Rail & Road

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Electroscooter sind moderne, umweltschonende urbane Fortbewegungsmittel, von denen auch der Tourismus profitieren kann. Von diesem lukrativen Zukunftsmarkt will sich Hopp ein Stück abschneiden. Bild: AdobeStock

Mit Electroscootern die Welt erobern

In zahllosen Städten sind sie nicht mehr wegzudenken, mancherorts fehlen sie aber noch gänzlich. Das isländische Unternehmen Hopp hat sich nun die Mittel gesichert, um international wachsen zu können, und will zahlreiche neue europäische Städte mit den Gefährten eindecken. Davon könnten auch Touristen profitieren. Es gibt aber auch Hindernisse.

Für manche sind sie ein umweltfreundliches, günstiges und einfaches Fortbewegungsmittel in den chronisch verstopften, stinkigen Städten. Andere sehen darin vor allem ein Gefahrenpotenzial und ärgern sich über die Flut an Vehikeln, die überall auf dem Stadtgebiet herumliegen. Die Rede ist natürlich von den Electroscootern, diesen elektrisch betriebenen Trottinetts, die in zahllosen Städten weltweit immer öfter zu sehen sind - und auch gerne von Touristen in Anspruch genommen werden.

An diesem Wachstumsmarkt will auch die isländische Firma Hopp partizipieren. Das Ziel ist nicht gerade bescheiden: Der «Aufbau eines globalen, nachhaltigen Mikromobilitäts-Sharing-Franchise-Unternehmens» ist vorgesehen. Dafür hat man sich nun schon einmal etwas Mittelgegeben: Hopp hat eine Investition von Brunnur Ventures in Höhe von 2,8 Millionen US-Dollar in das Unternehmen bekanntgegeben. Mit diesem Geld soll nun die internationale Expansion vorangetrieben werden.

Hopp konzentriert sich dabei ausschliesslich auf kleinere Städte, lokale Reisen und kleinere Flotten – ein nahezu unberührter Markt, da über 95% der Städte in Europa mit weniger als 500'000 Einwohnern gegenwärtig nicht versorgt sind. Dazu Hopp-CEO Eythór Steinarsson: «Wir wollen diese Technologie in die kleineren Städte bringen, wo sich grossartige Möglichkeiten bieten, und lokale Anbieter für die Zusammenarbeit mit uns gewinnen. Wir möchten die Sharing Economy nutzen, um die Menschen dazu zu bewegen, täglich auf eine andere Art zu reisen.»

Hopp erweitert seine Serviceleistungen weltweit, indem es jedermann die Möglichkeit bietet, in seinem Gebiet ein Franchise-Unternehmen von Hopp am Markt zu etablieren und zu betreiben, und führt seine eigene Flotte auf einer hochentwickelten Software-Plattform ein, die durch fachkundige Anleitung, Best-Practice-Methoden und laufende Betreuung unterstützt wird. Die Franchise-Unternehmen können jeden Aspekt der Bedienung mit Hilfe eines einzigen umfassenden Dashboards verwalten. Hopp besitzt aktuell 2300 Elektro-Scooter und verfügt über 170'000 Nutzer in drei Ländern. Man darf gespannt sein, ob es mit der internationalen Expansion gelingt. Den Teppich ausrollen werden nicht alle Orte: In den Niederlanden oder in Grossbritannien sind solche Scooter gar nicht erlaubt, dazu kommen Versicherungsfragen und allenfalls auch Altersgrenzen zum Tragen.

(JCR)