Rail & Road

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Ein Touristenbus mit 51 Menschen an Bord überschlug sich mehrmals im Westen von Madeira. 29 Personen starben. Bild: Screenshot / RTP Madeira

29 Touristen aus Deutschland sterben bei Busunglück auf Madeira

Der Busfahrer verlor offenbar die Kontrolle über den mit 51 Personen besetzten Reisebus. – Möglicherweise sind Gäste der deutschen Veranstalter Trendtours und Schauinsland betroffen. – Das sagen Schweizer Reiseveranstalter zur Sicherheit von Busreisen und Bus-Transfers.

Bei einem Busunfall auf der portugiesischen Insel Madeira starben 29 Personen. Dabei soll es sich laut lokalen Behörden allesamt um Deutsche handeln.

Das Unglück ereignete sich gegen 18.30 Uhr in der östlich von Funchal gelegenen Gemeinde Caniço. Gegenüber dem Sender RTP sprach Portugals Staatschef Rebelo de Sousa davon, dass alle 29 Opfer Deutsche seien.

Der Fahrer verlor offenbar die Kontrolle über den mit 51 Personen besetzten Reisebus. Dieser kam anschliessend von der Strasse ab, überschlug sich mehrfach und stürzte auf ein Haus.

Auf Bildern war zu sehen, wie der weisse Reisebus völlig zerstört auf der Seite und teilweise auf einem roten Ziegeldach lag. Der Busfahrer und der Reiseleiter – beides Portugiesen – haben verletzt überlebt.

Zwei Dutzend Rettungswagen waren im Einsatz, die Polizei riegelte den Unglücksort weiträumig ab. Auf Videos war zu sehen, wie Helfer Verletzte stützten und in Sicherheit brachten.

Die Unglücksursache war noch unklar. Medien berichteten, ein mechanisches Problem sei wahrscheinlich die Unfallursache gewesen – entweder ein Bremsausfall oder ein eingeklemmtes Gaspedal.

Möglicherweise Gäste von Trendtours und Schauinsland

Update, 10.30 Uhr: Noch unklar ist, welche Reiseveranstalter Gäste an Bord des Unglückbusses hatten. Gemäss dem deutschen Fachportal «fvw» sind die grossen Veranstalter TUI, Thomas Cook, DER Touristik, Alltour sowie Portugal-Spezialist Olimar nicht betroffen.

Intensive Abklärungen laufen bei Trendtours und Schauinsland. Der Bus soll von Trendtours gechartert worden sein. Es seien möglicherweise Gäste betroffen, bestätigt Trendtours. Auch Schauinsland schliesst nicht aus, dass Gäste an Bord waren. Die Ermittlungen laufen aber noch an.

Wie sicher sind Busreisen?

Angesicht der hohen Opferzahl beim sich überschlagenden Bus, dürfte sich bei den laufenden Ermittlungen und Abklärungen die Frage stellen, ob wohl viele Gäste nicht angeschnallt waren? Travelnews.ch hat bei Schweizer Reiseveranstaltern nach Sicherheitsvorkehrungen und der Gurtenpflicht nachgefragt.

Eurobus-Geschäftsleiter Andreas Meier sagt dazu: «Seit vielen Jahren müssen in der Schweiz zugelassene Reisebusse mit Gurten ausgestattet sein. Alle Eurobus-Reisebusse sind mit Sicherheitsgurten ausgestattet und die Passagiere werden per Video bei Fahrbeginn und mit Wiederholdurchsagen darauf aufmerksam gemacht, dass Gurtentragpflicht gilt.» Auch andere Punkte wie das Verhalten bei Brandfall und die Lagerung des Gepäcks werden dabei erörtert.

Auf weitere Sicherheitsvorkehrungen angesprochen, sagt Andreas Meier: «Eurobus investiert laufend in neue Reisebusse, welche mit den modernsten am Markt erhältlichen Sicherheitssystemen wie Spurassistent, Abstandstempomat mit Active Brake Assist und Abbiegeassistent ausgerüstet sind. So werden wir im  Mai zehn neue Reisebusse erhalten. Zudem werden unsere Chauffeure regelmässig weitergebildet.»

Und nach den Auflagen bei der Zusammenarbeit mit lokalen Partner- und Busunternehmen befragt, sagt Prisca Huguenin-dit-Lenoir, Sprecherin von Hotelplan Suisse: «Für uns steht die Sicherheit der Kunden immer an erster Stelle. Zudem wird die Sicherheit und Qualität der Transportmittel bei unseren Leistungsträgern regelmässig kontrolliert. Die Qualität wird auch vertraglich bei unseren Leistungsträgern festgehalten.»

(nau/TN)