On The Move
Mehr Ausfälle und längere Fahrzeiten auf der Strecke Zürich–München
Die Eurocity-Verbindung zwischen Zürich und München gilt seit Jahren als anfällig für Verspätungen. Doch zuletzt erlebten Reisende auf der beliebten Strecke eine neue Eskalationsstufe: Neben chronischen Verzögerungen häuften sich auch komplette Zugausfälle.
Allein am vergangenen Wochenende wurde je eine Verbindung pro Richtung ersatzlos gestrichen. Auch an den darauffolgenden Tagen kam es zu mehreren Ausfällen. Laut Berechnungen des Newsportals «Watson» fiel in jüngster Vergangenheit rund jeder achte Eurocity zwischen Zürich und München ganz oder teilweise aus.
Als Hauptgrund nennt die SBB technische Probleme bei den eingesetzten Astoro-Zügen. «In den vergangenen Tagen kam es zu diversen Fahrzeugstörungen», sagt SBB-Sprecherin Sabrina Schellenberg. Gleichzeitig seien die Wartezeiten bei der Beschaffung von Ersatzmaterial teilweise lang, was kurzfristige Reaktionen erschwere.
Besonders betroffen sind Abschnitte zwischen Lindau-Reutin und St. Margrethen oder St. Gallen sowie zwischen Bregenz beziehungsweise St. Margrethen und München. Teilweise wurden Züge aber auch auf der gesamten Strecke gestrichen. Reisende können auf Teilabschnitten auf Alternativen ausweichen. Wer jedoch durchgehend reisen will, muss auf die nächste Verbindung zwei Stunden später warten.
Längere Fahrzeiten wegen maroder Infrastruktur
Entspannung ist in Sicht: Ab Donnerstag (22. Januar 2026) sollen voraussichtlich wieder alle Verbindungen verkehren. Die Lage bleibt jedoch fragil, weitere kurzfristige Anpassungen sind nicht ausgeschlossen.
Und: Kaum ist das Fahrzeugproblem entschärft, droht bereits das nächste Hindernis: Ab Anfang Februar und voraussichtlich bis Ende Oktober werden die Eurocity-Züge auf dem deutschen Streckenteil langsamer unterwegs sein. Grund sind sogenannte Langsamfahrstellen wegen maroder Infrastruktur. Die Folge: längere Fahrzeiten von rund zehn Minuten und teilweise frühere Abfahrten in München.
Dabei ist die Verbindung stark nachgefragt. 2023 nutzten rund 123’000 Reisende die Strecke, seither dürften es noch mehr geworden sein. Trotz Elektrifizierung und Fahrzeitverkürzung bleibt der Ausbau begrenzt: Für einen angestrebten Stundentakt wären umfangreiche Ausbauten nötig, insbesondere auf dem eingleisigen Abschnitt zwischen Lindau und Buchloe. Diese haben in Deutschland derzeit keine Priorität.
Dass die Zuverlässigkeit zu wünschen übrig lässt, zeigt auch der Blick auf die Konkurrenz: Flixbus bedient die Strecke inzwischen bis zu 15 Mal täglich pro Richtung – eine der meistgenutzten Linien im gesamten Fernbusnetz.