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TUI-Chef Sebastian Ebel freut sich über das Rekordergebnis bei den Hotel- und Kreuzfahrtmarken. Bild: TUI

TUI mit Rekordquartal dank Kreuzfahrten und Ostereffekt

Der Reisekonzern TUI hat im dritten Quartal seines Geschäftsjahres den höchsten operativen Gewinn seit über zehn Jahren eingefahren – getrieben von einem boomenden Kreuzfahrtgeschäft und stabilen Hotelerträgen.

Der weltgrösste Touristikkonzern TUI hat im dritten Quartal – in den Monaten April, Mai und Juni – ein Rekordergebnis eingefahren. Getrieben von einem starken Kreuzfahrtgeschäft, soliden Hotelerträgen und einem günstigen Ostereffekt steigerte der Konzern sein bereinigtes operatives Ergebnis (EBIT) um 38 Prozent auf 321 Millionen Euro.

Analysten hatten deutlich weniger erwartet. Denn die Rahmenbedingungen waren nicht einfach mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Europa, europaweiten Hitzewellen im Sommer und dem Konflikt im Nahen und Mittleren Osten.

Besonders das Kreuzfahrtsegment setzte neue Bestmarken. Neue Schiffe wie Mein Schiff 7 und Mein Schiff Relax erhöhten die verfügbaren Passagiertage um ein Drittel, während die Auslastung auf hohem Niveau verblieb. Auch Hotels & Resorts erzielten stabile Ergebnisse – die Auslastung stieg auf 82 Prozent, die durchschnittliche Tagesrate legte um drei Prozent zu.

Auch TUI Musement konnte, unterstützt durch das Wachstum sowohl im Geschäft mit Erlebnissen als auch bei den Transfers für Veranstaltergäste in den Destinationen, sein Ergebnis vom Vorjahr steigern. Die selbst produzierten Erlebnisse – darunter TUI Collection Exkursionen und die National Geographic Tagestouren – seien ein klares Alleinstellungsmerkmal, unterstreicht TUI in der heutigen Mitteilung.

Mehr Passagiere, aber spätere Buchungen

Zwischen April und Juni reisten 5,9 Millionen Kunden mit TUI – zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Die Flugauslastung lag stabil bei 94 Prozent. TUI spricht von einem anhaltenden Trend zu Spätbuchungen, beeinflusst durch Hitzewellen im Juni und Juli sowie geopolitische Unsicherheiten.

Das Segment Märkte + Airline, in dem Veranstalter- und Fluggesellschaftsgeschäfte gebündelt sind, profitierte von der Verschiebung der reiseintensiven Osterferien ins dritte Quartal. Das bereinigte EBIT sprang von 17 auf 50 Millionen Euro. Der Quartalsumsatz stieg konzernweit um sieben Prozent auf 6,2 Milliarden Euro, während sich der Nettogewinn auf 183,1 Millionen Euro verdreifachte.

Prognose angehoben

Als Reaktion auf das gute Ergebnis hebt TUI nun auch die Jahresprognose an: Das bereinigte EBIT soll um neun bis elf Prozent wachsen, der Umsatz um fünf bis zehn Prozent. Konzernchef Sebastian Ebel betont, die vertikale Integration vom Vertrieb über Airlines bis hin zu Hotels und Kreuzfahrten stärke die Resilienz – und daran will er festhalten: «Die Transformation des klassischen Veranstaltergeschäftes über alle Ländergesellschaften hinweg treiben wir intensiv voran. Und wir setzen weiterhin auf die bewährte Vertriebsstärke unserer eigenen und Partner Reisebüros. »

TUI beweist mit dem besten dritten Quartal seit über einem Jahrzehnt, dass in gezielten Investitionen in Kreuzfahrten und differenzierte Produkte ein wichtiger Erfolgsfaktor liegt.

Gleichwohl gilt es nun die Ergebnisse des vierten Quartals mit den Hochsaison-Monaten Juli, August sowie September mal abzuwarten. In Grossbritanien, Deutschland wie auch in der Schweiz war bei Familienbuchungen in diesem Sommer eine gewisse Zurückhaltung spürbar. Inwiefern sich dies im vierten TUI-Quartal und somit im Jahresergebnis niederschlagen wird, wird in drei Monaten publik.

(GWA)