Rail & Road

Zwei Tage nach dem angekündigten Zugreisestopp nach Italien können die SBB wieder eine reduzierte Anzahl Fernzüge nach Mailand anbieten. Bild: SBB

Zugreisen nach Italien nun doch möglich

Die Zugverbindungen zwischen Italien und der Schweiz werden doch nicht ganz eingestellt. Die SBB haben eine Lösung gefunden – der Betrieb findet reduziert statt.

Aus heiterem Himmel traf am Dienstag die Meldung ein, dass ab dem 10. Dezember Zugreisen von der Schweiz nach Italien nicht mehr möglich sind. Wegen der verschärften Coronasituation zog die italienische Regierung die Notbremse und stiess damit viele kurzfristige Zugreisende vor den Kopf.

Nun haben sich die Schweiz und Italien sowie die Bahnbetriebe beider Länder auf eine Lösung einigen knnen. Sowohl auf der Gotthard- als auch auf der Simplon-Achse werden weiterhin in reduzierter Anzahl Eurocity-Formationen verkehren. Ab Zürich (7.10 Uhr), Basel (11.28 Uhr) und Genf (7.39 Uhr) sind je mindestens eine Eurocity-Verbindung pro Tag garantiert – inklusive Rückfahrt ab Mailand. Mit dem Fahrplanwechsel am kommenden Sonntag würden die Verbindungen auf der Gotthard-Achse verdoppelt.

Doch komplizierter gestaltet sich der Verkehr der Tilo-Regionalzüge: Hier müssen die Grenzgänger, welche zum Arbeiten ins Tessin reisen, in Chiasso umsteigen. Sobald als möglich sollen jedoch auch die Tilo-Züge wieder grenzüberschreitend verkehren.

Die Übereinkunft sei in Folge von Gesprächen zwischen der Schweizer Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga und ihrer italienischen Amtskollegin Paola De Micheli erzielt worden, heisst es in einer SBB-Medienmitteilung. Weitere Gespräche mit den Bahnunternehmen SBB, Trenitalia und Trenord hätten es möglich gemacht, den Unterbruch der grenzüberschreitenden Verbindungen zu beheben. Die von der italienischen Regierung vorgeschriebenen Gesundheitskontrollen bezüglich des Coronavirus würden in den Bahnhöfen Chiasso beziehungsweise Domodossola durchgeführt, und zwar vom italienischen Zugpersonal, heisst es weiter.

Ceneri-Tunnel ist ab Sonntag in Betrieb

Am Sonntag nimmt die SBB den Ceneri-Basistunnel im Tessin fahrplanmässig in Betrieb. Damit ist die Neat nach 28 Jahren Bauzeit fertiggestellt und bringt mehr und schnellere Angebote im nationalen und internationalen Personenverkehr und zusätzliche Kapazität im Güterverkehr.

Für Personenzüge wird die Fahrzeit mit der Vollendung der Neuen Europäischen Alpentransversale (Neat) zwischen Zürich und Lugano auf unter zwei Stunden verkürzt, die Fahrt von Zürich nach Mailand dauert neu noch 3 Stunden 17 Minuten – wenn vorerst auch nur mit reduziertem Fahrplan.

Tritt in unabsehbarer Zeit der vorgesehene Fahrplan wieder in Kraft, wird das Angebot zwischen Zürich und Mailand auf täglich zehn Direktverbindungen ausgebaut.

(nau/TN)