Rail & Road

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Andreas Meyer erläutert die Gründe für seinen Rücktritt während der SBB-Medienkonferenz in Bern – neben SBB-Präsidentin Monika Ribar und Kommunikationsleiterin Kathrin Amacker. Bild: Livestream SBB

SBB-CEO Andreas Meyer tritt 2020 zurück

Überraschender Rücktritt des SBB-Chefs. Nach 13 Jahren scheidet Andreas Meyer aus. Der Entscheid soll schon länger feststehen und nichts mit jüngsten Sicherheitsproblemen zu tun haben.

2007 übernahm Andreas Meyer die Führung der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB). Nach turbulenten Monaten gab er an der heutigen Pressekonferenz bekannt, per Ende 2020 zurückzutreten. Der Rücktritt habe nichts mit den jüngsten Ereignissen zu tun, sagte dazu SBB-Präsidentin Monika Ribar. Anfang August kam es zu einem tödlichen Einklemmunfall eines Zugbegleiters in Baden AG. Der jetzige Zeitpunkt sei richtig für einen Wechsel, weil der Strategieprozess 2020 im nächsten Jahr abgeschlossen werde.

Für SBB-Kunden gibt es Good News: 1. Klasse-GA-Besitzer erhalten eine Gutschrift von 100 Franken. Solche eines 2.Klasse-GAs 50 Franken. Halbtax-Kunden gehen auch nicht leer aus: Sie profitieren von zusätzlichen Sparbilletten und erhielten Anfang August Gutschriften von 39 Millionen Franken.

Damit will sich die SBB bei den Kunden für ihre Geduld in diesem betrieblich anspruchsvollen Jahr bedanken. Über den Sommer 2019 habe die SBB eine ausserordentliche betriebliche Leistung erbracht, teilten die Verantwortlichen. Für zahlreiche Grossveranstaltungen wie die Fête des Vignerons oder das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest schickte das Bahnunternehmen mehr als 1900 Extrazüge auf die Gleise. Dies habe zu knappen Ressourcen beim Personal und beim Rollmaterial geführt. Dadurch hätten die Mitarbeitenden zudem viele Zusatzarbeiten, insbesondere bei den Kundenbegleitern oder beim Lokpersonal, erledigen müssen.

Zwar stand Andreas Meyer zuletzt stärker unter Druck, an der Performance der SBB wurde vielerorts rumgemäkelt und vor allem an der verzögerten Inbetriebnahme des neuen FV-Dosto und zuletzt wegen Fragen der Sicherheit. In seiner Amtszeit hat die SBB ihr Angebot aber deutlich steigern können – bei stabilen Preisen in den vergangenen Jahren. Wichtige Meilensteine von Meyers Amtszeit waren die Neupositionierung von SBB Cargo, welche in die schwarzen Zahlen geführt wurde, und SBB Immobilien, die als eigenständige Division zu einem tragenden Standbein der SBB ausgebaut wurde. Zudem konnte beim Netzzustand Transparenz geschaffen und Verbesserungen erzielt sowie die Sanierung der SBB Pensionskasse in die Wege geleitet werden. In seine Zeit fällt auch die Digitalisierung der Kundenangebote und der Arbeitsmittel bis in den Führerstand.

(GWA)