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Buchungen für Pauschalferien – wie für das Riu Waikiki auf Gran Canaria – nehmen zu. Bild: TN

Und sie buchen doch – das Reisejahr kommt in Fahrt

Der Badeferien-Buchungsstau von anfangs Jahr hat sich gelöst. Noch liegen die Reiseveranstalter leicht unter Vorjahr – an der Reisebüro-Front sprechen die Profis aber jetzt von einem deutlichen Plus.

Das Reisejahr 2019 ist verhalten gestartet. Anfangs Februar zogen die führenden Schweizer Reiseveranstalter eine durchzogene Bilanz und sprachen von einem Buchungsstau. Hat sich dieser mittlerweile gelöst? Travelnews.ch hat neuerlich den Puls der Schweizer Reiseveranstalter gefühlt und ebenso Reisebüros nach der aktuellen Buchungssituation hinsichtlich des Badeferien-Geschäfts und den aktuellen Trends befragt.

«In der Zwischenzeit hat sich der Buchungsstau etwas gelöst, doch es wird immer noch zurückhaltend gebucht», sagt Hotelplan- Suisse-Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir. Das selbe Fazit zieht Markus Flick, Sprecher von DER Touristik Suisse: «Es gilt weiterhin, dass die Fernstrecken-Destinationen und die Jahreszeiten vor und nach dem Sommer gut laufen, das Badeferien-Geschäft für die Sommerferien aber noch etwas hinter unseren Erwartungen liegt. Wir sind jedoch der Überzeugung, dass der Rückstand im Vergleich zum Sommer 2018 zu einem guten Teil noch wettgemacht werden kann.»

Mehr Badeferien im hohen Preissegment

In den letzten Jahren an Bedeutung verloren hat das reine Badeferien-Geschäft bei den Reisebüros. Aktuell zeichnet sich aber eine Trendwende ab. René Bättig von Rolf Meier Reisen Schaffhausen sagt: «Wir hatten einen hervorragenden Januar und keinen Buchungsstau! Fakt ist aber sicherlich, dass das konventionelle Badeferien-Geschäft stetig etwas abnimmt. Dafür werden mehr Badeferien im hohen Preissegment gebucht. Das heisst, wir haben etwas weniger Badeferien-Kunden dafür aber grundsätzlich eine bessere Kundschaft».

«Jetzt haben die Badeferien definitiv zugelegt gegenüber dem Vorjahr», sagt Martin Reber von Schär Reisen Bern. «Badeferien stellen bei uns zwar einen kleineren Teil unseres Geschäfts dar, sie verzeichnen im Vergleich zum Vorjahr aber eine Aufwärtstendenz», sagt Christoph Zollinger vom Reisebüro Del Solar in Zürich.

Monika Elmiger vom Metro Reisen Luzern hält dagegen fest: «Der Buchungsstau hat sich gelöst, aber das Badeferien-Geschäft läuft immer noch harzig.»

Wohin geht die Reise?

War bei der Begründung des Buchungsstaus anfangs Februar noch die Rede vom letztjährigen Traumsommer, dürfte nun die Schlechtwetter-Phase der letzten zwei Wochen wieder vermehrt Badeferien-Reisende zu einer Buchung verlockt haben. Doch welche Ziele sind gefragt?

Als klarer Sommersaison-Trend 2019 entpuppt sich bei Hotelplan Suisse Ägypten mit einem Zuwachs von rund 50 Prozent. Auch die Reservationen für Tunesien und die Türkei seien bereits gut angelaufen – also vor allem jene Destinationen, die in den letzten Jahren gelitten haben. Die nachfragestärksten Destinationen im Badeferien-Geschäft im Sommer sind grundsätzlich die gleichen geblieben, heisst es bei DER Touristik Suisse. «Die Südtürkei und Ägypten gewinnen aber wieder Marktanteile hinzu, auf Kosten der spanischen und griechischen Mittelmeer-Inseln», sagt Markus Flick.

Monika Elmiger von Metro Reisen nennt Mallorca als Nummer 1 auf der Kurz- und Mittelstrecke, auch Zypern laufe gut. «Ägypten ist sehr im Kommen. Auch für die Türkei ist wieder Nachfrage vorhanden, wenn auch geringer als für Ägypten».

Doch für regelrechtes Strahlen bei den Reisebüro-Profis sorgt die aktuelle Nachfrage nach den Fernstrecken. «Bei uns ist die Nachfrage für Afrika insbesondere Südafrika so gross wie nie zuvor», sagt René Bättig, «auch Mauritius, die Seychellen und Malediven laufen gut.»

Kanada, USA, Thailand und Oman heissen die aktuellen Trendziele bei Schär Reisen. Bei Metro Reisen laufen Südafrika und Namibia gut, ebenso Süd- und Mittelamerika wie auch Sri Lanka – und auch zunehmend Flussfahrten.

Im Individualreise-Bereich wird voraussichtlich Skandinavien der Gewinner sein und im Langstrecken-Bereich dürften die USA (+7%) und Kanada (+10%) sowie Kreuzfahrten (+20%) zu den Top-3 Sommer-Trends 2019 gehören, lautet das Fazit bei Hotelplan Suisse. Bei DER Touristik zieht es neben dem Mittelmeer-Raum in den Norden Amerikas und nach Nordeuropa, nach Skandinavien, Schottland, Irland und Island.

(NAB/GWA)