Rail & Road

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Nobel im Zug unterwegs - mit dem Majestic Imperator. Bild: Fabian Baensch (http://baensch-pictures.jimdo.com)/Majestic Train

De Luxe Bahnfahren wie zur Zeit der Habsburg-Monarchie

Der Majestic Train de Luxe ist ein früherer «Hofzug» des kaiserlich-königlichen Weltreichs Österreich-Ungarn. Dessen Luxus kann man für die Zeit einer Zugreise neu erleben. Das erwartet Sie an Bord.

Im goldenen Zeitalter der Eisenbahn im 19. Jahrhundert liessen sich zahlreiche damalige Königshäuser so genannte «Hofzüge» erbauen - prunkvolle und auf dem neusten Stand der damaligen Technik stehende Züge, mit denen der Hofstaat umherfuhr. Natürlich verfügte auch die Monarchie Österreich-Ungarn über solche einen Zug; vom Original ist zwar lediglich ein Museums-Exemplar (ausgestellt in Prag) übrig, doch aufgrund der noch vorhandenen Baupläne konnte ein originalgetreuer Zug nachgebaut werden, welcher heute als «Majestic Imperator Train de Luxe» auf Schienen unterwegs ist. Genau genommen handelt es sich um den Zug von Kaiser Franz Joseph I. und seiner Gemahlin Elisabeth (Sisi) aus dem Jahr 1891, welchen die berühmte Königsgemahlin gerne für ihre vielen Reisen nutzte.

Im Programm 2022 sind beispielsweise eine eintägige «Dinner Imperial»-Fahrt ab/bis Wien buchbar, dazu Nostalgiefahrten oder Adventsfahrten, in der Regel auch ab Wien. Der Zug mit insgesamt sechs Waggons und Platz für 150 Personen lässt sich aber auch für exquisite private Gruppenreisen chartern und kann zwischen Wien Linz, Salzburg, Innsbruck, Graz, Kitzbühel, Bad Ischl, München, Ljubljana, Abbazia (Opatija), Prag und Budapest eingesetzt werden. Für Sonderzüge stehen nostalgische Lokomotiven zur Verfügung. Die modernen Fahrgestelle der Waggons erlauben derweil auch das Anhängen an planmässig verkehrende Züge.

Hinweis: Einige der Reisen des Majestic Imperator Train de Luxe haben eine Mindestteilnehmerzahl; in der Regel sind die Getränke inklusive, ausser den Spirituosen. Weitere Details gibt es im Jahresprogramm 2022.

Die Waggons

Was erwartet die Reisenden an Bord? Da gibt es einmal den «Salon I» den ältesten Waggon des Zugs, mit Täfelung aus Mahagoni sowie einem Eichenparkett, mit furnierten Türen und Messinggarnituren mit Griffen aus Elfenbein sowie Verzierungen mit der Initiale «E» (für Elisabeth). Der Speisesalon im Stil eines Wiener Kaffeehauses bietet Raum für 12 Gäste. Eine Bar und drei Abteile mit insgesamt 18 Sitzplätzen stehen auch zur Verfügung. Dieser Waggon wird gerne als Zigarren-Lounge verwendet.

Dann gibt es den Waggon «Excelsior», ein Speise- und Unterhaltungswaggon für bis zu 43 Gäste. Gäste entspannen sich an der Bar oder nutzen die Tanzfläche in der Mitte des Waggons, welche auch für Büffet-Aufbauten genutzt werden kann. Dieser Waggon enthält eine eigene Küche und den Originalspiegel des Hofzuges von 1891 aus dem Salonwaggon der Kaiserin.

Ebenfalls ein Speisewagen ist der Waggon «Equipage» mit Platz für 36 Personen. Ausgestattet ist dieser holzgeschnitzten italienischen Stühlen, einer Galerie, einer Teeküche und einer eigenen Bar. Dieser Waggon ist besonders auch für Seminare und Produktpräsentationen geeignet.

Ebenfalls Platz für 36 Personen bietet der Speisewagen «Ambassador». Auf bequemen Fauteuils wird die Landschaft entspannt beobachtet, während in der Küche Köstlichkeiten zubereitet werden. Einer der Originalvorhänge der Kaiserloge der Wiener Staatsoper, der das handgewebte Wappen des Kaisers zeigt, ist hier zu bewundern. Zudem gibt es im Waggon eine Pianobar.

Sisi-Fans werden im Speisewagen «Elisabeth» auf ihre Kosten kommen: Boudoir, Angorafelle, Griffe aus Elfenbein an den Messinggarnituren – dieser Wagen ist der Kaiserin gewidmet und in ihrer Lieblingsfarbe Blau gehalten. Der Wagen verfügt über einen luxuriösen Salon mit Plätzen für 24 Gäste. Vier Abteile mit je sechs luxuriösen Sitzplätzen ermöglichen ein königliches Reisevergnügen.

Zu guter Letzt gibt es den Versorgungswaggon «Fourgon». Dieser enthält einen Gepäckraum, eine Küche, ein grosses Kühlhaus, einen Dieselgenerator und Räume für das Personal sowie den Chef du Train. Dieser Waggon kommt nur bei grösseren Gruppen zum Einsatz; Reisende können darin eine Bildergalerie und viele originale Ausstellungsstücke bewundern.

(JCR)