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Majestätische Natur und jahrhundertealte Kultur: Georgien begeistert mit eindrucksvollen Landschaften wie hier am Jinvali-Stausee. Bild: Adobe Stock

Trendziel Georgien: Das müssen Reisende wissen

Reto Suter

Georgien ist näher an die Schweiz gerückt: Seit Kurzem fliegt die Edelweiss direkt von Zürich nach Tiflis. Travelnews zeigt, warum jetzt der perfekte Moment ist, das Land ins Visier zu nehmen und beantwortet die fünf wichtigsten Fragen für Reisende, die Georgien auf ihrer Bucketlist haben.

Direktverbindungen sind im Tourismus oft der Zündfunke, der eine Destination so richtig ins Rampenlicht rückt. Seit gut drei Monaten gibt es nun eine solche Verbindung von der Schweiz nach Georgien: Mitte April hob erstmals ein Ferienflieger der Edelweiss in Richtung Tiflis ab.

Seither steht die georgische Hauptstadt nonstop ab Zürich auf dem Flugplan. Das dürfte Bewegung in ein Reiseziel bringen, das noch als Geheimtipp gilt. Höchste Zeit also für eine erste Zwischenbilanz – und einen Überblick für alle, die Georgien auf ihrer Bucketlist nach oben schieben. Travelnews beantwortet die fünf wichtigsten Fragen zum Trendziel im Kaukasus.

Wie gut ist Georgien an die Schweiz angebunden?

Die Ferienfluggesellschaft Edelweiss fliegt seit Mitte April jeweils zweimal pro Woche mit einem Airbus A320 ab Zürich in die georgische Hauptstadt Tiflis. Die Nachfrage hat sich seit dem Erstflug erfreulich entwickelt. «Insbesondere kurzfristig sind die Buchungseingänge ausgesprochen hoch, und unsere Flüge in den Hauptreisemonaten Juli und August sind sehr gut ausgelastet», heisst es bei der Edelweiss-Medienstelle auf Anfrage. «Es freut uns ausserordentlich zu sehen, dass Georgien als Reiseziel bei unseren Gästen auf so grosses Interesse stösst.» Aufgrund der erfreulichen Nachfrage verlängert die Edelweiss das Angebot über den Sommer hinaus: Die Verbindung nach Tiflis wird nicht, wie zunächst vorgesehen, Ende Oktober eingestellt, sondern auch während eines Teils des Winterflugplans fortgeführt. «Zudem prüfen wir derzeit eine Aufstockung der Frequenzen für den Sommerflugplan 2026», bestätigt die Airline auf Anfrage von Travelnews.

Ist Georgien eigentlich ein sicheres Reiseland?

Ja. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mahnt allerdings zur Vorsicht. Die soziale und politische Lage sei angespannt. In Tiflis und anderen Städten des Landes gebe es Demonstrationen mit teilweise gewaltsamen Zusammenstössen zwischen Demonstrierenden und den Sicherheitskräften, heisst es in den Reisehinweisen. Das EDA rät, sich vor und während der Reise in den Medien, beim Reiseveranstalter oder einer lokalen Kontaktperson über die aktuelle Lage zu informieren. «Befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden. Meiden Sie grosse Menschenansammlungen und Demonstrationen jeder Art», so die Empfehlung des Aussendepartements.

Wie läuft Georgien bei Schweizer Reiseveranstaltern?

Die Erfahrungen seit der Einführung der Edelweiss-Direktflüge sind unterschiedlich. Wobei das Positive überwiegt. Philippe Raselli, Inhaber von Holiday Maker Tours, zeigt sich sehr zufrieden: Die Nachfrage nach Georgien-Reisen entwickle sich erfreulich. «Die Nonstop-Verbindung ist für uns ein grosser Gewinn – sie erleichtert die Beratung, beschleunigt die Entscheidungsprozesse und wirkt sich spürbar positiv auf die Buchungszahlen aus», sagt Raselli. Auch bei Hotelplan Suisse registriert man einen Aufschwung. «Der Direktflug nach Tiflis hat das Interesse an Reisen nach Georgien klar gesteigert», so Sprecherin Sara Vidal. Anders die Einschätzung bei Globetrotter: «Georgien bleibt bei uns eine Nischendestination – daran hat auch der Direktflug nichts verändert», sagt Sprecherin Sandra Studer.

Mit der Seilbahn über den Dächern von Tiflis: Die Hauptstadt verbindet Alt und Neu auf faszinierende Weise. Bild: Adobe Stock

Für welche Zielgruppen eignet sich Georgien?

«Georgien bietet für alle etwas – ob Paare, Familien, Alleinreisende oder Gruppen», sagt Philippe Raselli von Holiday Maker Tours. Aktive Ferien mit Trekking, Reiten oder Fischen seien ebenso beliebt wie stilvolle Rundreisen mit komfortablen Unterkünften, bei denen auf Genuss und eine Prise Luxus nicht verzichtet werden muss. Hotelplan Suisse verzeichnet besonders viele Buchungen von Individualreisenden und kulturinteressierten Gästen. «Sie schätzen die Kombination aus jahrhundertealter Geschichte, abwechslungsreichen Landschaften und georgischer Gastfreundschaft», erklärt Sprecherin Sara Vidal. Auch bei Outdoor-Enthusiasten werde Georgien zunehmend beliebter, sei es für Wanderungen im Kaukasus oder Erkundungstouren durch die Weinregionen.

Bauen die Reiseveranstalter ihr Georgien-Angebot aus?

«Angesichts der positiven Entwicklung der Nachfrage und des grossen Potenzials des Landes prüfen wir, wie wir unser Portfolio erweitern und noch attraktivere Reiseerlebnisse anbieten können», so Hotelplan-Sprecherin Sara Vidal. Schon einen Schritt weiter ist Philippe Raselli von Holiday Maker Tours. «Wir sehen in Georgien ein enormes Potenzial und arbeiten aktiv daran, unser Angebot weiter auszubauen», sagt er. Im neuen Katalog, der im Herbst erscheine, werde das Land noch präsenter vertreten sein – mit einer grösseren Auswahl an Rundreisen, Unterkünften und Reisekombinationen. Kein Ausbau ist bei Globetrotter geplant.