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Das sagt Dertour-CEO Debus zur stockenden Hotelplan-Übernahme
Der geplante Verkauf der Hotelplan-Gruppe an die deutsche Dertour Group ist ins Stocken geraten: Die Eidgenössische Wettbewerbskommission (Weko) hat Bedenken hinsichtlich einer möglichen marktbeherrschenden Stellung geäussert und Ende Mai eine vertiefte Prüfung des Zusammenschlusses eingeleitet (Travelnews berichtete).
Für Dertour-CEO Christoph Debus ist das allerdings kein Grund zur Sorge. «Es ist nicht unüblich, dass eine solche Übernahme in Phase zwei geht», sagt Debus im Gespräch mit dem Branchenportal «FVW» (Abo). «Wir sind noch immer zuversichtlich, dass wir mit unseren Argumenten überzeugen.» Die Freigaben in den übrigen Märkten lägen bereits vor, es gehe nur noch um die Schweiz.
Debus betont die Bedeutung einer sorgfältigen Prüfung durch die Behörden und zeigt Verständnis für die kritischen Stimmen aus der Schweiz: «Ich kann das aufgrund der öffentlichen Wahrnehmung und des Renommees von Hotelplan in der Schweiz nachvollziehen», so der Dertour-CEO.
Debus sieht keine Gefahr für den Markt
Die Übernahme würde Dertour mit den bestehenden Marken Kuoni und Helvetic Tours sowie dem Filialnetz von Hotelplan zum mit Abstand grössten Reiseveranstalter der Schweiz machen. Zusammengezählt betreiben die beiden Konzerne derzeit rund 150 Reisebüros – ein nicht zu unterschätzender Marktvorteil im stationären Vertrieb.
Branchenkenner halten es für möglich, dass eine Genehmigung der Übernahme an Bedingungen geknüpft wird. Denkbar wäre etwa, dass Dertour einen Teil der Filialen abgeben müsste, um den Wettbewerb zu wahren.
Für Debus sind die Bedenken übertrieben. Die Touristik sei heute so vielfältig wie nie zuvor: «Ich bin seit über 25 Jahren in der Reisebranche. Ich habe sie noch nie so wettbewerbsstark empfunden wie heute und das wird weiter anhalten», sagt er. Kundinnen und Kunden hätten eine nahezu unbegrenzte Auswahl an Kanälen – vom Reisebüro über Online-Plattformen bis hin zu Social Media.
Auch der Trend zu künstlicher Intelligenz werde die Angebotsvielfalt weiter steigern. «Es gibt so oder so eine starke Wettbewerbsintensität und die wird nicht geschmälert durch die Hotelplan-Übernahme», so Debus.
Ob sich die Weko von diesen Argumenten überzeugen lässt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Bis dahin bleibt der Verkauf der Hotelplan Group vorerst auf Eis.