Rail & Road

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BlaBlaCar-Deutschland-Chef Christian Rahn stellte heute Mittag in Berlin den ersten BlaBlaBus auf deutschen Strassen vor. Bild: SMS

Viel mehr als nur Blabla

Der deutsche Fernbus-Krösus Flixbus erhält Konkurrenz – und sollte diese nicht unterschätzen: BlaBlaBus startet mit einem gewieften Konzept und Aktionspreisen. Travelnews.ch war beim Start in Berlin mit dabei.

Die Pressekonferenz findet im klimatisierten BlaBlaBus direkt vor dem Berliner Café Einstein statt. Komfortabel sind die in einer 2+2-Konfiguration angelegten XXL-Sitze, Steckdosen sind an allen Sitzplätzen verfügbar, das Wlan ist gratis. 20 Medienschaffende, darunter RTL, das lokale Fernsehen RBB wie auch travelnews.ch, staunen nicht schlecht. Da meints jemand ernst mit dem Start ins Fernreise-Geschäft. Wenn Fernbus-Krösus Flixbus denkt, hier handle es sich bloss um Blabla, könnte sich dieser noch täuschen.

Das französische Unternehmen BlaBlaBus startet heute mit fünf Strecken im deutschen Fernbusmarkt und wartet gleich mal mit Aktionspreisen auf, bei denen man sich die Augen reiben muss: 99 Cent pro Strecke. Die ersten fünf Verbindungen führen von Frankfurt am Main über Leipzig nach Berlin, von Dresden über Berlin und Hamburg nach Bremen, von Berlin nach München, von Berlin nach Düsseldorf und von Hamburg nach Düsseldorf. Als weitere Ziele ab Juli nennt BlaBlaBus Stuttgart, Münster, Karlsruhe und Mannheim. Wie Flixbus arbeitet BlaBlaBus mit lokalen Busunternehmen zusammen.

Und beim neuen Fernbus-Anbieter handelt es sich nicht um einen Nobody, sondern mit BlaBlaCar um den führenden Anbieter von Mitfahrgelegenheiten in Europa; im Jahr 2015 kaufte das Unternehmen die Plattformen mitfahrgelegenheit.de und mitfahrzentrale.de.

Pressekonferenz im Bus: Christian Rahn nennt die Vorteile des neuen Anbieters BlaBlaBus.

BlaBlaCar-Deutschlandchef Christian Rahn zeigt sich im Gespräch mit travelnews.ch überzeugt, mit einem erfolgreichen Konzept loszulegen: «Wir zählen auf eine über sechs Millionen Personen grosse Community in Deutschland, die nun auch vom Fernbus-Angebot erfährt. Mit der Kombination von Fernbussen und Mitfahrgelegenheiten können wir ganz neue Vorteile und Services schnüren. Ich bin überzeugt, dass sich BlaBlaBus schnell im Markt bewähren wird.»

Gross geschrieben ist bei BlaBlaBus die Sicherheit. Der Bus kann nur gestartet werden, nachdem der Busfahrer in ein mit dem Zündschloss verbundenen Alkoholtester reingepustet hat. Die Busse verfügen auch über Abstandsregeltempomat und Spurhalteassistent.

Doch wieso eigentlich «BlaBla»? Der Name BlaBlaCar beschreibt die Gesprächigkeit der Fahrer und Mitfahrer, die in ihrem Profil ihren Hang zum Plaudern einstufen und so gleichgesinnte Mitreisende finden können.

Der Start in Deutschland soll aber erst der Anfang sein. Noch in diesem Jahr sollen bis zu 70 BlaBlaBus-Linien in ganz Europa eingeführt werden.

(SMS)