Reiseanbieter

beach-2777384_1920.jpg
Sieht doch ganz nett aus - ist aber noch weitgehend unbekannt: Ein Strand bei Varna an der bulgarischen Schwarzmeerküste. Bild: grant2jim

Balkan Holidays will mehr Fremdvertrieb

2020 werden definitiv auch Reisen nach Kroatien und Montenegro aufgelegt.

Die Chartersaison 2019 für Bulgarien ist gelaufen. Zwischen dem 25. Juni und dem 20. August flog die konzerneigene BH Air wieder für den Reiseveranstalter Balkan Holidays zwischen Zürich und der bulgarischen Ferienstadt Varna am Schwarzen Meer. Pavle Pavlovic, Geschäftsführer von Balkan Holidays Schweiz (Bild rechts), gibt zwar dazu keine präzisen Zahlen bekannt, hält jedoch fest: «Ich war eigentlich überrascht, wie gut der Flug lief, vor allem auch wegen dem ungünstigen Flugtag Dienstag – jedoch sind die Zahlen noch nicht da, wo wir sie haben wollen.» Gegenüber den Vorsaisons habe sich die Nachfrage verfünffacht – aber Potenzial sei durchaus noch vorhanden.

Von Vorteil war, dass die Flüge von BH Air in den Portalen wie Kayak, Opodo oder Edreams Odigeo gut vertreten waren. Allerdings erhielt Balkan Holidays, und damit auch BH Air, aus dem B2B keinerlei Unterstützung. Und genau dort will Pavlovic ansetzen: «Wir werden 2020 sicher wieder fliegen, wobei Details wie Flugtag und Flugzeiten noch ausstehen. Ich werde Kontakt suchen zum Schweizer Vertrieb.»

Ihm ist bewusst, dass Bulgarien noch weitgehend unbekannt ist aber durchaus seinen Reiz hat. Um die gesamte Nachfrage anzukurbeln und etwas mehr Aufmerksamkeit zu erhalten, will er im kommenden Jahr aber definitiv auch ein Programm für Kroatien und Montenegro auflegen. In Kroatien gibt es genügend Hotelkapazitäten und auch das Angebot an privaten Betten ist in den letzten Jahren massiv gewachsen. Aufgrund seiner Kenntnisse etwa als früherer Chef von Adria365 wird es Pavlovic ein Leichtes sein, ein solches Programm auf die Beine zu stellen.

Noch viel Luft nach oben in Bulgarien

Es sei jedoch klar, dass das Interesse der Eigentümer von Balkan Holidays primär dem Ausbau von Ferienangeboten in Bulgarien gilt. Allerdings müsste dafür wohl auch mal das bulgarische Fremdenverkehrsamt etwas aktiv werden. Pavlovic weiss um die Vermarktungsproblematik, will sich aber ins Zeug legen, denn er ist von Bulgarien als Feriendestination persönlich überzeugt. In diesem Zusammenhang hält er übrigens fest, dass die kürzlich gegründete und bereits für FTI Schweiz aktive bulgarische Airline Holiday Europe nichts mit Balkan Holidays zu tun habe. Er werde die dortige Entwicklung aber sicher verfolgen.

Grundsätzlich ist es wohl nicht schlecht, wenn eine solche Airline nun mehr touristischen Traffic nach Bulgarien generiert (wobei viel Geschäft, wie bei FTI, ACMI-Deals sind, bei denen gar keine Passagiere nach Bulgarien geflogen werden). Denn während Kroatien im vergangenen Jahr gegen 300'000 Schweizer Schweizer anlockte, sieht es bei Bulgarien ganz anders aus. Offizielle Tourismuszahlen gibt es nicht. Es ist aufgrund von Flugbewegungen mit rund 25'000 Besuchern aus der Schweiz zu rechnen, wobei da Ethnic Traffic und Besuche von Sportereignissen mit eingezählt sind. Der effektive Leisure-Markt dürfte eher gegen 3000 Personen umfassen. Da ist noch Luft nach oben. Ein Potenzial, welches Balkan Holidays in den kommenden Jahren viel besser abschöpfen will.

(JCR)