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SRV-Präsident Martin Wittwer äussert sich zur Zukunft nach der Übernahme von Hotelplan durch Dertour. Bild: TN

«Die Übergangsphase wird länger dauern als nur ein paar Monate»

Reto Suter

Mit der Übernahme von Hotelplan durch Dertour beginnt für die Schweizer Reisebranche eine neue Ära. Martin Wittwer, Präsident des Schweizer Reise-Verbands (SRV), erklärt im Travelnews-Interview, warum Geduld gefragt ist und welche Weichen nun gestellt werden müssen.

Seit exakt zwei Wochen steht fest, wie das neue Führungsteam nach der Übernahme von Hotelplan durch Dertour aussieht: zwölf Köpfe, je sechs von Hotelplan und Dertour Suisse. Sie sollen die Übergangsphase steuern und das Unternehmen gemeinsam in eine erfolgreiche Zukunft führen.

Am Rande der Medienkonferenz des Schweizer Reise-Verbands (SRV) sprach Travelnews diese Woche mit SRV-Präsident Martin Wittwer. Er erklärt, welche Herausforderungen nun auf das neue Management zukommen und welche Folgen der Zusammenschluss für die Arbeit im Verband hat.

Herr Wittwer, das neue Organigramm nach der Übernahme von Hotelplan durch Dertour liegt auf dem Tisch. Gab es für Sie Überraschungen?

Martin Wittwer: Ich kann und will nicht auf einzelne Namen eingehen – das ist als Präsident des SRV nicht meine Aufgabe. Klar ist: Die Zusammenführung zweier Unternehmen dieser Grösse ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Richtig ist, dass beide Seiten im Management gleich stark vertreten sind – und das ist hier der Fall. Entsprechend gibt es für mich keine Überraschungen.

Welche Herausforderungen sehen Sie für das neue Führungsteam?

Die Übergangsphase wird länger dauern als nur ein paar Monate – mindestens ein Jahr. In dieser Zeit müssen die Unternehmenskulturen zusammenwachsen und Prozesse harmonisiert werden. Das neue Management ist gut aufgestellt, um diese Aufgabe zu meistern.

Welche Folgen hat die Fusion für die Reisebranche insgesamt?

Man muss sich vor Augen halten: Veränderung ist die einzige Konstante in unserer Branche. Mit der Übernahme wird sich zweifellos einiges verschieben – nicht nur bei Hotelplan und Dertour, sondern in der gesamten Branche. Wichtig ist, dass das Management den Markt im Blick behält und schnell reagieren kann.

Sie raten also zu Geduld und einem sorgfältigen Vorgehen?

Ich sehe beim neuen Management die Professionalität und Ruhe, die es braucht, um den Prozess ohne Schnellschüsse zu gestalten.

«Es ist nicht vorgesehen, dass Hotelplan und Dertour künftig wie bisher zwei Sitze haben»

Welche Auswirkungen hat der Zusammenschluss auf den SRV-Vorstand?

Die Fusion der beiden grössten Player betrifft selbstverständlich auch den Verband. Wichtig bleibt, dass die fünf grössten Reiseveranstalter vertreten sind und die Ressorts von den kompetentesten Köpfen betreut werden. Es ist nicht vorgesehen, dass Hotelplan und Dertour künftig wie bisher zwei Sitze haben. Für mich geht es ohnehin weniger um Namen als um die Frage: Wie muss sich der Verband strategisch und personell aufstellen, um für die Zukunft gewappnet zu sein?

Nicole Pfammatter hört per Ende September 2025 bei Hotelplan Suisse auf und nimmt sich eine Auszeit. Legt sie auch ihr Amt im SRV-Vorstand nieder, wo sie das Ressort Ausbildung betreut?

Nicole Pfammatter würde dieses Jahr an der Generalversammlung zur Wahl stehen. Ich werde mit ihr besprechen, ob sie sich nochmals zur Verfügung stellt oder ihre Tätigkeit im Vorstand beendet. Wir werden gemeinsam die beste Lösung finden.

Das heisst: Es ist für Sie denkbar, dass Nicole Pfammatter im Vorstand bleibt, auch wenn sie vorerst nicht aktiv in der Branche tätig ist?

Das ist gut denkbar. Entscheidend ist, welche Aufgaben sie übernehmen und welche Projekte sie weiterführen könnte. Sie war im Vorstand stets sehr wertvoll, besonders im Bereich Ausbildung. Ob sie sich für weitere drei Jahre wählen lässt oder andere Pläne hat, ist noch offen.

Weitere Vorstandsmitglieder – André Lüthi, Natalie Dové und Sonja Laborde – müssen sich gemäss Statuten ebenfalls wieder zur Wahl stellen. Gibt es dort Veränderungen?

Das besprechen wir zuerst intern, bevor wir an die Öffentlichkeit treten. Es könnte sein, dass es weitere Wechsel gibt. Denkbar wäre auch, den Vorstand etwas zu verkleinern, um ihn dynamischer zu machen. Das ist Thema an der nächsten Sitzung. Sobald Entscheide gefallen sind, werden wir kommunizieren.