Rail & Road

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Mit dem Elektroauto ans Meer? Laut dem TCS-Test mit etwas Planung problemlos möglich. Bild. TCS/Flickr.

Mit dem Elektroauto in die Ferien ans Meer

Der TCS hat den Test gemacht und ist mit Elektroautos an die Côte d’Azur und in die Toskana gefahren.

Die Elektroautos sind auf dem Vormarsch: Im ersten Quartal des Jahres verfügte jeder Zehnte verkaufte Neuwagen über einen Alternativantrieb. Die Zahl der neu verkauften Elektrofahrzeuge stieg gar um 130 Prozent an. Nun stehen die Sommerferien vor der Tür und damit auch die Frage: Kann man eigentlich auch mit dem Elektroauto bis ans Meer nach Frankreich oder Italien fahren? Viele befürchten Einschränkungen bei der Reichweite oder dem sich erst im Aufbau befindenden Ladestationsnetz. Der TCS hat den Test gemacht und ist mit zwei verschiedenen Elektroautos einmal an die Côte d’Azur und einmal in die Toskana gefahren.

Die Schwierigkeit dabei: Auf dem Markt gibt es noch kaum Anbieter die sowohl in der Schweiz als auch im südlichen Italien über ein dichtes Ladestationsnetz verfügen. Deshalb musste für die Italienreise eine Alternative gesucht werden. Der TCS wählte für seine Testfahrt den Anbieter Nextcharge. Dieser verfügt zwar über keine eigenen Ladestationen hat aber Partnerverträge mit mehreren Anbietern, wodurch sich ein engmaschiges Ladenetz ergibt. Zudem kann die App von Nextcharge auf Deutsch eingestellt werden.

Für die Bezahlung an den Ladestationen muss ein Guthaben auf die App geladen werden – die empfohlene Ladekarte traf eine Woche nach der Bestellung ein. Bei der Planung der Reiseroute in die Toskana fiel auf, dass es auf italienischen Autobahnraststätten keine Schnelladestationen gibt und man zum Aufladen die Autobahn verlassen und die Mautstellen passieren muss.

Keine Schweizer Ladeanbieter in Italien und Frankreich

Auch in Südfrankreich musste aufgrund der mangelnden Partnerverträge von Schweizer Ladeanbietern eine Alternative gesucht werden. Mit Chargemap wurde ein Anbieter gewählt, der ebenfalls über keine eigenen Ladestationen verfügt, dank Partnerverträgen aber ein sehr dichtes Netz an Ladestationen anbietet. Die Ladekarte kostet einmalig 20 Euro und wird rund eine Woche nach Bestellung zugestellt. Anders als beim Italienischen Modell, erfolgt die Bezahlung rückwirkend per Rechnung. Der Vorteil in Frankreich ist, dass die Schnellladestationen bei den Raststätten installiert sind und die Autobahn nicht verlassen werden muss.

Fazit: Die Ferienfahrt mit dem Elektroauto ist durchaus möglich. Die 35 bis 50 Minütigen Ladestopps lassen sich optimal planen und mit Einkäufen oder der Besichtigung von Sehenswürdigkeiten kombinieren.

Bedenken über ein ungenügendes Ladestationsnetz haben sich nicht bewahrheitet. Die Ladeinfrastruktur in Italien und Frankreich ist vorhanden. Aktuell profitiert man davon, dass nicht viele Elektroautos auf der Strasse sind und die meisten Ladestationen frei sind. In Zukunft könnte dies aber noch eine Herausforderung werden.

Bei spätestens 20 Prozent eine Ladestation aufsuchen

Da die Ladestationen von Schweizer Anbieter dank Partnerverträgen hauptsächlich in Deutschland, Österreich und der Schweiz gut vertreten sind, braucht man in den südlichen Ländern einen anderen Anbieter. Denn vom Laden bei fremden Betreibern ist abzusehen, da sonst sehr hohe Ladekosten anfallen können.

Für die Ladestopps empfiehlt sich die 20/80 Prozent Regel: Bei spätestens 20 Prozent Reichweite sollte ein Ladestopp erfolgen. Die 20 Prozent dienen als Reserve zum Anfahren der nächsten Schnellladestation, falls der Ladevorgang bei der ersten Station nicht funktioniert. Da der Ladevorgang von 20 zu 80 Prozent in etwa gleichlange dauert wie von 80 bis zu 100 Prozent, ist es zeiteffizienter die Batterie nur bis zu 80 Prozent zu laden.

(TN)