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Technik ersetzt lästige Sicherheitsregel an US-Flughäfen
Für Millionen von Flugreisenden in den USA war es über zwei Jahrzehnte ein leidiges Ritual: Schuhe ausziehen vor der Sicherheitskontrolle. Jetzt ist damit Schluss. Die US-Heimatschutzministerin Kristi Noem gab am Dienstag (8. Juli) am Ronald Reagan National Airport in Washington bekannt, dass die seit 2006 geltende Regel der Transportation Security Administration (TSA) abgeschafft wird.
«In den 20 Jahren seit der Einführung dieser Regelung hat sich unsere Sicherheitstechnologie dramatisch verändert», sagte Noem. Zudem verfolge man inzwischen einen «mehrschichtigen, behördenübergreifenden Ansatz» für die Sicherheit an US-Flughäfen. Mit dem Hinweis auf die Technologie dürfte sie auf hochauflösende Scanner anspielen, die inzwischen auch Schuhwerk zuverlässig durchleuchten können.
Die Regel geht zurück auf ein vereiteltes Attentat im Jahr 2001. Der Brite Richard Reid – ein Anhänger des Terrornetzwerks Al-Qaida – versuchte an Bord einer American-Airlines-Maschine, seine mit Sprengstoff gefüllten Schuhe zu entzünden. Aufmerksame Mitreisende und Crew-Mitglieder überwältigten ihn rechtzeitig. Die Boeing mit 185 Passagieren und zwölf Crew-Mitgliedern an Bord wurde von Kampfjets begleitet und sicher nach Boston umgeleitet.
In Reids Schuhen fand man eine Zündschnur und eine «improvisierte» Sprengladung, die nach Angaben der Behörden dem militärischen Sprengstoff C-4 ähnelte. Reid wurde später zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt und sitzt heute in einem US-Hochsicherheitsgefängnis in Colorado.