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Airlines im Check: Preise, Passagierströme, Pünktlichkeit
Es ist Hauptreisezeit. Zehntausende Schweizerinnen und Schweizer verbringen derzeit ihre Ferien im Ausland. Viele von ihnen sind mit dem Flugzeug verreist. Doch wohin genau sind sie geflogen? Und was hat sie das gekostet?
Der Luftfahrtdaten-Spezialist Cirium hat aktuelle Zahlen zum europäischen Airline-Markt ausgewertet. Die Erhebung zeigt: Insgesamt ist die Zahl der angebotenen Sitze im Juli 2025 im Vergleich zum Vorjahresmonat nur leicht gestiegen, um 3,6 Prozent. Travelnews hat sich durch die Daten gewühlt – und beantwortet die vier spannendsten Fragen zum Thema.
Wer legt zu, wer verliert?
Den stärksten Anstieg bei den angebotenen Sitzplätzen im Juli 2025 verzeichnen die Verbindungen zwischen der Schweiz und Island – mit einem markanten Plus von 15 Prozent. Auch Flüge nach Griechenland wurden ausgebaut: Das Sitzplatzangebot stieg hier um 4,5 Prozent, was die Einschätzungen grosser Reiseveranstalter bestätigt, die Griechenland als eines der beliebtesten Sommerziele 2025 nennen. Bemerkenswert: Nicht alle nordischen Destinationen konnten zulegen. Die Verbindungen nach Finnland, Norwegen und Schweden verzeichnen teils deutliche Rückgänge. Ob dies auf ein reduziertes Angebot ab der Schweiz zurückzuführen ist – oder ob schlicht weniger Reisende aus dem Norden den Weg in die Schweiz gesucht haben –, lässt die Studie offen.
Wie haben sich die Flugpreise entwickelt?
Die aktuelle Analyse von Cirium reicht zurück bis April 2024 – und zeigt auf lange Sicht ein klares Bild: Die Preise für innereuropäische Flüge in der Economy Class sind seither um rund 20 Prozent gestiegen. Aussagekräftiger ist jedoch der direkte Vergleich zwischen Juli 2024 und Juli 2025. Auch hier zeigt sich: Fliegen ist teurer geworden – allerdings in moderatem Rahmen. Im Schnitt liegen die Juli-Preise aktuell 6,4 Prozent über dem Vorjahresniveau.
Für einen gezielten Preisvergleich auf einzelnen Strecken haben die Datenanalysten den April 2024 mit dem April 2025 gegenübergestellt. Deutlichster Ausreisser: Flüge zwischen der Schweiz und Frankreich, wo die Preise um mehr als 13 Prozent gestiegen sind. Eine mögliche Erklärung liefert Cirium gleich mit – auf dieser Verbindung wird im aktuellen Sommerflugplan spürbar weniger Kapazität angeboten als im Vorjahr.
Wie entwickelt sich das Nordamerika-Geschäft?
Die Zahl der Flugbuchungen auf Transatlantikstrecken ist im Jahresvergleich rückläufig – laut Cirium um knapp zehn Prozent. Doch Vorsicht bei der Interpretation: Erfasst wurden lediglich Buchungen über Reiseveranstalter und Plattformen wie Skyscanner oder Booking. Direkte Buchungen bei den Airlines selbst bleiben unberücksichtigt, was das Gesamtbild verzerrt. Aussagekräftiger sind die Preisentwicklungen – und die fallen stabil aus: Sowohl in der Economy als auch in der Business Class bewegen sich die Durchschnittspreise für Flüge zwischen Europa und Nordamerika auf Vorjahresniveau.
Sind die Flüge pünktlicher als im vergangenen Jahr?
Ja, die Pünktlichkeit im europäischen Luftverkehr hat sich in der ersten Juli-Hälfte im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert – fast überall. In der Schweiz stieg die Quote um knapp 15 Prozent, was darauf hindeutet, dass die Swiss auf gutem Weg ist, ihre angekündigten Verbesserungen umzusetzen (Travelnews berichtete). Besonders markant ist der Fortschritt in Deutschland, Kroatien und Österreich, wo die Pünktlichkeitswerte um rund 30 Prozent zulegten. Auf der anderen Seite verzeichnen Länder wie Finnland, Spanien, Frankreich und Portugal Rückschritte – allesamt Märkte, die zuletzt stark von Streiks im Luftfahrtsektor betroffen waren.