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Software-Alarm bei Airbus A320: Umrüstung bei Swiss und Edelweiss über Nacht
Ein dringendes Software-Update für Tausende von Airbus-Flugzeugen der A320-Familie hielt die Technik-Teams vieler Fluggesellschaften seit Freitag in Atem. Grund ist ein potenziell gefährliches Problem in den Flugkontrollrechnern, das zu einem ungesteuerten Sinkflug führen könnte. Die Schweizer Airlines Swiss und Edelweiss reagierten prompt: Dank eines ausserordentlichen Nachteinsatzes ihrer Crews konnten alle betroffenen Maschinen fristgerecht umgerüstet werden – ohne Auswirkungen auf den Flugbetrieb.
Der Flugzeughersteller Airbus informierte am Freitagabend alle Betreiber der A320-Familie weltweit über die Notwendigkeit kurzfristiger Softwareanpassungen. Auslöser war die Analyse eines nicht näher beschriebenen Zwischenfalls, der die Sensibilität des Systems für starke Sonneneinstrahlung offenbarte. Diese könnte zu einer fehlerhaften Datenverarbeitung im sogenannten ELAC-B-Computer führen, einem für die Steuerung des Höhenruders entscheidenden Bauteil.
Gefahr des unkontrollierten Sinkflugs
Die Dringlichkeit der Massnahme wurde durch einen Vorfall mit einer A320 von JetBlue Airways über Florida unterstrichen. Laut Berichten führte das erkannte Problem zu einem extremen, ungesteuerten Sinkflug aus der Reiseflughöhe, bei dem mehrere Passagiere behandlungspflichtige Verletzungen erlitten.
Airbus warnte in einem dringlichen Schreiben vor einem «ungesteuerten und begrenzten Pitch-down-Ereignis», das nicht nur Passagiere gefährden, sondern auch die strukturelle Belastbarkeit des Flugzeugs überschreiten könnte. Weltweit sind schätzungsweise 6000 Flugzeuge betroffen.
Nachteinsatz in der Schweiz sichert Betrieb
In Abstimmung mit der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) mussten die Updates schnellstmöglich erfolgen, mit einer Frist bis Samstagnacht. Die Swiss und ihre Schwestergesellschaft Edelweiss zeigten sich reaktionsschnell und effizient. Technikerinnen und Techniker der Swiss arbeiteten die gesamte Nacht hindurch, um die notwendigen Software-Updates in hoher Kadenz auf ihren Kurz- und Mittelstreckenfliegern der A320-Familie einzuspielen.
«Die Softwareprobleme von Airbus haben somit weder zu Einschränkungen im Flugbetrieb noch zu Auswirkungen für unsere Passagiere geführt», erklärte die Swiss am Samstagnachmittag. Auch bei Edelweiss wurde in enger Zusammenarbeit mit Swiss die gesamte betroffene A320-Flotte fristgerecht überprüft und aktualisiert.
Kommunikationschef Andreas Meier von Edelweiss versicherte, dass der Flugbetrieb wie geplant verlaufe. Die schnelle Umsetzung dank des «ausserordentlichen Einsatzes» der Technik-Teams verhinderte, dass die dringende Sicherheitsmassnahme – anders als von Airbus befürchtet – zu Betriebsunterbrechungen, Streichungen oder Verspätungen für Fluggäste in der Schweiz führte.