Reiseanbieter

thomascook3.jpg
Die Gespräche über den Verkauf des Reisegeschäfts der Thomas Cook Group sind weit fortgeschritten. Bild: TC

Chinesische Rettung für Thomas Cook

Der chinesische Konzern Fosun legt 750 Millionen Pfund auf den Tisch, um Europas zweitgrössten Reiseveranstalter Thomas Cook zu übernehmen.

Auf umgerechnet 928 Millionen Franken beläuft sich die Geldspritze, die Reiseveranstalter Thomas Cook von der chinesischen Fosun erhalten soll. Die Gespräche über das Investment seien weit fortgeschritten, gibt die Thomas Cook Group heute bekannt.

Der Geldzufluss des bisherigen 18-Prozent-Minderheitsaktionärs Fosun soll Thomas Cook über die Wintersaison 2019/2020 hinweg retten und auch das künftige Geschäft sicherstellen.

Vorgesehen ist, dass Fosun die Mehrheit an Europas zweigrösstem Reiseveranstalter übernimmt, zudem einen Minderheitsanteil am Airline-Geschäft. Fosun ist das grösste private Konglomerat Chinas. Die Gruppe mit Hauptsitz in Shanghai ist an Versicherungen, Industriebetrieben und Tourismusfirmen beteiligt.

Mit dem vorgesehenen Einstieg der Chinesen sind nun auch die Verhandlungen über das geplante Abstossen der Airline-Sparte vorübergehend sistiert.

Neben der chinesischen Geldspritze soll ein Teil der Schulden auch in Eigenkapital gewandelt werden, wie die Fosun Group mitteilt. Damit dürften die Anteile der Aktionäre aber deutlich verwässert werden. Für die Aktien zeichnete sich am Freitagmorgen jedenfalls schon mal ein deutlicher Kursverlust ab.

Fankhauser: «Dieses Szenario nicht angestrebt»

Nachdem Thomas Cook bereits im Februar einen ersten Hilfeschrei von sich gab und einen Quartalsverlust von 68 Millionen Franken mitteilen musste, haben sich die Rahmenbedingungen im Badeferien-Geschäft nicht verbessert. «Der europäische Reisemarkt ist in diesem Jahr noch wettbewerbsintensiver geworden», stellt der Schweizer CEO der Thomas Cook Group, Peter Fankhauser, fest. Dies zwinge Thomas Cook dazu, neue Lösungen im Airline- und Touroperating-Geschäft anzustreben.

Und weiter sagt Fankhauser: «Diese Szenario haben wir für unsere Aktionäre nicht angestrebt. Der vorliegende Vorschlag ist aber pragmatisch und bietet Thomas Cook die Sicherstellung des künftigen Geschäfts und Sicherheit für unsere Kunden, Lieferanten und Mitarbeitende.»

Aktuell liegen die Buchungen bei der Thomas Cook Group 9 Prozent im Minus, die Airline-Buchungen 3 Prozent im Minus. Der intensive Wettbewerb habe in diesem Jahr zusätzlich auf die Margen gedrückt, heisst es in der Thomas-Cook-Mitteilung, zudem sei das Konsumverhalten, insbesondere in Grossbritannien, derzeit unsicher.

(GWA)