Reiseanbieter

roemer_stephan4.jpg
Regstriert derzeit Zuwächse Richtung Ostasien und die Philippinen: Tourasia-Chef Stephan Roemer. Bild: HO

Stephan Roemer: «Wir liegen noch acht Prozent im Rückstand»

Tourasia-Chef Stephan Roemer äussert sich im Interview zur aktuellen Buchungssituation und beurteilt die touristische Entwicklung der Philippinen.

Am Rande eines Kundenabends für Philippinen-Interessierte gewährte Tourasia-Chef Stephan Roemer Einblick in die aktuellen Buchungszahlen und äusserte sich zu den Trendzielen.

Herr Roemer, wie schaut die Buchungssituation für den Winter 2019/2020 aktuell aus?

Stephan Roemer: Wir sind im Moment noch acht Prozent im Rückstand verglichen mit dem Vorjahr. Ich bin aber überzeugt, dass wir die Vorjahreszahlen noch erreichen können. Das Interesse an Asien-Reisen ist gross, es gehen derzeit zahlreiche Anfragen ein, aber beim Buchungsstand liegen wir noch zurück.

In welchen Ländern?

Es sind vor allem die beiden Volumenländer Thailand und Indonesien. Beide liegen zurück und können mit den starken Steigerungen in Ostasien noch nicht kompensiert werden. Auch Sri Lanka liegt noch zurück um rund 50 Prozent.

Welche asiatischen Länder verzeichnen eine besonders grosse Nachfrage?

Das ist ganz Ost-Asien, namentlich Japan, Korea und Taiwan. Hier verzeichnen wir eine sehr starke Nachfrage, bei den Philippinen ebenso. Ein Land, das im Aufschwung ist, ist Myanmar. Hier hatten wir die letzten zwei Jahre eine schwache Buchungssituation, nicht zuletzt wegen der Rohingya-Situation. Aber nun zieht die Nachfrage wieder deutlich an.

Kriegen Myanmar-Besucher die Rohingya-Krise nicht mit?

Nein. Die betroffene Region liegt isoliert an der Westküste des Landes, in Bengalen, der Tourist sieht das nicht. Und die Sicherheit in Myanmar ist ohnehin gegeben. Aber natürlich würden wir eine friedliche Lösung des Konflikts begrüssen.

«Die Philippinen haben keine Infrastruktur, wie man sie aus entwickelten Ländern wie Thailand kennt»

Sie haben auch die Philippinen genannt als derzeit gut nachgefragtes Reiseziel. Wie stark steigt hier die Nachfrage an?

Hier liegen wir aktuell 40 Prozent im Plus. Aber klar, wir sprechen hier auch von tieferen Zahlen.

An was hat es den Philippinen bisher gefehlt, um mit Ländern wie Thailand oder Indonesien mithalten zu können, was die touristischen Zahlen betrifft?

Die Philippinen haben keine Infrastruktur, wie sie man aus entwickelten Ländern wie Thailand kennt. Entsprechend kann auf den Philippinen kein Massentourismus wachsen. Eine kleine Ausnahme ist Boracay. Wobei da nun auch ein kontrollierter Tourismus stattfindet. Nur noch eine bestimmte Anzahl an Touristen wird täglich auf die Insel zugelassen.

Wird auf den Philippinen am Ausbau der Infrastruktur etwas gemacht?

Punktuell ja, vor allem in Cebu. Hier wurde im Februar der neue internationale Flughafen eröffnet, der Öko-Flughafen, wirklich ein wunderschöner Flughafen, der nun als Drehscheibe für den Tourismus dienen soll. Künftig wird der touristische Verkehr vor allem nach Cebu geleitet und von da aus verteilt.

(TN)