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Saimir Shala (l.) und Aylin Bakir von Albanien Reisen GmbH wollen in diesem Jahr durchstarten - und setzen dafür auf Kooperationen. Bild: JCR

Albanien Reisen will das Potenzial der Trenddestination Albanien ausschöpfen

Der junge Schweizer Reiseveranstalter gibt Gas – unter anderem mit Kooperationen mit Wanderreiseveranstaltern und Airlines. Das Ziel ist, Albanien verstärkt als Ferienziel im Schweizer Markt zu positionieren. Wir haben uns mit dem Co-Gründer unterhalten.

Zum zweiten Mal präsentierte sich neulich der junge Zürcher Veranstalter Albanien Reisen an der Fespo in Zürich. Am Stand war ganz schön was los: Zum einen gab es albanische Spezialitäten und auch albanischen Wein, darüber hinaus auch einen Besucherwettbewerb, und nicht zuletzt stattete auch der albanische Botschafter in der Schweiz, Ilir Gjoni, dem Stand einen Besuch ab.

«Ziel war es, allen Albanien-Interessierten eine möglichst breite Auskunft über die Anreisemöglichkeiten, Einreisebestimmungen, Unterkunftsmöglichkeiten, Strände, Campingplätze und mehr zu liefern», resümiert Co-Geschäftsführer Saimir Shala im Gespräch mit Travelnews. Es gehe darum, den Tourismus in und nach Albanien zu fördern. Dies ist insofern notwendig bzw. Aufgabe des Veranstalters, da die albanische Tourismusbehörde an Schweizer Tourismus-Messen keine Präsenz habe.

Die Firma ist noch relativ jung. Laut Shala entstand die Idee mitsamt einem Businessplan Ende 2016; im Sommer 2017 wurden quasi als Test zwei Wander- und Kultur-Pilotreisen mit Freunden und Verwandten durchgeführt. Im Dezember 2017 erfolgte dann die Gründung der «Albanien Reisen GmbH». Büroräumlichkeiten gibt es bis dato keine; Kunden werden bislang einfach per Telefon und Mail bedient. «Lean Management» in Reinkultur.

An der Fespo 2018 erfolgte dann der Kickoff und das ganze letzte Jahr hindurch wurde in Albanien Networking und Destination-Scouting betrieben. Von Mai bis Oktober 2018 wurden die ersten vier Touren mit Kunden durchgeführt. Darüber hinaus wurden Partnerschaften aufgegleist, etwa mit dem Sportartikelhersteller Rukka, mit Edelweiss Air, mit Malësia Reisen und Bergfrau.ch.

Jetzt, 2019, will Albanien Reisen richtig durchstarten. Das Land liegt im Trend und kann sich immer besser als Ferienziel positionieren, welches noch wenig bekannt und demzufolge auch nicht überlaufen ist. An der Schönheit der Natur und der Strände gibt es keine Zweifel; lediglich hinsichtlich der Infrastruktur gibt es noch hie und da Bedenken, doch werde daran intensiv gearbeitet, versichert Shala.

Brückenbauer für die albanische Community

Gründer der Firma sind Aylin Bakir (32), eine ehemalige Juristin, die bis März 2018 noch als Consultant bei Ernst & Young arbeitete, bevor sie sich voll auf Albanien Reisen konzentrierte, sowie eben Saimir Shala (27). Dieser ist ehemaliger Wirtschaftsinformatiker und arbeitete bis März 2018 als IT-Projektleiter bei Sulzer.

Die beiden Tourismus-Quereinsteiger setzen laut Shala bislang stark auf Online-Präsenz (Web, Social Media) anstelle der Kooperation mit Reisebüros: «Es passiert viel elektronisch, online, mit nur wenig Papier – das funktioniert auch bei unserer Hauptzielgruppe 50+ sehr gut.»

Erste Reisen für die Saison 2019 seien ausgebucht; aktuell seien bereits 12 Touren mit jeweils 6-18 Kunden gesichert und 4 noch offen. Auch die Resonanz an der Fespo sei sehr gut gewesen. Ebenso konnte eine neue Partnerschaft mit Team Reisen AG auf die Beine gestellt werden. Im Angebot sind derzeit Wanderreisen (Sommer & Winter) sowie Kulturreisen und Aktivreisen für Junge. Daneben lanciert Albanien Reisen auch, so Shala, «Pionierangebote»: Beispielsweise wird Ende dieses Monats erstmals eine Schneeschuhwanderungstour in Albanien mit Schweizer Kunden durchgeführt.

Nicht zuletzt sieht Shala das Unternehmen auch als «Brückenbauer» für die albanische Diaspora in der Schweiz. So wird unter anderem ein kostenloser «Albanischer Wandernachmittag» auf dem Uetliberg organisiert.

Angesichts des bereits realisierten Wachstums zielt Albanien Reisen nun natürlich noch höher. Es gehe nebst der Sicherung der Qualität der Reisen (unter anderem auch durch Rekrutierung Deutsch sprechender Mitarbeiter vor Ort in Albanien) und der allgemeinen Förderung Albaniens darum, noch mehr strategische Partnerschaften aufzubauen. «Mit einem der führenden Schweizer Wanderreiseanbieter sind wir bereits im Gespräch», so Shala, «und eine mögliche Zusammenarbeit mit Air Prishtina könnte dieses Jahr ganz Interessant werden.» Letzterer Satz hat durch das Bekanntwerden der Übernahme von Germania Schweiz durch Air Prishtina natürlich eine ganz neue Dimension erhalten…

(JCR)