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Die Yacht «Four Seasons I» soll in Frühling 2026 erstmals in See stechen und den Gästen 95 luxuriöse Suiten bieten. Bild: Four Seasons

De Luxe So sehen Luxusreisen 2026 aus

In diesem Jahr investieren vermögende Reisende zunehmend in Erlebnisse, die berühren, verbinden und nachhaltig wirken – an Land, auf See und über Generationen hinweg. In den Ferien soll jedes Detail stimmen.

Luxuriös zu reisen bedeutet längst nicht mehr zwangsläufig, in einem Fünf-Sterne-Hotel zu wohnen. Auch Kreuzfahrtschiffe bieten heute Annehmlichkeiten auf höchstem Niveau. Gleichzeitig verreisen immer mehr wohlhabende Menschen gemeinsam mit ihrer Familie: Reiseveranstalter reagieren auf diese Nachfrage mit Angeboten für exklusive Mehrgenerationenreisen. Hinzu kommt ein wachsender Fokus auf Selbstfürsorge sowie auf transformative Reiseerlebnisse, die eine nachhaltige Wirkung habe.

Wir zeigen vier Trends, die das Luxusreisejahr 2026 prägen werden:

Langlebigkeit und tiefgreifende Erlebnisse

Ganzheitliche Wellness-Erlebnisse und traditionelle Entspannung mit verjüngender Wirkung – Luxus-Reisende legen 2026 noch mehr Wert auf Selbstfürsorge und Langlebigkeit. Im Fokus stehen verschiedenste Praktiken: von modernem Biohacking und Kältebädern bis hin zu alten Heilpraktiken, die Achtsamkeit und Vitalität fördern. So bietet beispielsweise das Ritz-Carlton Reserve «Mandapa» in Bali heilige Homa-Yajna-Feuerzeremonien unter der Leitung lokaler Priester an.

Auch kulturell geprägte Erlebnisse, die eine transformative Wirkung haben, werden zu einem zentralen Trend im Luxussegment, wie das Magazin «Connecting Travel» weiss. Anstatt nur eine kurze Realitätsflucht zu haben, suchen vermögende Gäste an einem Ort zunehmend nach Erlebnissen, die einen bleibenden Eindruck auf ihre Denkweise und ihren Lebensstil hinterlassen.

Mehrgenerationenreisen

Mehrgenerationenreisen werden 2026 noch exklusiver. Wohlhabende Familien entscheiden sich immer öfter, gemeinsam zu reisen. Im Zentrum stehen dabei laut dem «Travelmarket report» privat geführte, massgeschneiderte Reisen, die sich flexibel an die verschiedenen Generationen anpassen lassen. Sogenannte «Multi-Spoke»-Reiserouten ermöglichen den Teilnehmenden dasselbe Highlight zu erleben, einfach auf verschiedene Weisen: etwa wenn aktive Reisende eine Velotour machen, während andere die Strecke mit einem privaten Fahrzeug zurücklegen.

In diesem Jahr setzen wohlhabende Familien zunehmend auf Villen, die allen Platz bieten und gemeinsames Wohnen mit hoher Privatsphäre ermöglichen, ohne auf Komfort und Annehmlichkeiten zu verzichten. Ergänzt wird das Erlebnis durch private Reiseleiter, die jede Reise persönlich und einzigartig gestalten.

Raffinierter Butlerservice

Der klassische Butler, der sich im Smoking um das Gepäck kümmert und einen Martini serviert ist nicht mehr das, was sich Luxusreisende wünschen. Heute müssen Butler vorausschauend arbeiten, wissen, was Gäste brauchen, oft bevor diese ihre Wünsche selbst formulieren. Ob das Lieblingsgetränk beim Ankommen, der reservierte Tisch im Stammrestaurant oder eine Popcornmaschine für den Filmabend im Zimmer – das gehört längst zum Repertoires eines Butlers.

2026 wird es noch persönlicher: Laut dem Virtuoso Luxe Report 2026 verzeichnen rund 45 Prozent der Reisebüros eine steigende Nachfrage nach Reisen, bei denen jedes Detail stimmt. Wer in ein Fünf-Sterne-Hotel geht, erwartet nicht nur Komfort, sondern Fürsorge. Butler sollen sich Gewohnheiten, Vorlieben und kleine Routinen merken und so Vertrauen zu den Gästen schaffen. In diesem Jahr werden Butler von einem Dienstleister zu einem Begleiter, der den Überblick behält und mit Fingerspitzengefühl alles koordiniert.

Luxushotels auf dem Wasser

Auch wenn viele Reisende Kreuzfahrtschiffe nicht direkt mit exklusivem Luxus verbinden – 2026 entwickeln sich die Luxusdampfer zunehmend zu schwimmenden Erstklasshotels, die längst mit hochwertigen Resorts an Land mithalten können. Und die bieten sogar noch einen entscheidenden Vorteil: das Meer als permanente Kulisse.

Wer Luxus sucht, muss nicht mehr zwangsläufig festen Boden unter den Füssen haben. Das Schiff selbst wird zum neuen Rückzugsort. Immer mehr Hotelketten geben ihr Debut auf dem Wasser. Mitte 2025 hat Ritz-Carlton seine dritte Yacht in Dienst gestellt, während Four Seasons im Frühling 2026 mit nur 95 Suiten auf dem Wasser loslegt. Die mexikanische Grupo Vidanta, bislang bekannt für Luxusresorts und Golfanlagen, erweitert ihr Portfolio im April um ein Schiff für 216 Gäste. Bei Scenic Luxury Cruises & Tours wird 2026 zudem bewusst weniger oft angelegt, um die Erholung an Bord zu maximieren.

(TN)