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Die Thomas-Cook-Zentrale im deutschen Oberursel: Der türkische Investor hat sich den tiefen Aktienkurs zunutze gemacht, um bei Thomas Cook plc aufzustocken. Bild: Thomas Cook GmbH

Thomas Cook: Höhenflug der Aktie dank türkischem Einfluss

Nachdem der Gründer der in Antalya basierten Anex Tour bislang 8 Prozent von Thomas Cook übernommen hat, legt die Aktie des Tourismus-Riesen mächtig zu.

Kurz vor dem 1. August machte die News die Runde, wonach Neşet Koçkar (47), der Gründer und Inhaber der in Antalya (Türkei) angesiedelten Anex Tourism Group, seinen Aktienanteil beim krisengeschüttelten britischen Tourismuskonzern Thomas Cook plc aufstockt. Mit inzwischen knapp über 8 Prozent Aktienanteil ist Koçkar inzwischen Grossaktionär. Vor allem aber hat er investiert, während zahlreiche Experten davon abrieten, bei Thomas Cook Aktien zu kaufen, und hat sich wohl den tiefen Aktienkurs zunutze gemacht.

In den zwei Tagen seit der Ankündigung ist der Aktienkurs inzwischen um mehr als 50 Prozent gestiegen. Erst vor wenigen Wochen hatte Thomas Cook mit einer massiven Geldspritze des chinesischen Grossaktionärs Fosun für etwas Ruhe gesorgt. Im Rahmen dieser Transaktion soll Fosun zum Mehrheitsaktionär aufsteigen.

Anex Tour bzw. Koçkar selber haben sich zum Investment noch nicht geäussert. Anex Tour, vor 22 Jahren gegründet, ist aber ein grosser Player in der Tourismuswelt. Unter dieser Marke betreibt das Unternehmen Geschäfte in Russland (318 Büros!), der Ukraine und in Deutschland, sowie unter der Marke Orex Travel in der Tschechischen Republik, der Slowakei und in Polen. Darüber hinaus besitzt das Unternehmen die in Russland, der Ukraine und in Deutschland aktive Azur Air, welche über 26 Boeing-Flugzeuge verfügt und zu welcher auch die Brokergesellschaft Azex, die Privat-Lufttransportgesellschaft Ado Aviation und das Wartungsunternehmen Azur Aviation gehören. Der Reiseveranstalter verzeichnet jährlich rund 3 Millionen Kunden.

Zu Thomas Cook gehören unter anderen der Ferienflieger Condor sowie Teile des ehemaligen Handels- und Touristikkonzerns Arcandor.

(JCR)