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Stephanie Schulze zur Wiesch, CEO von Dertour Suisse, stellte sich in Valbella den brennendsten Fragen zur Hotelplan-Übernahme. Bild: TN

Hotelplan-Deal in der Warteschleife: Was jetzt wichtig wird

Reto Suter

Die Schweizer Reisebranche blickt gespannt auf die Übernahme von Hotelplan durch die Dertour Group. Beim Touristiker-Treff in Valbella lieferte Stephanie Schulze zur Wiesch, CEO von Dertour Suisse, Antworten auf die drängendsten Fragen – und brachte etwas Licht ins laufende Verfahren.

Rund 70 Reiseprofis aus der ganzen Deutschschweiz haben sich am Donnerstag und Freitag zum grossen Touristiker-Treff von Dertour Suisse im Valbella Resort in Graubünden versammelt – um sich inspirieren zu lassen, gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln und aktuelle Branchenthemen zu diskutieren.

Im Fokus standen nicht nur das Markenportfolio von Dertour Suisse und innovative Lösungsansätze für eine erfolgreiche Zukunft der Branche, sondern auch der persönliche Austausch: Netzwerken auf Augenhöhe – mit Blick auf die Bündner Berge.

Ein Thema war dabei allgegenwärtig: die angekündigte Übernahme von Hotelplan durch die Dertour Group, die vor knapp zwei Monaten nach zähen Verhandlungen bekannt geworden war. Damit diese nicht zum dominierenden Gesprächsstoff avancierte, ging Stephanie Schulze zur Wiesch, CEO von Dertour Suisse, gleich zu Beginn der Tagung in die Offensive.

Sie beantwortete die wichtigsten Fragen rund um den Deal. Ihr Ziel: Transparent kommunizieren und damit Klarheit schaffen. Travelnews fasst die zentralen Punkte zusammen.

Seit dem 12. Februar 2025, als die Übernahme bekannt gegeben wurde, ist es sehr ruhig. Was läuft momentan?

Ein solcher Übernahmeprozess verlaufe in mehreren Phasen, erklärte Stephanie Schulze zur Wiesch. Zwei zentrale Begriffe seien dabei entscheidend: «Das, was wir Mitte Februar kommuniziert haben, war das sogenannte Signing», so die CEO von Dertour Suisse. Dabei handle es sich um eine verbindliche Absichtserklärung zur Übernahme von Hotelplan – allerdings unter dem Vorbehalt, dass alle zuständigen Behörden zustimmen. Genau dieser Prüfprozess laufe nun. Als nächster Schritt stehe das sogenannte Closing an, also der Moment, in dem sämtliche regulatorischen Hürden genommen sind und die Übernahme formell vollzogen werden kann. «Darauf warten wir jetzt – damit wir den Deal offiziell abschliessen und gemeinsam in die Zukunft starten können», so Schulze zur Wiesch.

Wann ist mit diesem Closing zu rechnen?

Einen konkreten Zeitpunkt für das Closing wollte Stephanie Schulze zur Wiesch nicht nennen – zu ungewiss sei der Entscheidungsprozess. «Das liegt allein in den Händen der zuständigen Behörden», betonte sie. Die Dertour Group habe darauf keinerlei Einfluss. Sie sicherte jedoch zu: «Sobald wir grünes Licht erhalten, werden wir selbstverständlich sowohl die Öffentlichkeit als auch die Branche umgehend informieren.»

Was bedeutet der Abschluss der Übernahme konkret für die Mitarbeitenden von Hotelplan und Dertour Suisse?

Stephanie Schulze zur Wiesch stellte klar: Für die laufende Reisesaison ändert sich nichts. «Alle bestehenden Verträge behalten ihre Gültigkeit», betonte die CEO von Dertour Suisse. Auch Systeme, Provisionsmodelle und sämtliche Vereinbarungen bleiben laut der Reise-Managerin unverändert. Mit Blick auf das kommende Jahr wollte sie nicht spekulieren, liess jedoch durchblicken: «Nach aktuellem Stand gehe ich davon aus, dass auch 2026 alles seinen gewohnten Lauf nimmt.»

Findet bereits jetzt ein intensiver Austausch zwischen den Managements statt?

«Solange das Closing nicht erfolgt ist, sind uns in dieser Hinsicht die Hände gebunden», erklärte Stephanie Schulze zur Wiesch. Erst nach Abschluss des Übernahmeprozesses könne man in die gemeinsame inhaltliche Arbeit einsteigen. «Sobald erste Ergebnisse aus dieser vertieften Zusammenarbeit vorliegen, werden wir sie selbstverständlich transparent kommunizieren», kündigte sie an.

Kuoni und Hotelplan betreiben derzeit rund 150 Filiale. Wie viele werden nach der Übernahme geschlossen?

«Wir werden alles daransetzen, die Kontinuität zu wahren – die klare Botschaft lautet: Alles bleibt, wie es ist.» Ganz ohne Einschränkung blieb diese Aussage jedoch nicht. «Was Hotelplan bislang praktiziert hat und auch wir regelmässig tun, wird auch künftig Teil unseres unternehmerischen Denkens bleiben», so Schulze zur Wiesch. Dazu gehöre etwa die regelmässige Prüfung der Wirtschaftlichkeit einzelner Filialen – und in gewissen Fällen könne es sinnvoll sein, Standorte zusammenzuführen, um nachhaltig erfolgreich zu bleiben.

Wird es künftig einen gemeinsamen Hauptsitz von Dertour Suisse und Hotelplan geben – und wo wäre dieser angesiedelt?

«Damit haben wir uns bislang noch gar nicht befasst», erklärte Stephanie Schulze zur Wiesch. Grundsätzlich funktionierten Teams besser, wenn sie räumlich näher beisammen seien – doch ein gemeinsamer Standort stehe derzeit nicht zur Diskussion. «Das Thema ist noch nicht auf der Agenda», so die CEO von Dertour Suisse. Zudem gebe es bestehende Mietverträge, die selbstverständlich einzuhalten seien. «Was die Zukunft diesbezüglich bringt, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt schlicht nicht sagen.»