Rail & Road

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Sunny-Cars-Gründer Kai Sannwald (links), CO-Geschäftsführer Thorsten Lehmann und Holland-Chef Hans Knottnerus am Firmensitz in Haarlem bei Amsterdam. Bild: TN

Sunny Cars wieder auf Wachstumskurs

Von Gregor Waser

Nach einem leichten Minus im vergangenen Jahr hat Mietwagen-Broker Sunny Cars in diesem Jahr viel vor - und holt sich Inspiration in den Niederlanden.

«Wir peilen 900'000 Buchungen an, aber nicht zu jedem Preis», zeigt Kai Sannwald die Richtung für dieses Jahr vor. Nach einem erstmaligen Buchungsminus im letzten Jahr, will der Gründer und gesellschaftende Geschäftsführer von Sunny Cars in diesem Jahr wieder deutlich zulegen. Die ersten drei Monate des neuen Geschäftsjahres, November 2019 bis Januar 2020, sehen schon mal sehr gut aus. 18 Prozent liegt der Mietwagen-Broker aktuell im Plus.

Zum diesjährigen Mediengespräch haben Kai Sannwald und Co-Geschäftsführer Thorsten Lehmann nach Haarlem bei Amsterdam eingeladen. Mit gutem Grund: der Hauptsitz in München wird bis Juni 2020 renoviert. Dabei sollen auch viele Ideen aus Holland einfliessen, der im letzten Jahr sehr erfolgreichen Firmensparte. Der Sitz in Haarlem ist offen und transparent rund um die zentrale Cafeteria angelegt, der Austausch zwischen den Mitarbeitenden ist gross geschrieben, «wir wollen, dass es eine Kommunikation gibt», unterstreicht Sannwald die Devise, im Wissen, dass in Zeiten des Employer Brandings und des starken Arbeitnehmermarktes auch darum geht, «sich bei Arbeitnehmern zu bewerben».

Höherer Qualitätsanspruch

Dass der letztjährige Rückgang von 833'000 auf 831'000 Buchungen nicht grösser ausgefallen ist, hat viel mit der niederländisch-belgischen Firmendivision zu tun, die seit 10 Jahren von Hans Knottnerus geleitet wird. Thorsten Lehmann lässt durchblicken, dass das «eher mühsame Geschäftsjahr in Deutschland und der Schweiz» durch den guten Geschäftsgang in Holland und Belgien abgefedert werden konnte. Als Inspiration dienen die Niederlande für Sunny Cars nicht nur was Firmensitz und Wachstum anbelangt, sondern auch bezüglich dem höheren Qualitätsanspruch. In den Niederlanden sind ähnlich wie in der Schweiz die Kundenansprüche, was Mietwagenkategorien oder die Servicewünsche betrifft, höher als in Deutschland.

«Unsere Strategie ist es, die Kunden nachhaltig zu begeistern, so dass sie immer wieder auf uns zurückkommen», sagt Lehmann. Die Customer Centricity, die Fokussierung auf das Kundenerlebnis, bildet den Schwerpunkt in der weiteren Ausrichtung der Sunny Cars Group.

Spanien meldet sich zurück

Der eher schleppende Geschäftsgang im letzten Jahr hatte auch mit einem zurückhaltenden Spanien-Jahr zu tun. Wenn sich der Pauschalreise-Trend ins östliche Mittelmeer bewegt, sinkt das Bedürfnis nach Mietwagen naturgemäss – etwa bei Türkei-Buchungen, wo der All-inclusive-Gast eher im Hotel bleibt. Für 2020 schwappt der Trend wieder zurück. Zumindest zeigen dies die deutlichen Plus-Zahlen bei Sunny Cars.

Nach drei Monaten im neuen Geschäftsjahr liegen die Buchungen für Spanien 18 Prozent im Plus, für die USA um 12 Prozent. Hält dieser Trend an, dürften die Sunnies die 900'000er-Marke erreichen.

Bei den einzelnen Ländergesellschaften spielt dabei die Division Niederlanden/Belgien/Frankreich eine wichtige Rolle. Aber auch die Schweiz bleibt im Vergleich der Quellmärkte ein wichtiger Trumpf. Mit einem durchschnittlichen Buchungspreis von 506 Euro liegen Schweizer deutlich vor deutschen Sunny-Cars-Kunden (331 Euro).

Noch dezent ist übrigens die Nachfrage nach E-Cars. In Zeiten von Flugscham und Umweltdemos ist die grüne Welle noch nicht über das Mietwagen-Geschäft geschwappt, was aber auch viel mit anderen Bedienungskonzepten der Elektroautos und fehlenden Ladestationen zu tun hat. Noch sei die Unsicherheit zu gross in diesem Bereich, räumen die Sunny-Chefs ein. Vom Tisch ist das Thema aber keineswegs. Gilt es neue Entwicklungen zu adaptieren, spielt Sunny Cars erfahrungsgemäss vorne mit. Zumindest fürs Gruppenfoto stellen sich die Firmenchefs schon mal vor die grüne Wand am Firmensitz in Haarlem - und blicken auf ein vielversprechendes Jahr.