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TUI hatte im vergangenen Halbjahr mit Überkapazitäten auf Spanien, dem Flugverbot der Boeing 737 Max und weiteren Problemen zu kämpfen. Bild: Hauptverwaltung Hannover, TUI.

Grounding der Boeing 737 Max macht TUI zu schaffen

Die Boeing 737 Max trieb den Reisekonzern im vergangenen Halbjahr vermehrt in die roten Zahlen. Wird bis Ende Mai keine Starterlaubnis erteilt, muss TUI die teuren Ersatzmassnahmen wie Leasingverträge für andere Flugzeuge definitiv verlängern.

Der Reiseveranstalter TUI legt die Halbjahreszahlen am Mittwoch in Hannover vor: Die vergangenen Monate waren erwartungsgemäss nicht leicht für den Konzern. Obschon der Umsatz im laufenden Geschäftsjahr bis Ende März 2019 auf 6,68 Milliarden Euro (plus 2 Prozent) stieg, stieg gleichzeitig auch der zu dieser Zeit branchenübliche Verlust um rund einen Fünftel auf 341 Millionen Euro.

Nicht zuletzt wegen des Groundings der Boeing 737 Max. Und das bislang anhaltende Startverbot für das Pannen-Flugzeug dürfte TUI auch weiterhin beschäftigen: Wenn im Laufe des Monats Mai nicht hinreichend sicher wird, dass der Flugbetrieb mit 737 MAX Maschinen bis zu diesem Zeitpunkt aufgenommen werden kann, wird die TUI die Ersatzmassnahmen zur Sicherstellung des Flugbetriebs bis zum Ende der Sommersaison vollständig verlängern müssen. TUI-Chef Fritz Joussen rechnet beim operativen Gewinn bis Ende März 2019 mit einem Einbruch von bis zu 26 Prozent.

Die Buchungen für Sommer liegen unter Vorjahr

Überkapazitäten nach Spanien, insbesondere den Kanaren, und dadurch niedrigere Margen wirkten sich ebenfalls auf Umsatz und Ergebnis im ersten Halbjahr aus, während die sehr positive Buchungslage für die Türkei und das östliche Mittelmeer erst im zweiten Halbjahr zu sehen sein werde, da die Länder dieser Region im Wesentlichen Sommerziele seien.

Die Buchungen für den Sommer liegen Stand 5. Mai 2019 mit -3 Prozent unter dem Vorjahr. Dafür weisen die Durchschnittspreise ein Plus von einem Prozent auf. TUI rechnet beim bereinigten EBITA für das Gesamtjahr aktuell mit ungefähr -17 Prozent gegenüber dem bereinigten EBITA des Vorjahres in Höhe von 1,177 Milliarden Euro - unter der Annahme einer Wiederaufnahme des 737 MAX Flugbetriebs bis Mitte Juli 2019.

Erfolgreicher Umbau vom traditionellen Reiseveranstalter zum Hotel- und Kreuzfahrtkonzern

Der TUI Vorstandsvorsitzender, Fritz Joussen, bleibt zuversichtlich: «TUI ist strategisch wie operativ auf Kurs und gut aufgestellt. Deshalb wird auch 2019 ein solides Jahr. Unsere Kerngeschäfte mit eigenen Hotels, Kreuzfahrten, Erlebnissen und Aktivitäten am Ferienort zeigen sich weiter stark und machen inzwischen rund 70 Prozent des Ergebnisses aus. Aus der derzeitigen Konsolidierung der Branche in Europa wird TUI stärker, effizienter und profitabler hervorgehen.»

Der Umbau vom traditionellen Reiseveranstalter zum Hotel- und Kreuzfahrtkonzern sei erfolgreich. Der Wandel zum Digital- und Plattform-Unternehmen gehe deutlich voran und auch das neue strategische Geschäftsfeld mit Aktivitäten und Erlebnissen in Zielgebieten biete erhebliches Potenzial, erklärt Joussen weiter. So konnte die Zahl der Ausflüge im Bereich Destination Experiences bereits im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahr verdoppelt werden.

Ausserdem setzt der Konzern auf neue Märkte wie China, Brasilien und Indien. TUI gewinne dort neue Kunden, die die Auslastung und Profitabilität des eigenen Hotelportfolios zusätzlich steigern. In China beispielsweise konnte TUI seine Position durch einen Kooperationsvertrag mit Ctrip ausgebauen, der im ersten Halbjahr 2019 geschlossen wurde. Die 200 Millionen wöchentlichen Besucher der Ctrip Internetseiten können somit Ausflüge und Touren über die von TUI kürzlich übernommene Musement Plattform buchen.

(TN)