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Schöpfte Hoffnung an der Zürcher Fespo, dass 2019 doch noch ein gutes Badeferien-Jahr wird: Universal-Reisen-Chef Philippe C. Erhart. Bild: TN

«Es ist schwierig zu sagen, wieso die Leute zuwarten»

Von Gregor Waser

2019 ist definitiv kein Frühbucherjahr. Philippe C. Erhart, CEO vom Mallorca-Spezialisten Universal Reisen, spricht über den aktuellen Buchungsrückstand. Zudem äussert er sich zur Germania Flug AG, deren Schwester nun pleite ist.

Herr Erhart, wie verläuft der Saisonstart bei Mallorca-Spezialist Universal Reisen?

Philippe C. Erhart: Wir haben drei sehr gute Jahre mit einer überdurchschnittlichen Hotelbelegung hinter uns. Insofern überrascht es uns nicht, dass wir bei den Buchungseingängen derzeit unter Vorjahresniveau liegen. An der Ferienmesse Bern und an der Fespo Zürich hatten wir nun viele gute Kontakte und viel positives Feedback erhalten und da erwarte ich nun noch einiges.

2018 war ein Frühbucherjahr. Davon spricht derzeit kein Schweizer Reiseveranstalter.

Wir stellen diese Buchungszurückhaltung auch fest. Die Leute buchen offensichtlich in diesem Jahr später – wir sind gespannt, was da noch kommt. Ob wir in diesem Jahr insgesamt einen Gästerückgang verzeichnen müssen, wird sich zeigen. Ein Rekordjahr wird es aber kaum geben. Seit gut 10 Jahren sind wir aber immer breiter abgestützt und erhalten Gäste aus verschiedenen Märkten, was Probleme einzelner Märkte abfedert. Rund 10 Prozent der Gäste stammen aus Grossbritannien, hier gibt es derzeit auch noch ein Fragezeichen wegen möglichen Folgen des Brexit.

Welche Bedeutung messen Sie dem wiedererstarkten Türkei-Tourismus bei? Geht dieser Boom auf Kosten Spaniens?

Es hat sich abgezeichnet, dass die Türkei wieder zurückkommt, auch Ägypten. Grundsätzlich haben wir nun ja wieder die Normalsitution. Die Türkei ist drei Jahre lang abgedriftet, Spanien konnte profitieren. Nun scheint die Türkei wieder zurück.

«Etliche Hoteliers haben ihre Preise über Gebühr erhöht»

Hat sich Spanien preislich verschätzt?

Wir haben unsere Hotelpreise in diesen drei guten Jahren kaum angehoben, im Gegensatz zu etlichen anderen Hoteliers, die die Zahlungsbereitschaft ausgenutzt haben. Sie haben die Preise über Gebühr erhöht und müssen dies derzeit wieder korrigieren. Aber es ist eine Tatsache, dass es in Spanien Lohnerhöhungen gab, über die letzten vier Jahre hinweg um 17 Prozent, das muss irgendwie aufgefangen werden. Zudem haben wir auf Mallorca seit letztem Jahr eine neue Touristentaxe, die Ecotassa.

Wie begründen Sie die aktuelle Zurückhaltung bei den Buchungen für das Sommerhalbjahr?

Es ist schwierig zu sagen, wieso die Leute zuwarten. Ist es der super Sommer des letzten Jahres, der die Leute dazu bringt zuzuwarten? Ich weiss es nicht. Wirtschaftlich sehe ich keine Gründe, da läuft es der Schweiz ja gut.

Mit der Eurowings kommt noch ein weiterer Carrier auf die Strecke Zürich – Palma. Wie verfolgen Sie die Flugsituation?

Ja, die Auswahl ist nun noch grösser. Vielleicht sah Eurowings neue Möglichkeiten, wenn mit der Germania nicht alles läuft wie es sollte. Für uns ergeben sich keine Änderungen.

Und wie halten Sie es mit Germania-Buchungen, nachdem nun die deutsche Germania pleite ist?

Wir beobachten die Situation aufmerksam, setzen aber auf die Germania Schweiz, solange der weitere Flugbetrieb sichergestellt ist.