eine letzte Information seitens des Schweizer Ablegers der Thomas Cook an die Öffentlichkeit geplant.

Von diesem weiteren Konkurs im Thomas-Cook-Konzern sind insgesamt 17 Personen betroffen; dem Team von Rita Murtezi, dem «Schweizer Gesicht» von Thomas Cook, gehörten zuletzt noch sechs Personen an. Allesamt sind aktuell nicht mehr in den Büros in Pfäffikon, wo der operative Betrieb eingestellt wurde, und harren nun der weiteren Dinge, wobei ihnen Rita Murtezi aktiv zur Seite steht. Zur Abwicklung des Konkursverfahrens hat das Konkursamt Höfe die Anwaltskanzlei Baur Hürlimann AG aus Zürich beigezogen.

WICHTIG: Die Infos auf der Website von Thomas Cook International gelten auch für die Thomas Cook Service AG und sind über diesen Link zu finden.

Unmut der Reisebüros wächst

Während sich die Mitarbeitenden von Thomas Cook in der Schweiz nach neuen Jobs umsehen müssen, haben die Reisebüros alle Hände voll zu tun. Besonders störend sind zwei Aspekte: Zum einen, dass trotz Sicherungsschein auch die vermeintlich abgesicherten Pauschalreisen möglicherweise nicht erstattet werden können, weil die zur Verfügung stehende Versicherungssumme wie längst bekannt ist niemals ausreichen wird, um alle Ansprüche zu decken. Das schafft Erklärungsbedarf. Und zum anderen, weil auch die Erstattung der eigenen Schäden des Reisebüros, welche über die Insolvenzverwaltung beantragt werden müssen, kaum Aussicht auf Erfolg hat.

Der SRV hatte sich, leider erfolglos, um eine «Schweizer Sonderlösung» bemüht. Kurzfristig gab es noch einen separaten Vorstoss von Rita Murtezi: Sie hatte vorgeschlagen, dass das Team des Service Center in Pfäffikon mit einem befristeten Vertrag der Zürich Versicherung die Schadensabwicklung vornehmen könnte. «Auf diese Weise wäre das Abwicklungspersonal keine Drittpartei mehr und wir sahen darin eine pragmatische win-win Lösung - wir haben sogar den CEO der Zürich Versicherung Schweiz um seine aktive Unterstützung gebeten», erklärt sie in Sozialen Medien. Trotz allen Anstrengungen wurde die Bitte aber abgeschmettert. Sprich: Die Zürich Versicherung sieht kaum speziellen Handlungsbedarf für die Schweiz.

Ob damit das letzte Wort in Sachen Schweizer Lösung gesagt ist, ist noch unklar. Klar ist jedenfalls, dass die Schweizer Reisebüros auch noch in den kommenden Wochen und Monaten am Fall Thomas Cook zu kauen haben. Immerhin gibt es diverse Initiativen von Mitbewerbern von Thomas Cook, welche zur Lösung der Probleme etwas beitragen.

(JCR)