Rail & Road

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In Norwegen sind Motorhome-Ferien besonders teuer - und wurden soeben nochmals teurer. Bild: Mange J

Motorhomes sind in der Schweiz günstiger geworden

Die Online-Plattform Campanda hat einen «Wohnmobilpreis-Index» für Motorhome-Reisen durch Europa erstellt. Besonders lohnt es sich, mal den Spiess umzudrehen und mit dem Camper in die Niederlande zu reisen.

Diese Woche haben für viele Schweizer die Ferien begonnen, für manche gehen sie nächste Woche los. Manche Ferienhungrige greifen dabei auf Camper und Wohnmobile zurück, um die Welt zu erkunden. Während die grössten Motorhome-Märkte für Reiseveranstalter jene in Nordamerika, Ozeanien und vermehrt auch im südlichen Afrika sind, gibt es auch einen nicht zu unterschätzenden Markt in Europa. Viele Schweizer bereisen Europa im eigenen Wohnmobil oder Camper - doch gibt es auch viele, welche sich einfach ein Gefährt mieten.

Campanda, die Online-Plattform zum Mieten und Vermieten von Wohnmobilen und Campern, hat nun in einer umfassenden Studie ermittelt, wo das Mieten von Wohnmobilen und Wohnwagen besonders günstig bzw. teuer ist. Im Rahmen der Studie wurde berechnet, wie hoch der durchschnittliche Tagesmietpreis im europäischen Ländervergleich ist und in welchen Reiseländern der Mietpreis im Vergleich zum Vorjahr besonders teuer geworden ist.

Teuer im Hohen Norden, günstig im kontinentalen Norden

Ferien in Norwegen liegen zwar seit längerem im Trend, sind aber richtig teuer, was natürlich auch für Motorhome-Reisengilt. Mit einem durchschnittlichen Tagesmietpreis für Camper von knapp 280 Schweizer Franken führt das skandinavische Land die Liste der teuersten Länder Europas an, gefolgt von Island mit einem Preis von rund 248 Franken und Finnland mit gut 194 Franken. Schweden ist unter den Zielen im Hohen Norden mit knapp 190 Franken Miete pro Tag noch am günstigsten.

Ebenfalls vergleichsweise teuer sind Motorhome-Ferien in Kroatien, wo die Reise mit dem Wohnmobil mit einem Mietpreis von über 193 Franken pro Tag zu Buche schlägt. Auch in der Schweiz selber muss man durchschnittlich 193 Franken pro Tag ausgeben, womit Kroatien und die Schweiz ex aequo auf Platz fünf der höchsten Mietkosten im europaweiten Vergleich liegen. Bemerkenswert ist dabei aber, dass die Schweiz im Vorjahr noch das zweitteuerste Land war. Die Mietpreise für Wohnmobile in der Schweiz sind gegenüber dem letzten Jahr um 6 Prozent gesunken.

Am günstigsten ist es für Camper im Land der Windmühlen, der Tulpen und, haha, der Wohnwagen: Mit einem Preis von knapp 102 Franken pro Tag ist die Niederlande Spitzenreiter der kostengünstigsten Länder Europas. Auch Deutschland kann mit einem niedrigen Mietpreis von durchschnittlich 134 Franken pro Tag punkten. Mit Frankreich (knapp 142 Franken pro Tag) und Italien (153 Franken) sind zwei weitere beliebte Feriendestinationen der Schweizer auf den vorderen Rängen der «Günstigen» zu finden. Nach den Niederlande am günstigsten ist es allerdings in Südeuropa: Mit nur 127 Franken Miete pro Tag kann sich Portugal Platz zwei sichern. Auf Platz drei landet die Türkei mit einem Preis von fast 132 Franken pro Tag, vor Spanien mit 132,50 Franken.

Preise steigen überall an - ausser in der Schweiz und den Niederlanden

Mit der zunehmenden Begeisterung der Europäer an Motorhome-Ferien auf dem eigenen Kontinent steigen auch die Kosten für Wohnmobile in nahezu allen Ländern an. Die einzigen Ausnahmen bilden, wie bereits gesehen, die Schweiz sowie der Spitzenreiter Niederlande: Hier können im Vergleich zum Vorjahr fast 13 bzw. 20 Franken pro Tag gespart werden.

Den grössten Preisanstieg gab es bei Spitzenreiter Norwegen mit über 70 Franken mehr pro Tag. Auch in Belgien sind die Preise stark gestiegen und liegen 2017 gut 68 Schweizer Franken über dem Preis im Vorjahr. Auf Platz drei der grössten Kostenanstiege landet Estland.

Die gesamte Analyse finden Sie auf Seite 16 der Campanda-Studie, die Sie unter diesem Link abrufen können.

(JCR)