Rail & Road

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Die Autofahrt an den Strand dürfte diesen Sommer ein bisschen länger dauern. Bild: Adobe Stock

Wollen Sie wirklich mit dem Auto in die Ferien?

Befürchtetes Gedränge an Flughäfen und Bahnhöfen lässt viele Ferienfahrende ins eigene Auto steigen. Doch ist das die bessere Wahl? Das Dafür und Dawider – und einige Tipps für Autoreisende.

Nach den letztjährigen Sommerferien auf dem Balkon oder am Greifensee geht für viele die Reise in diesem Jahr endlich wieder mal an einen Mittelmeerstrand – nach Italien, Spanien, Kroatien oder Frankreich. Wer sich von vermeintlich überfüllten Flughäfen mit Warteschlangen am Check-In und den Ein- und Ausreisekontrollen abhalten lässt oder auf den Atem im Nacken in überfüllten Bahnhofshallen und Bahnwagen verzichten will, wählt das eigene Auto für die Fahrt an den Strand. Geschützt in der Blechdose vor Aerosolen, frei von vorgegebenen Reisezeiten, die Lieblingsmusik für den Roadtrip im Ohr, Platz für reichlich Gepäck – ist doch eine gute Idee!

Doch ganz so reibungslos erfolgt die Ferienfahrt in diesem Jahr eben nicht. Weiterhin gelten nämlich zahlreiche Einreiserestriktionen. Nadelöre sind zu befürchten. Die Auswirkungen des Ferienverkehrs werden von Ende Juni bis Mitte September vor allem auf der A2 und in den Räumen Zürich, Bern, Basel, Luzern, Lugano und im Bereich des Gotthard-Tunnels deutlich spürbar sein, warnt das Bundesamt für Strassen (Astra) vor Unannehmlichkeiten.

Die aktuelle Corona-Lage kann zudem für zusätzliche Behinderungen an den Grenzübergängen führen. Das Astra rät, sich rechtzeitig über die jeweiligen Einreisebestimmungen der Nachbarländer zu informieren. An den Grenzübergängen Bardonnex, Chiasso, Au, Koblenz, St. Margrethen und Thayngen ist mit Wartezeiten zu rechnen. Und wer in Toulon, Savona oder Piombino eine Fähre rechtzeitig erwischen muss, sollte also genügend Reisezeit einplanen.

Aufgepasst in diesen Ländern

Wer sich ans Steuer setzt und mit dem Auto ins Ausland fährt, sollte zudem einige Besonderheiten in den einzelnen Ferienländern beachten. Die Strassenverkehrsordnungen unterscheiden sich teils erheblich. Mit nützlichen Informationen wartet hierzu der TCS auf:

  • Das Pannendreieck ist, gleich wie in der Schweiz auch, in den meisten europäischen Ländern mit Ausnahme von Grossbritannien, den Niederlanden und Portugal, vorgeschrieben.
  • Die Warnweste gemäss der europäischen Norm EN 471 sollte ebenfalls mitgeführt werden, da sie ausser in den skandinavischen Ländern, den Niederlanden und in Bosnien überall zur Pflichtausrüstung gehört.
  • Autofahrerinnen und Autofahrer müssen ein Erste-Hilfe-Set mitführen, wenn sie nach Deutschland, Tschechien, Kroatien, Bosnien oder Serbien fahren.
  • Vor der Durchquerung des Ärmelkanals sollte man sein Fahrzeug mit Aufklebern zur Korrektur der Scheinwerfer ausstatten.
  • Bei Reisen in die Balkanländer ist das Mitführen eines Abschleppseils und Glühbirnen für die Scheinwerfer dringend empfohlen.
  • In Österreich darf ein Kind, das noch keine 135 cm misst, erst mit 14 Jahren ohne spezielle Vorrichtung fahren, in Luxemburg sogar erst mit 17 Jahren, sofern das Kind noch keine 150 cm erreicht hat.
  • Nicht zu vergessen sind die Umweltschutzbestimmungen einiger europäischen Städte, beispielsweise in Deutschland, Österreich, Belgien, Dänemark, Spanien, Frankreich, Tschechien oder dem Vereinigten Königreich. Manche Strassen oder Stadtzentren sind dort auf Fahrzeuge beschränkt, die mit einer Umweltplakette ausgestattet sind.
  • Für Wohnwagen und Wohnmobile gelten spezielle Vorschriften für ihre Nutzung. In Frankreich müssen an Wohnwagen und Wohnmobilen ab 3,5 Tonnen auf beiden Seiten und am Heck Aufkleber «Attention angles morts» in einer Höhe von 0,9 m bis 1,5 m angebracht werden. Es gibt strenge Parkbeschränkungen für Wohnmobile und Wohnwagen in Europa und das freie Campen ist mit ein paar Ausnahmen generell verboten. Schweden erlaubt es auf seinem gesamten Territorium und Schottland erlaubt es für maximal drei Nächte am gleichen Ort.

(GWA)