Rail & Road

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Die Anzahl täglicher Direktverbindungen zwischen der Schweiz und Deutschland wird von heute 26 auf 35 bis im Jahr 2026 erhöht. Bild: SBB

Bahnangebot zwischen Deutschland und der Schweiz wird weiter ausgebaut

Die Deutsche Bahn (DB) und die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) bauen das Angebot im internationalen Personenverkehr zwischen Deutschland und der Schweiz mittelfristig weiter aus. Ab 2026 sollen unter anderem neue Direktverbindungen von Hamburg ins Tessin und neue Verbindungen von Deutschland ins Wallis Vorteile schaffen.

Die Deutsche Bahn (DB) und die Schweizerische Bundesbahnen (SBB) sind überzeugt, dass im Bahnverkehr zwischen Deutschland und der Schweiz mittel- und langfristig grosse Wachstumspotenziale bestehen. Denn allein am Grenzübergang Basel stieg die Zahl der Reisenden in den letzten fünf Jahren um über 25 Prozent. Zudem geht die SBB und die DB davon aus, dass die zunehmenden Bedeutung des Klimaschutzes diesen Trend hin zu umweltfreundlichem Reisen mit der Bahn anhalten wird. Deshalb planen DB und SBB einen umfangreichen Angebotsausbau. Beide Bahnen haben dazu heute eine entsprechende Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) unterzeichnet.

Die DB und die SBB arbeiten im grenzüberschreitenden Fernverkehr zwischen Deutschland und der Schweiz seit vielen Jahren eng zusammen. Der geplante Angebotsausbau wird durch die Inbetriebnahme von Stuttgart 21 und den bis 2026 geplanten Ausbauschritten Karlsruhe–Offenburg und Müllheim–Basel ermöglicht. Mit dem Angebotsausbau geht die vollständige Umstellung aller ICE-Verbindungen zwischen der Schweiz und Deutschland auf den ICE 4, den modernsten Zug der DB, sowie der Einsatz von Giruno-Kompositionen der SBB in Deutschland einher.

Mehr Direktverbindungen und kürzere Reisezeiten

Voraussichtlich sollen folgende Schwerpunkte ab dem Fahrplan 2026 den Kunden der beiden Bahnen Vorteile bringen:

  • Die Anzahl an Direktverbindungen zwischen der Schweiz und Deutschland wird von heute 26 auf 35 tägliche Verbindungen erhöht.
  • Zwei neue Direktverbindungen pro Tag von Hamburg über Basel nach Lugano stärken das Angebot auf der Nord-Süd-Achse durch den Gotthard. Mit dem Einsatz des Giruno auf dieser Linie besteht die Option, künftig weitere direkte Verbindungen von Deutschland bis nach Mailand anzubieten.
  • Mit dem neuen Konzept werden zudem neue Direktverbindungen von Deutschland über Bern in das Wallis geschaffen.
  • Der Einsatz der ICE 4 auf der Linie Dortmund–Köln–Basel ermöglicht neue Direktverbindungen aus Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands, in die Schweiz.
  • Der zukünftige Halbstundentakt auf der Strecke Zürich–Chur schafft die Möglichkeit, zusätzliche Direktverbindungen aus Deutschland nach Chur anzubieten.
  • Die Reisezeit zwischen Frankfurt und Zürich reduziert sich um 20 Minuten auf 3 Stunden und 40 Minuten.

In Verbindung mit dem gemeinsamen Angebotsausbau wird die SBB Züge des Typs Giruno neu auch im Verkehr zwischen der Schweiz und Deutschland einsetzen. Sie beabsichtigt dazu die Beschaffung weiterer Giruno-Kompositionen im Rahmen der bestehenden Optionen beim Hersteller Stadler Rail.

Für Vincent Ducrot, CEO der SBB, ist dieser Angebotsausbau ein weiterer wichtiger Schritt, das Angebot im internationalen Personenverkehr deutlich zu verbessern: «Wir wollen Bahnreisen in Europa für unsere Kundinnen und Kunden einfacher machen. Die Bahn bietet grosse Vorteile bei Reisezeit und Komfort und bekommt mit der Klimadebatte weiter Auftrieb. Darum setzen wir auf die weitere Entwicklung des internationalen Verkehres. Nachhaltige und effiziente Mobilität muss auch im europäischen Massstab betrachtet werden. Infrastrukturprojekte wie der Ceneri-Basistunnel und Stuttgart 21 sind hier wegweisend.» Auch bei Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn, ist die Zufriedenheit gross. Vorhaben wie die Wiederbelebung des Trans Europ Express für grenzüberschreitende Verkehre und auch der Ausbau der Zusammenarbeit mit der SBB stehen beispielhaft dafür, dass 2021 ein Jahr der Schienen werde, meinte er in einer Medienmitteilung. «Dies sind grossartige Signale für die Stärkung der Eisenbahn auf dem gesamten Kontinent, aber vor allem für das Zusammenwachsen von Menschen und Wirtschaft in Europa», erklärt Lutz weiter.

(NIM)