On The Move

Martin Nydegger, Direktor von Schweiz Tourismus, gibt den anwesenden Medienschaffenden Auskunft über die Jahreszahlen 2025 im Schweizer Tourismus. Bild: TN

Die Schweiz hat immer weniger asiatische Gäste

Im vergangenen Jahr zählte die Schweiz knapp 44 Millionen Hotelübernachtungen und generiert ein Plus 2,6 Prozent – trotz sinkender Zahlen aus Asien. Martin Nydegger, Direktor von Schweiz Tourismus, stellt an der Jahresmedienkonferenz klar, wo es in Zukunft hingeht.

Der Schweizer Tourismus hat ein erfolgreiches Jahr hinter sich. Die Hotellogiernächte sind erneut gestiegen, wie die Zahlen des Bundesamts für Statistik (BfS) belegen. Mit 43,9 Millionen Hotelübernachtungen konnte ein Wachstum von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielt werden. Im Rahmen eines Mediengesprächs in der Gleisarena am Hauptbahnhof Zürich gab Martin Nydegger, Direktor Schweiz Tourismus, Einblick in die Jahreszahlen 2025.

Angetrieben war das Wachstum besonders durch den Schweizer Inlandtourismus und die Gäste aus den USA. Mit 48,1 Prozent wurden fast die Hälfte aller Logiernächte von Schweizerinnen und Schweizern generiert. Dies entspricht rund 21 Millionen Hotelübernachtungen. Besonders beliebt bei den Schweizern waren die grossen Städte wie Zürich, Genf und Basel mit einem Anstieg von 6,5 Prozent, während die Bergregionen leicht einbüssten (-0.5%).

Weniger chinesische Gäste

Treiber dieses Wachstums waren nicht zuletzt auch die Grossanlässe, die 2025 stattgefunden haben, mitunter der ESC in Basel, die Frauenfussball-Europameisterschaft oder das Eidgenössische Turnfest in Lausanne. Gerade die Europameisterschaft zog viele britische Gäste in die Schweiz und sorgte für ein Wachstum von +7,5 Prozent für den britischen Markt.

Gäste aus den USA generierten mit rund 3,4 Millionen Longiernächten rund 8,4 Prozent aller Übernachtungen im Jahr 2025. Der Anstieg entfiel mit 13,4 Prozent besonders auf die Bergregionen. Auch die nördlichen Nachbarn der US-Amerikaner kommen gerne für den Wintersport in die Schweiz. Nydegger hält fest: «Die Kanadier reisen momentan nicht so gerne in die USA. Zurzeit heisst es Andermatt statt Aspen, Verbier statt Vail.»

Martin Nydegger und Martin von Moos, Präsident HotellerieSuisse, an der Jahresmedienkonferenz von Schweiz Tourismus. Bild: TN

Besonders auffällig ist der Rückgang asiatischer Reisender. Zwischen 2019 und 2025 gingen die Übernachtungen asiatischer Gäste um 18,1 Prozent zurück. Bei Personen aus China, Hongkong und Taiwan wurde sogar ein Einbruch von 36,2 Prozent registriert. «China hat während der Pandemie stark in den Binnentourismus investiert, das zeigt sich auch bei uns», so Nydegger. Mit einer vollständigen Rückkehr chinesischer Touristen rechnet er nicht.

Kampagnen zeigen Wirkung

«Stetiges Wachstum ist nicht unser primäres Ziel, sondern ein langfristig tragfähiger Tourismus», sagt Nydegger. Die Schweiz soll eine qualitativ hochwertige Premium-Destination sein. «Die Gästelenkung ist unsere neue Disziplin. Es gibt vereinzelte Hotspots, die immer mit Engpässen zu kämpfen haben werden, aber wir versuchen, die Touristen zunehmend auf das ganze Jahr zu verteilen und auch an weniger bekannte Orte zu bringen.» Die zahlreichen Marketingkampagnen zur «Entzerrung von Nachfragespitzen» zeigten ihre Wirkung: 2025 gab es beispielsweise ein Wachstum von 6,6 Prozent an brasilianischen Reisenden, die das Januarloch füllten.

In diesem Zusammenhang wird es auch immer wichtiger, dass sich die Schweizer Hotellerie weiterentwickelt und neue Konzepte testet, wie beispielsweise das ganze Jahr geöffnet zu haben. «Es gibt bereits einige Hotels, die das ganze Jahr geöffnet haben und feststellten, dass auch ein November ganz gut ausgelastet ist», so Martin von Moos, Präsident von HotellerieSuisse. Im vergangenen Jahr lag die durchschnittliche Hotelauslastung in der Schweiz bei 51 Prozent.

(MLD)