Rail & Road

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Streiks, Bauarbeiten und die Flutkatastrophe sorgten bei der Deutschen Bahn vermehrt für Verspätungen im Fernverkehr. Bild: Deutsche Bahn AG / Claus Weber

Jeder vierte DB-Zug war unpünktlich

Gerade einmal 75,2 Prozent aller Fernverkehrszüge der Deutschen Bahn kamen im vergangenen Jahr pünktlich am Ziel an. Das Unternehmen hat eine plausible Erklärung für die Verspätungen parat.

Wer im vergangenen Jahr mit der Deutschen Bahn auf Fernverkehrsstrecken unterwegs war, musste öfters einmal geduldig sein. Denn das Unternehmen teilt mit, dass gerade einmal 75,2 Prozent dieser Züge pünktlich am Zielort ankamen. Zum Vergleich: Im ersten Corona-Jahr 2020 belief sich der Pünktlichkeitswert noch auf 81,8 Prozent. Immerhin schaffte die Deutsche Bahn im Regionalverkehr vermehrt eine Punktlandung. Dort lag der Wert im 2021 bei über 94 Prozent. Als pünktlich gilt ein Zug, wenn er mit maximal fünf Minuten Verspätung ankommt.

Doch wieso kam es im vergangenen Jahr vermehrt zu Unpünktlichkeit im Fernverkehr? Das Verkehrsunternehmen verweist auf «Störfaktoren von historischem Ausmass». Konkret gemeint sind damit die Flutkatastrophe im Westen von Deutschland im Sommer, welche die Infrastruktur zerstört hatte. Ausserdem wurde das Streckenangebot infolge der Pandemie mehrmals angepasst, was Beeinträchtigungen beim Fahrplanwechsel zur Folge hatte.

Ein weiterer Grund für die Verspätungen sind laut der Deutschen Bahn der Tarifkonflikt mit der Lokführergewerkschaft GDL im vergangenen Jahr. «Gleich drei Streikwellen haben den Eisenbahnbetrieb immer wieder aus dem Takt gebracht», heisst es. Auch Bau- und Modernisierungsmassnahmen hätten sich negativ auf die Pünktlichkeit ausgewirkt.

(nau/TN)