Rail & Road

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Die von Michele Matt gegründete Wohnmobil-Sharingplattform Mycamper gehört zu den am schnellsten wachsenden Firmen Europas. Bild: Mycamper

Mycamper gehört zu den am schnellsten wachsenden Firmen Europas

Das Basler Startup Mycamper, das «Airbnb der Wohnmobile», taucht auf der «Financial Times»-Liste weit oben auf.

Aus einer Ferienflause heraus gründete Michele Matt vor sechs Jahren Mycamper. Die Firma vermittelt Wohnmobile, Wohnwagen und Campingbusse zwischen deren Eigentümern und Reisenden und kümmert sich um Versicherung, Reinigung etc. Was klein anfing, ging schon bald durch die Decke, nicht zuletzt auch durch die TV-Präsenz in der «Höhle der Löwen» und damit auch neuen Investoren. Wie sehr Mycamper wuchs, war bisher nicht bekannt. Doch in der «Financial Times» taucht nun erstmals eine Umsatzzahl auf: 3,06 Millionen Euro im Jahr 2019. Drei Jahre zuvor waren es erst 156'000 Euro, die Mycamper als Matchmaker im Wohnmobilmarkt erwirtschaftete.

Mit diesem rasanten Wachstum hat es Mycamper nun auf die «Financial-Times»-Liste jener 1000 Unternehmen Europas geschafft, die jüngst am schnellsten gewachsen sind, wie wir aus der «Handelszeitung» erfahren haben. «Das ist natürlich ein Mega-Booster, vor allem auch für die interne Motivation», sagt Michele Matt. Und Mycamper figuriert auf der auch für Investoren äusserst interessanten 1000er-Liste nicht irgendwo im Niemandsland, sondern auf Rang 53. Das einzige andere Unternehmen aus der Kategorie «Travel & Leisure», das in den Top 100 der FT-Liste auftaucht ist Swapfiets aus den Niederlanden, eine Velotauschbörse.

Zu den Anfängen seiner Firma sagte Michele Matt jüngst im Travelnews-Interview: «Ich war 2014 mit meiner Freundin und heutigen Frau auf Sardinien in den Ferien, wie so oft mit unserem VW Camper. Ich suchte damals fieberhaft nach Möglichkeiten, meine Unternehmerlust in ein konkretes Projekt umwandeln zu können. Wir realisierten, dass der Camper, damals brandneu, viel herumsteht – und dass dies auch bei vielen anderen Eigentümern wohl der Fall ist. Mit einer Camper-Vermittlungsplattform gäbe es doch in der heutigen Sharing Economy Chancen! Ich kam heim, analysierte die Lage und machte mich daran, einen Businessplan zu schreiben.»

Heute beschäftigt Mycamper 17 Mitarbeitende in Basel, 2 in Stockholm und 6 in der Tech-Abteuilung in Mostar, Bosnien-Herzogowina. Und der Steigflug bei Mycamper scheint anzuhalten. «Der Januar 2021 startete eher verhalten», sagt Matt, «aber seit Februar donnern die Reservationen brutal rein.»

(TN)