Rail & Road

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Egal in welcher Klasse: Auch im neuen Traverso werden Zug-Fernstrecken innerhalb der Schweiz komfortabel sein. Bild: allabout/Copyright: SBB CFF FFS

Die SBB stellt ihre Fernverkehrs-Kooperation mit der SOB vor

Die SOB wird ab Ende nächsten Jahres schweizweite Strecken für die SBB mit dem «Traverso» durchführen, welcher soeben vorgestellt wurde.

Die Schweizerische Südostbahn AG (SOB) und die Schweizerischen Bundesbahnen AG (SBB) kooperieren im Fernverkehr auf zwei Strecken: Ab Dezember 2020 verkehrt die SOB stündlich mit dem kupferfarbenen «Traverso» auf der Direktverbindung «Treno Gottardo» alternierend ab Basel beziehungsweise Zürich über die Gotthard-Bergstrecke nach Locarno; ab Dezember 2021 folgt eine direkte Verbindung unter dem Namen «Aare Linth» von Bern über Zürich nach Chur. Die SOB wird die zwei Linien im Auftrag der SBB fahren und vermarkten: mit eigenem Rollmaterial und im Co-Branding SOB-SBB.

Das benutzte Rollmaterial für diese Strecken wurde nun am Montag (26. August) vorgestellt. Die SOB haben bei Stadler Rail total 34 Züge bestellt, um die beiden Linien betreiben zu können. Sie setzt die Züge zudem seit Juni 2019 im regulären Umlauf des Voralpen-Express auf der Strecke zwischen St. Gallen und Luzern ein. Bei diesen Fahrzeugen handelt es sich um 24 achtteilige, kupferfarbene Fernverkehrs-Niederflurtriebzüge namens «Traverso» und um zehn vierteilige, silberfarbene FLIRT, welche zur Verstärkung des «Traverso» und im S-Bahn-Verkehr eingesetzt werden.

Die Fernverkehrszüge «Traverso» verfügen über 359 Sitzplätze, davon 68 Plätze in der 1. Klasse (in 2+1-Bestuhlung). Alle Sitzplätze sind mit Steckdosen ausgerüstet. Die Kunden können sich in den zwei Bistrozonen mit Kaffee- und Snackautomaten verpflegen und für Reisende mit Kindern steht ein Familienabteil zur Verfügung. Die Züge erfüllen die neuesten europäischen Behindertengleichstellungsgesetze und bieten ein Informationssystem mit vier bis sieben Bildschirmen pro Wagen.

Die SOB setzt die einheitlichen Fernverkehrszüge «Traverso» auf der Strecke des Voralpen-Express zwischen St. Gallen und Luzern ab Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2019 ein, auf der Gotthard-Bergstrecke ab 13. Dezember 2020 und ab Mitte Dezember 2021 zwischen Bern und Chur.

Kooperationen als Versprechen für die Zukunft

Das Kooperationsmodell hat grossen Kundennutzen. Die integrale Fernverkehrskonzession SBB stärkt das Erfolgsmodell «ÖV Schweiz» und legt die Basis für die zukünftige Weiterentwicklung.

Die SBB entwickelt diese Mehrbahnenlösung gezielt mit Partnerbahnen wie der SOB weiter und ist bereit, die Betriebsführung einzelner Linien durch Kooperationspartner ausführen zu lassen – «im Interesse der Reisenden und der Regionen der Schweiz, welche ein qualitativ hochwertiges und schweizweit abgestimmtes Angebot nutzen können», wie es in einem Communiqué heisst.

Die SBB hat mit der Umsetzung dieses Versprechens allerdings auch schon Kritik einstecken müssen, etwa von der Konkurrentin BLS.

(JCR)