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Die Badeferien-Buchungen für den Sommer 2019 sind bis jetzt erst spärlich eingegangen. Bild: HO

Buchungsstau: Ja, Grund zur Panik: Nein

Die drei grossen Schweizer Reiseveranstalter sind im Badeferiengeschäft verhalten ins Jahr gestartet. Martin Wittwer (TUI Suisse), Nicole Pfammatter (Hotelplan Suisse) und Dieter Zümpel (DER Touristik Suisse) äussern sich zum Saisonstart.

Vor einem Jahr war bei den Schweizer Badeferien-Veranstaltern einige Euphorie auszumachen, die Plus-Zahlen lagen nach den ersten Wochen im zweistelligen Bereich. Derzeit macht sich nun aber Ernüchterung breit. Vor allem für Spanien ist derzeit eine Buchungszurückhaltung auszumachen. Philippe C. Erhart vom Mallorca-Spezialisten Universal Reisen äusserte sich gestern zum verhaltenen Saisonstart.

Auch die führenden drei Touroperators bestätigen, dass das laufende Reisejahr eher zögerlich angelaufen ist. Wir haben bei Martin Wittwer (CEO TUI Suisse), Nicole Pfammatter (Badeferien-Chefin Hotelplan Suisse) und Dieter Zümpel (CEO DER Touristik Suisse) nachgefragt, wo die Gründe für die Zurückhaltung liegen.

Martin Wittwer, CEO TUI Suisse:

«Derzeit zeichnet sich ein gewisser Buchungsstau für das Sommergeschäft ab, 2019 ist kein Frühbucherjahr. Die Zurückhaltung registrieren wir auf allen Kanälen, im Eigenvertrieb, Drittvertrieb und online. Europaweit ist diese Entwicklung zu beobachten. Das kurzfristige Geschäft in der Schweiz ist aktuell wohl auch wegen den guten Wintersport-Bedingungen und dem schönen Wetter in den Bergen noch überschaubar. Für den Frühling und Herbst verzeichnen wir viele Buchungen, weniger gut gebucht ist der Juli. Hier dürfte die Frage, ob es erneut einen Traumsommer wie im letzten Jahr gibt, noch einige Leute zum Abwarten bewegen. Zudem sind die aktuellen Airline-Turbulenzen auch nicht gerade stimulierend für eine Ferienbuchung.»

«Man muss aber aufpassen, wir reden von den ersten fünf Wochen im neuen Jahr. In den nächsten zwei, drei Wochen kann sich die Situation schnell ändern. Es gibt keinen Grund, in Panik zu verfallen, um jetzt vorschnell an den Preisen zu schrauben. Eine Verlagerung der Buchungen sehen wir von Spanien Richtung östliches Mittelmeer. Griechenland, Zypern und vor allem die Türkei legen zu, auch Ägypten.»

Nicole Pfammatter, Leiterin Touroperating Dyna & Package, Hotelplan Suisse:

«Hotelplan Suisse ist gut in das Reisejahr 2019 gestartet. Trotzdem ist es ein wenig verhaltener los gegangen als im vergangenen Jahr. Man muss aber beachten, dass 2018 ein wirklich fulminanter Start hingelegt wurde. Betrachtet man die aktuelle Lage, scheint es kein Frühbucherjahr zu werden. Unser Schweiz-Geschäft läuft momentan sehr gut, das könnte ein Grund für das zurückhaltende Buchungsverhalten der Kunden sein. Denn Herr und Frau Schweizer machen oder machten zuerst Skiferien und beschäftigen sich erst danach mit den Badeferien. Nichts destotrotz sind die Aussichten für 2019 gut. Im Vergleich zur Vorjahresperiode legen derzeit Mallorca, Ägypten, Tunesien, der Türkei und Korfu kräftig zu. Die Reservationen für diese Destinationen sind sehr gut angelaufen. Momentan noch etwas zurückhaltend werden Ferien auf Kreta und Rhodos gebucht. Gleiches gilt auch für die Kanarischen Inseln.»

Dieter Zümpel, CEO DER Touristik Suisse

«Im Gegensatz zum sehr zufriedenstellenden Wintergeschäft registrieren wir für den Sommer eine noch eher verhaltene Nachfrage – gerade in der Hauptbuchungszeit seit dem Jahreswechsel. Im Vorjahresvergleich muss allerdings auch berücksichtigt werden, dass der Januar 2018 ein überdurchschnittlich nachfragestarker Monat war. Der Sommer 2018 war in der Schweiz ausgesprochen schön und lange – dies könnte das Bedürfnis nach Fernreisen in der warmen Jahreszeit kurzfristig etwas gebremst haben. Entscheidende Faktoren sind stets auch der Preis und die Wirtschaftslage. Diese ist zwar grundsätzlich gut, gleichwohl scheint sich das Wachstum in diesem Jahr branchenübergreifend etwas abzuschwächen.»

(GWA)