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Airbus fehlen die Triebwerke – 70 fertige Jets stehen still
Ein Jet ohne Triebwerk ist wie ein Auto ohne Motor – er bleibt am Boden. Genau das ist aktuell das Problem von Airbus: Ende Juli standen 60 sogenannte «Glider» in den Hallen, im August waren es laut Branchenkreisen bereits 70, schreibt das deutsche «Handelsblatt». Die Maschinen sind komplett montiert, können aber nicht ausgeliefert werden, weil die Triebwerke fehlen.
Das Dilemma trifft Airbus zu einem heiklen Zeitpunkt. Der Konzern hat sich vorgenommen, 2025 rund 820 Verkehrsflugzeuge an Kunden zu übergeben – mehr als die 766 im Vorjahr. Doch bis Ende August kam Airbus nur auf 434 Auslieferungen, 13 weniger als im gleichen Zeitraum 2024. Damit wackelt das Jahresziel, obwohl der Konkurrent Boeing durch Qualitätsprobleme und Verzögerungen kaum liefern kann.
Airbus-Chef Guillaume Faury verweist auf Fortschritte bei den Motorenherstellern, bestätigt aber, dass die Lieferkette sein «grösstes Sorgenkind» bleibt. Besonders betroffen sind die Mittelstreckenjets der A320-Familie – das erfolgreichste Programm des Unternehmens. Mit bald über 12'200 ausgelieferten Exemplaren wird der A320 den Boeing 737 in Kürze als meistverkauftes Flugzeugmodell ablösen.
Doch solange die Triebwerke fehlen, bleibt ein Rekordjahr in der Schwebe. Für Airbus geht es dabei nicht nur um Stückzahlen, sondern auch ums Geld: Erst bei der Übergabe erhalten die Hersteller die Schlusszahlungen der Airlines – Einnahmen, die für Investitionen in neue Flugzeuggenerationen dringend benötigt werden.