Rail & Road

flixbus_sommer_2016.jpg
Inländische Fernbusse sollen erlaubt werden - für ausländische gelten nach wie vor dieselben Regeln wie bislang. Bild: Flixbus.

Kommen jetzt die Schweizer Fernbusse?

Der Bundesrat plant das Monopol der SBB zu beenden. Mit der vorsichtigen Liberalisierung des Bahn- und Busverkehrs würde sich die Schweiz für inländische Fernbusse und ausländische Zugunternehmen öffnen.

In der Schweiz sollen mehr inländische Fernbusse und ausländische Bahnanbieter selbständig operieren dürfen. Zu diesem Entschluss kommt der Bundesrat in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht. Für die SBB heisst das: Ihr Monopol wird beendet. Trotzdem handelt es sich bei diesem Plan um eine vorsichtigen Liberalisierung des Bahn- und Busverkehrs. 

Sieg für Domo-Reisen

Über den Beschluss freuen, dürfte sich vor allem das Schweizer Fernbusunternehmen Domo-Reisen. Das Unternehmen mit Sitz in Glattbrugg ist zuversichtlich, dass sie zum Fahrplanwechsel im Dezember die Konzessionen für die Fernverkehrslinien  Zürich–Basel–Lugano, St. Gallen–Genf und Chur–Sitten erhält. 

Wer als Fernbusanbieter eine Konzession will, muss aber gewisse Auflagen erfüllen: Fernbusse sind nur von Schweizer Unternehmen erlaubt und müssen in den öffentlichen Verkehr eingebunden werden. Sie sind als Ergänzung zur Bahn gedacht. Halbtax oder Generalabonnement von Reisednden müssen anerkannt werden und es gelten die auch für die SBB gültigen Richtlinien in Sachen Sicherheit, Arbeitsrecht, Fahrplan- und Transportpflicht.

Flixbus weiterhin nicht erlaubt

Mit den Auflagen sollen Fahrten zu Dumpingpreisen verhindert, der Markt aber belebt werden. Keine Änderungen gibt es indessen bei der Anerkennung ausländischer Fernbuslinien wie zum Beispiel Flixbus. Diese dürfen weiterhin keine Passagiere innerhalb der Schweiz befördern.  

Auf der Schiene gibt es umfassendere Änderungen: Neu dürften mit der gelockerten Regelung auch ausländische Anbieter wie beispielsweise die Deutsche Bahn Personentransporte innerhalb der Schweiz ohne Kooperation mit der SBB anbieten - so lange das Hauptziel der Fahrt ein Bahnhof im Ausland ist. So könnten Schweizer also beispielsweise die Strecke Luzern-Basel mit der Deutschen Bahn zurücklegen. Im Gegenzug dürfte auch die SBB ins Ausland fahren ohne Kooperation mit ausländischen Partnern wie TGV Lyria oder Trenitalia. 

Der Bundesrat erhofft sich durch die stärkere Konkurrenz das Angebot für die Kunden zu verbessern. Zuganbieter könnten sich somit zum Beispiel unter Druck fühlen, den Passagieren mehr Annehmlichkeiten wie kostenloses WiFi auf der Fahrt, verbesserter Service etc. anzubieten.

(TN)