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Explora Journeys feiert Flottenausbau mit Triple Event
Thomas P. IllesMit der vor zwei Jahren erfolgten Inbetriebnahme der Explora I startete die sich im Besitz der in Genf beheimateten italienischen Reedereifamilie Aponte befindlichen MSC Group ein ambitioniertes Neubauprogramm, das bis 2028 sechs Schiffe mit einem Gesamtauftragsvolumen von 3,5 Milliarden Euro umfassen soll.
Nichts Geringeres als den Luxus-Kreuzfahrtmarkt neu zu definieren hat man sich damit auf die Fahne beziehungsweise Flagge geschrieben. Nachdem vergangenen September das nahezu baugleiche Schwesterschiff Explora II folgte, wurden Anfang dieser Woche auf der Bauwerft Fincantieri Sestri Ponente bei Genua unter Beisein hochrangiger Vertreter der Reederei, Werft, internationaler Medien sowie geladener Gäste aus Tourismus und Politik die nächsten Meilensteine der Flottenexpansion eingeläutet.
So wurde publikumswirksam der Start des Ausdockens, das sogenannten Float-out der im Sommer 2026 erwarteten Explora III zelebriert. Ein Manöver, bei dem das Baudock über mehrere Stunden bis Tage mit Hilfe von Pumpensystemen kontrolliert mit Wasser gefüllt wird, bis sich der Rumpf vom Dockboden hebt und das Schiff zum ersten Mal schwimmt (siehe Video).
Gleichzeitig wurde nach alter maritimer Tradition im Rahmen des traditionellen Glücksrituals der Münzzeremonie symbolisch eine Münze in der noch unfertigen Stahlkonstruktion der Explora IV (geplante Inbetriebnahme Sommer 2027) verschweisst, um dem Schiff und seiner Crew Glück, Schutz und sichere Reisen zu bringen.
Und bei der Explora V (geplante Inbetriebnahme Ende 2027/Anfang 2028) stand schliesslich mit dem feierlichen ersten Stahlschnitt der Baubeginn des fünften Schiffs in der schnell wachsenden Explora-Journeys-Flotte an.
Ocean State of Mind – Philosophie und Nachhaltigkeit
Mit dem selbst entwickelten Markenmotto «Ocean State of Mind» will sich Explora Journeys bewusst jenseits klassischer Kreuzfahrtklischees positionieren. Im Zentrum stehen dabei Entschleunigung und bewusste Reise-Erlebnisse, begrenzte Schiffsgrössen mit knapp 1000 Gästen (im Vergleich dazu: MSCs neustes und kürzlich in Miami getauftes Volumenschiff MSC World America verfügt über eine Kapazität von fast 7000 Passagieren und beherbergt über 2000 Crewmitglieder), höchste Designqualität und Serviceindividualität gepaart mit herausragender Kulinarik sowie kulturell tiefgreifende Routen statt Masse und Megahäfen.
Laut Anna Nash, Präsidentin von Explora Journeys, will man mittels eines europäisch-mediterran geprägten Lifestyle-Erlebnisses einen klaren Gegenentwurf zur nach wie vor ausgeprägten US-Dominanz im Luxuskreuzfahrtsegment bieten und auch eine jüngere, designaffine, global orientierte Klientel mit Fokus auf Wellness, Individualität und Umweltbewusstsein ansprechen.
Dazu sollen, wie Nash im Gespräch mit Travelnews bestätigte, auch zahlreiche Neukunden aus dem deutschsprachigen Raum gewonnen werden, die noch wenig bis gar keine Erfahrung mit Kreuzfahrten beziehungsweise Vorurteile gegenüber dieser Reiseform haben.
Entsprechend passt auch der erstmalige Auftritt der Marke als Co-Sponsor beim gegenwärtig stattfindenden international renommierten Frauentennis-Event MSC Hamburg Ladies Open 2025 vom 13. bis 20. Juli. ins Vermarktungskonzept.
Von essenzieller Relevanz wurde auch der Fokus auf ökologische Nachhaltigkeit bestimmt. So setzt die Marke ab Explora III unter anderem auf LNG-Antrieb und damit auf einen Brennstoff, den er – wie Pierfrancesco Vago, Executive Chairman der Cruise Division der MSC Group, während den Feierlichkeiten einmal mehr betonte – als «Möglichkeit einer direkten Übergangslösung zu Bio- und synthetischem LNG» betrachtet.
Vago möchte so ein mögliches Potenzial ausschöpfen, die Treibhausgasemissionen von der Produktion bis zur Nutzung entscheidend zu reduzieren und das Bestreben der Marke unterstreichen, ihre maritimen Operationen zu dekarbonisieren und so den ökologischen Fussabdruck zu verringern.
Die künftigen Explora V und VI sollen noch weiter gehen und für den Einsatz von nahezu emissionsfreiem grünem Wasserstoff vorbereitet werden. Inwiefern sich diese ehrgeizigen Vorhaben im von der Reederei vorgegebenen Zeitrahmen tatsächlich konkret realisieren lassen und sich nicht nur als werbewirksame Versprechungen herausstellen werden, wird sich allerdings weisen müssen.
Bislang Bestnoten von Gästen und Experten
Fest steht hingegen, dass die Marke ihrem hohen Luxusanspruch bisher durchaus gerecht zu werden vermag, was sich auch in vielen positiven Gästefeedbacks niederschlägt.
Auch meine Erfahrungen anlässlich eines zweiwöchigen Praxistests an Bord der Explora I waren mehrheitlich sehr enthusiastisch und führten soweit, dass ich Explora Journeys gar das Zeug zur Kultmarke bescheinigte.
Man darf also gespannt sein und sich auf den nächsten Meilenstein, der Jungfernfahrt der Explora III in einem Jahr, freuen. Während ihrer Eröffnungssaison wird sie Gäste auf Routen entlang der Küsten Nordeuropas, durch die Landschaften Islands und Grönlands sowie der Ostküste Nordamerikas führen, bevor sie für den Winter 2026/2027 in die Karibik wechselt.