Rail & Road

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Für die grosse Mehrheit ist der Besitz eines eigenen Autos wichtig und die Mehrheit würde sich nur dagegen entscheiden, wenn durch Carsharing- oder Mietlösungen Geld gespart werden könnte. Bild: Jaromir Kavan

Beim Autoverzicht gehts nicht um den Klimaschutz

Das Auto ist in Zeiten von Klimastreiks und Flugscham noch immer das meistgenutzte Fortbewegungsmittel, jedoch könnte sich die Einstellung zum Besitz in Zukunft ändern.

Die Menschen lieben Autos noch immer und die Mehrheit besitzt sogar ein eigenes. Das ist gut zu verstehen, denn mit keinem anderen Fortbewegungsmittel ist man so bequem und flexibel unterwegs. Die Avis Budget Group hat vor kurzem eine Studie zum Thema veröffentlicht und Verbraucheruntersuchungen aus 16 Märkten in Europa und Asien analysiert. Das Ergebnis: Das Auto bleibt auch in Zukunft ein wichtiges Fortbewegungsmittel, jedoch wird der eigene Besitz weniger wichtig werden.

Für 82 Prozent der Befragten ist der Besitz eines Autos momentan noch wichtig, 77 Prozent besitzen eines und fast 50 Prozent bezeichnen es als ihr «ideales Fortbewegungsmittel». In den kommenden zehn Jahren wird ein Wandel im On-Demand-Markt für Autos erwartet. 59 Prozent der Befragten erwarten einen Zuwachs an Abonnementdiensten für die Autonutzung, 54 Prozent sind bereit auf einen solchen Dienst zuzugreifen und 68 Prozent glauben, dass der Besitz eines eigenen Autos in den nächsten zehn Jahren nicht die bevorzugte Art und Weise bleiben wird, um auf ein Auto zuzugreifen.

In der Schweiz sieht die Situation so aus: Hierzulande finden immer noch 72 Prozent der Befragten, dass es wichtig ist, ein eigenes Auto zu besitzen. 32 Prozent sind ausserdem der Meinung, dass das eigene Auto auch in den nächsten zehn Jahren die beliebteste Form der Fortbewegung mit dem Auto bleiben wird und 22 Prozent glauben, dass Carsharing-Services beliebter sein werden. Die Hälfte der Befragten wäre bereit, den Autobesitz gegen eine Miet- oder Abonnement-Lösung einzutauschen. Unter einer Voraussetzung: Die Abwicklung muss sich praktisch und einfach gestalten.

«Heute funktioniert alles über das Smartphone»

«Angetrieben von technologischen Fortschritten und dem Einfluss von Diensten wie Amazon, Netflix und Spotify wollen die Menschen heute per Knopfdruck auf Produkte und Dienstleistungen zugreifen. Dies hat sich auch auf die Mobilitätsbranche ausgewirkt und zu der Entwicklung geführt, die wir heute erleben: von der Möglichkeit, sofort ein Taxi zu buchen, bis hin zur Anmietung eines Autos für eine Woche Ferien funktioniert heute alles über das Smartphone. Unser Bericht zeigt also, dass der Bedarf an Flexibilität und sofortigem Zugang steigt, was zu einer veränderten Einstellung gegenüber dem Besitz eines eigenen Autos führt», erklärt Keith Rankin, Internationaler Präsident der Avis Budget Group.

Der grösste Anreiz, um auf das eigene Auto zu verzichten wäre bei den Schweizern eine finanzielle Ersparnis (65 Prozent), gefolgt von besserer Anbindung des Öffentlichen Verkehrs (19 Prozent) und lediglich 16 Prozent würden es tun, um die Umwelt besser zu schützen. 41 Prozent der Befragten wünschen sich, dass die Angebotenen Lösungen zum Carsharing in der ganzen Region gleich gehandhabt würde, 34 Prozent wünschen sich, dass eine ihnen bekannte Marke dahinter steht und für 15 Prozent müsste die Regierung eine Reglementierung vornehmen.

«Veränderte Bedürfnisse und die Ausweitung der Sharing Economy bieten sowohl Herausforderungen als auch Chancen für die Mobilitätsbranche. Unser Report hat gezeigt, dass die Verbraucher neben vernetzten und integrierten On-Demand-Diensten weiterhin Bequemlichkeit zu einem vernünftigen Preis erwarten», hält Rankin fest.

(NWI)